Segen ohne Gesang gibt es dieses Jahr von den Sternsingern. Foto: © Gerald Mayer – stock.adobe.com

An Hygienekonzept wird gefeilt. Stadt muss Aktion genehmigen. Gesegneter Aufkleber kann bei Kirche abgeholt werden. 

Einige fragen sich bereits, ob Anfang nächsten Jahres die Sternsinger wieder von Haus zu Haus ziehen werden, oder ob sie wegen Corona zu Hause bleiben müssen. Die Antwort lesen Sie in unserem (SB+)Artikel.

 

Horb - Die Antwort: Vermutlich können die Sternsinger Anfang des neuen Jahres wieder von Haus zu Haus gehen. "Wir gehen davon aus, dass sie stattfinden können, aber unter ganz anderen Bedingungen", erklärt Raphaela Lehmann, Jugendreferentin der katholischen Kirche in Horb.

Derzeit werde ein Hygienekonzept entwickelt, welches noch der Stadt zur Genehmigung vorgelegt werden müsse. Von dieser Entscheidung hängt es letztendlich ab, ob sich die Heiligen Drei Könige auf den Weg machen dürfen.

Doch auch mit Erlaubnis wird dieses Mal einiges anders sein. "Wir schauen, dass wir die Gruppen aus maximal zwei Haushalten zusammenstellen", erläutert Lehmann. So könne es dann auch vorkommen, dass nur zwei Weise aus dem Morgenland vor der Tür stünden. Aber auch Eltern könnten diesmal in die Rolle eines Königs schlüpfen.

Segen als Aufkleber

Denn das Konzept sehe vor, dass jede Gruppe von einem Erwachsenen begleitet werde, der darauf achten soll, dass die Hygieneregeln eingehalten werden. So müssen alle Masken tragen und auf Abstände achten. Und es gibt noch weitere Einschränkungen: "Wir gehen davon aus, dass auf den Gesang verzichtet werden muss", so Lehmann. Auch müsse beim Anbringen des Segens die Tür wieder geschlossen werden. Die traditionellen Segenssprüche dürften allerdings noch vorgetragen werden.

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Dabei wird der Segen meist nicht mehr mit Kreide auf den Türrahmen geschrieben, sondern als Aufkleber angebracht. Mit Corona hat das allerdings nichts zu tun: "Auf den neuen Plastiktüren hält die Kreide nicht, daher die Aufkleber", erläutert die Jugendreferentin.

Es fehlt an Freiwilligen

Und auch diesmal sind die Sternsinger nur in einer Hälfte von Horbs Kernstadt unterwegs. So besuchen sie anfang nächsten Jahres nur die Häuser im Tal. Erst im darauffolgenden Jahr sei wieder die Oberstadt an der Reihe. In anderen Gemeinden kämen die Sternsinger sogar nur noch, wenn man sich vorher anmelde. Dies sei aber in Horb nicht der Fall. Zumindest in der jeweiligen Stadthälfte kämen die Weisen Könige noch zu jedem Haus. Doch das ganze Stadtgebiet kann eben nicht mehr abgedeckt werden. "Der Grund ist, dass wir nicht genug Jugendliche haben. Es melden sich nicht genug, um ganz Horb abzudecken", so Lehmann. Dabei könne jeder bei den Sternsingern mitmachen. Die Aktion werde zwar von der katholischen Kirche organisiert, sei aber offen für Kinder aller Religionen und auch für Atheisten.

Doch wer in der Oberstadt wohnt, muss dennoch dieses Jahr nicht auf den Haussegen verzichten. Denn die gesegneten Aufkleber können auch in der Kirche abgeholt werden.