Das Banditenleben von Don Grande und El Lobo besteht im Wesentlichen aus Gaunereien, Raufereien und Tequila – bis vier Nonnen kommen und das mexikanische Westerndorf "Chiquaqua" aufmischen. Quelle: Unbekannt

Nach zweijähriger Pause konnte die Theatergruppe des Schuttertäler Männergesangvereins wieder an die Tradition des Theaterspiels über Dreikönig anknüpfen. Mit der Westernkomödie "Blumen, Bräute und Banditen" begeisterte sie das Publikum.

 
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Schuttertal. Ein Hauch von Sierra Madre und Wild West wehte am Wochenende durch die vollbesetzte Schuttertäler Festhalle. Dafür sorgten nicht nur die authentische Kostümierung sowie das liebevoll hergerichtete Bühnenbild mit einer typischen Westernsaloon-Szene inklusive einem Klavierspieler (Martin Wölfle), sondern auch das abwechslungsreiche Theaterspiel des 33-köpfigen Ensembles. Wild und rau ging es im Stück von Ulrich G. Engelmann in dem Dorf "Chiquaqua" zu. Dort lebte eine Horde ungehobelter Banditen, allen voran die beiden sich rivalisierenden Anführer Don Grande (Luca Lehmann) und El Lobo (Paul Himmelsbach), ungestört ihr Banditenleben aus, das im Wesentlichen aus Gaunereien, Raufereien und Tequila bestand. Im Freudenhaus des Dorfes "Casa Las Flores" boten die schönsten "Blumen" Mexikos ihre Arbeit in der heißen Wüste an. Die geschäftstüchtige Bordellmutter Flores (Lisa Himmelsbach) zog den Ganoven die geraubten Pesos und Dollars schnell wieder aus der Tasche. Als dann vier Nonnen, welche der berüchtigte Pistolero Burro (Michael Kern) zuvor in der Wüste ausgeraubt hatte, auf dem Weg nach Chiquaqua waren, um den Zustand der dortige Mission zu kontrollieren, heckten der mittellose Landstreicher und ehemaliger Ministrant Paco (Simon Schwab) und die Dorfbewohner einen schlauen Plan aus. Um die Nonnen bald wieder loszuwerden, mussten alle Dorfbewohner ihre Waffen abgeben und sich scheinheilig als rechtschaffene, dem Glauben verbundene Menschen ausgeben. Nachdem die Nonnen, die clevere Oberschwester Maria (Verena Mäntele) und ihre Mitschwestern (Juliana Zehnle, Sarah Schätzle und Verena Himmelsbach), im Dorf dringenden Handlungsbedarf in Form von geistlicher Arbeit sahen und es statt Tequila nur noch Hagebuttentee geben sollte, kippte die Stimmung unter den Dorfbanditen. Doch einige der "Blumen" hatten sich schon längst nicht nur mit dem neuen Leben, sondern auch mit den Nonnen angefreundet. Schließlich fanden alle zueinander und beschlossen den Wiederaufbau der ehemaligen Mission "Chiquaqua".

Die Zuschauer amüsierten sich köstlich an dem komödiantischen und mit vielen Details gespickten Theaterspiel und die Darsteller ernteten immer wieder Szenenapplaus. Die vielen kleinen Nebenrollen – wie die schlaue Indianerin Felicitas (Michaela Volk) oder der schusselige Opa Fernandez (Michael Himmelsbach) – trugen ebenfalls maßgeblich zu dem gelungenem Theaterabend bei. Für Licht und Ton waren Volker Schillinger und Valentin Mäntele zuständig. Während den Veranstaltungen wurde vom MGV-Team und seinen Helfern bewirtet, auch die Tombola fand wieder regen Zuspruch bei den Gästen. Denis Schillinger vom Vorstandsteam, der im Theaterspiel übrigens als "Schmugglerpedro" mitwirkte, dankte dem Regisseur Ludwig Griesbaum sowie allen Mitwirkenden und Helfern zum Schluss der Veranstaltung.

Darüber hinaus teilte er dem Publikum mit, dass der MGV plane, das Freilichttheater "Wellenreiter", welches pandemiebedingt bisher nicht aufgeführt werden konnte, nun im Jahr 2024 auf die Freilichtbühne zu bringen.

Beim Männergesangverein "Schutterbund" Schuttertal wurde bereits seit der Gründung des Vereins im Jahre 1888 in der Weihnachtszeit Theater gespielt. Seit nunmehr 23 Jahren zeigt sich der aktive Sänger Ludwig Griesbaum für die Stückauswahl und Inszenierung des "Dreikönigstheaters" verantwortlich. Neben den aktiven Sängern spielen auch die Partnerinnen sowie Familienmitglieder der Sänger mit.