So soll das neue Kreisklinikum nach Fertigstellung aussehen (Rendering). Foto: Daniel Wanders

Die Kreiskliniken gehen mit einem überarbeiteten Bauplan in die finale Bauphase. Dieser enthält feststehende Mehrkosten in Höhe von 18 Millionen Euro.

Diese Mehrkosten resultieren aus Bauzeitverlängerungen der Gewerke Trockenbau, Innenausbau und technische Gebäudeausrüstung sowie Anpassungen an die Medizinstrategie, wie es in einer Mitteilung der Kliniken des Landkreises heißt. Im Mittelpunkt stehe die für die Zukunftsfähigkeit notwendige Berücksichtigung grundlegend veränderter Rahmenbedingungen. Dazu gehören laut Mitteilung ein bedarfsgerechtes, erweitertes Versorgungsangebot, ein hoher Digitalisierungsgrad, zeitgemäße ökologische Technologie sowie modernste Standards in der Versorgungssicherheit.

 

Nachjustierungen

Die Medizinstrategie sieht durch die Standortkonzentration eine Fachabteilungsbündelung in medizinischen Organzentren vor. Deren Umsetzung geht einher mit einer baulichen Anpassung der aus dem Jahr 2017 stammenden Planung, insbesondere in den Bereichen zentrale Notaufnahme (ZNA), OP-Bereich und Palliativstation. „Die Nachjustierung der Planung und baulichen Umsetzung bedeutet nicht nur eine Anpassung an neue gesetzliche Anforderungen, sondern auch eine qualitative Weiterentwicklung des Versorgungsangebotes in Medizin und Pflege“, wird Udo Lavendel, Geschäftsführer (CEO), in der Mitteilung zitiert. Beispielhaft hierfür stünden modernste Versorgungskonzepte in der Altersmedizin, einschließlich einer Special Care Unit Demenz.

Erdwärme

„Auch in der technischen Versorgung wurden gegenüber der Ursprungsplanung modernste technische Standards verwendet, die die Ausfallsicherheit betriebstechnischer und medizintechnischer Anlagen erhöhen“, erläutert Thomas Schumacher, Direktor Facility Management und Projektleiter. Durch den Einsatz von Erdwärme wurde der ursprüngliche Plan zur Wärmeversorgung ökologisch optimiert und die Energieversorgung zukunftsfest gestaltet. So ließ sich der Einsatz begrenzter fossiler Energien auf rund ein Prozent senken, schreibt die Kreiskliniken GmbH.

Die Umstellung der Wärmeversorgung und die damit verbundenen Anpassungen in der Ausführung ziehen Mehraufwendungen im Bereich der technischen Infrastruktur nach sich. Weiterer Investitionsbedarf entsteht durch das erweiterte Versorgungsangebot, den Ausbau des Digitalisierungsgrads, die Schaffung von Redundanzen von betriebskritischer technischer Versorgung und durch Starkregenereignisse ausgelöste Havarien in den Technikzentralen.

Eröffnung Anfang 2027

„Das Dreiland-Klinikum wird bei seiner geplanten Eröffnung Anfang 2027 höchste Standards in Patientenversorgung, Sicherheit und digitaler Infrastruktur erfüllen“, ist Udo Lavendel überzeugt. „Mit nur 3,5 Betten pro 1000 Einwohner setzt es bundesweit Maßstäbe für effiziente Krankenhausversorgung und zählt mit Investitionskosten von rund 660 000 Euro pro Bett auch zu den wirtschaftlichsten Neubauprojekten in der deutschen Kliniklandschaft.“ Vergleichbare Neubauprojekte in Baden-Württemberg liegen bei 800 000 Euro bis deutlich über einer Million Euro pro Bett. Gleichzeitig schaffen die infrastrukturellen Erweiterungen die Voraussetzungen, um die vom Bund geschaffenen Fördermöglichkeiten des Krankenhauszukunftsgesetzes (KHZG) zur deutlichen Erhöhung des digitalen Reifegrades optimal zu nutzen.

Hohe Baupreise

Die aktuell budgetierten 450 Millionen Euro berücksichtigen laut Mitteilung bereits den seit Baubeginn, insbesondere durch den Ukrainekrieg um 33,7 Prozent gestiegenen Baupreisindex (BPI).