Bürgermeister Marc Winzer verstärkte als Superman die „Minis“ bei ihrem Kindertanz. Foto: Kern

Von Super-Minis über Ghostbusters bis zu Häuptling Abahachi: Auf dem Plan standen Tanz, Parodie und Büttenrede. Narrenrat und Hupfdolen setzten als „Zorros“ den Schlusspunkt.

Wenn Helden und Schurken aufeinandertreffen, geht es rund – beim Hornberger Zunftball tummelten sich Bösewichte und Heroes im ewigen Kampf zwischen Gut und Böse. Am Ende gewann der Spaß und die Freude des Publikums, das rund drei vergnügliche Stunden in der voll besetzten Stadthalle erlebte.

 

Eröffnet wurde der Abend mit dem traditionellen Einzug des Narrenrats und einer bunten Schar von Hornberger Horn- und Brunnenhansele. „Helden von Hornberg, erhebt die Stimme“, rief Zunftmeister Antonio D’Ambrosio enthusiastisch in den Saal und pries in Reimform die Fasnet.

Moderiert wurde der Abend von Carmen und Michael Blum, die dem Motto des Abends gemäß in lichtem goldenem und schwarzem Habit auftraten. Das Publikum hatte viel Spaß mit dem notorischen „Bruddler“ Michael und der konstant heiteren Carmen, die sich aus der Ursuppe des Universums manifestierte und als UFO den Narrenschutzschirm überwand.

Großes Lob gebührt dabei den visuellen Effekten im Hintergrund der Bühne, die für viel Gelächter sorgten. So flog Bürgermeister Marc Winzer als Spidermarc an das Viadukt, putzte den Narrenbrunnen und sah auch beim Pulverturm nach dem Rechten. Im Laufe des Abends amüsierten sich die Gäste über Animationen von unter anderem Spiderhansele, Jedi-Meister Horni-Wan-Kenobi, Narrcula und Saurhorn.

Moritz Haas parodierte Donald Trump

Den Eröffnungstanz mit den bezaubernden Super-Minis, dem Narrensamen, begleitete Winzer als Superman. Eine tolle Show lieferten anschließend die „Maxis“ mit dem Piratentanz und die „Teenies“, die als Ghostbusters zwielichtige Gestalten unter viel Rauchentwicklung auf der Bühne vertrieben. MHGA (Make Hornberg Great Again) versprach Donald Trump (Moritz Haas), machte jedoch klar, dass dazu einiges bewegt werden müsse. „Ich brauch die Duravit-Toilette und Triberg kaufen wir“, erklärte er. Dann wäre ganz viel Tourismus in Hornberg, auch wenn da viele Chinesen dabei seien.

Die Lachmuskeln strapazierten die Nummernrevue von Häuptling Abahachi (Julian Schreiber) und seinem Kumpel Ranger (Jonas Schweizer), inspiriert von der Filmparodie Schuh des Manitu. Für den Schrägaufzug sei ja nun kein Geld da, aber immerhin sei die Bäckerei umgesiedelt worden.

Philipp Ketterer amüsierte sich über den Infopoint

Die Grenzen zwischen Gut und Böse verschwimmen manchmal, je nachdem wie sich der Blick darauf richtet. „Ob Schurke oder Held, kommt drauf an, wem was wie gefällt“ lautete der Kehrreim von mehreren Versen der Saarländerin und Hornberg-Fan Andrea Schanné in ihrer Büttenrede.

Nach der Pause unterhielten die „Betonier“ mit Nonsens und Possen das Publikum (siehe Info), bevor Maui (Maurizio Fabiano) und Joachim Zühlke mit ihren Familien viele Lacher einheimsten. Philipp Ketterer war als investigativer Journalist unterwegs und veräppelte den „kulturhistorischen Verlust“ der Stadt durch den Infopoint am Bärenplatz. Nach Gründung von 14 Bürgerinitiativen sei der Automat abgebaut worden. Ein neuer Standort sei noch nicht gefunden – aussichtsreich jedoch sei die Mülldeponie Vulkan in Haslach.

Den großartigen Schlusspunkt unter das kurzweilige Programm setzten Narrenrat und Hupfdolen als „Zorros“ mit einer tollen Choreografie. Anschließend wurde mit DJ Andy bis tief in die Nacht das Tanzbein geschwungen.

Abschied der „Betonier“

Ein letztes Mal unterhielten am Zunftabend die „Betonier“, die als Buena Vista Social Club auf Abschiedstournee mit spanischer Grandeza auftraten. „Danke für die schönen Stunden mit euch“, würdigten die Moderatoren Carmen und Michael Blum den langjährigen Einsatz des Quintetts Thomas Bossert, Clemens Kaltenbach, Jörg Fehrenbacher, Otto Effinger und Alfredo Sánchez.