Die bunte Theatergruppe des TVZM Foto: Larissa Grunert

Mit Psychostress und Leberwurst beschäftigt sich der Turnverein Zainen-Maisenbach in seiner aktuellen Theatersaison. Was hat es damit auf sich?

In einer fulminanten Premiere - traditionell am 5. Januar - sollte sich zeigen, was in der Theatergruppe steckt, die in des Wortes doppelter Bedeutung „unter dem Dach“ des Vereins eine eigenständige Sparte bildet. Der rührige Verein des 550-Seelen-Dorfs hat im Jahr 1996 die Gymnastikhalle erbaut, die er seitdem betreibt und mit Leben füllt. Im Januar zusätzlich mit Mundart-Kultur, teilt der Turnverein Zainen-Maisenbach mit (TVZM).

 

Herzhaftes Lachen

Fritz Steininger konnte im Namen des Vereins neben einigen Unterstützern und Ehrengästen auch eine Abordnung der Stadtverwaltung begrüßen. Am Ehrentisch fiel der Wandel auf, den Bad Liebenzell derzeit durchlebt: allesamt neue Gesichter – sei’s aus der Verwaltung, sei’s vom Bauhof. Ja selbst an der Spitze der Verwaltung fehlte krankheitsbedingt der Bürgermeister. Sein Stellvertreter Sebastian Kopp hatte seitens seiner Firma an diesem Abend kurzfristig doch noch freibekommen. Das Publikum konnte herzhaft lachen. Es war zu hören bis in die letzen Winkel der Küche, des Sportheims, ja bis hinaus in den Wald.

Zentrale Figur

Um was geht’s in dem neuesten Dreiakter? Auf dem Eichbuschhof laufen die Vorbereitungen zum 50. Geburtstag des Bauern; gespielt von Uwe Rathfelder, der in seiner Rolle 128 Einsätze zu bewältigen hat und das Stück als zentrale Figur zusammenzuhalten weiß.

Sebastian Grindau beim „Menschenfischen“. Foto: Larissa Grunert

Da taucht auf dem Hof eine leicht desorientierte Frau auf - überzeugend dargestellt von Saskia Mohr. Schon bald bemerkt man, dass die Frau nicht nur einen Dachschaden hat. Nein, dazu kommt noch: Sie ist aus einem entsprechenden Heim ausgebüchst. Der herbeigeholte Anstaltsarzt, durch Markus Schroth in stoischer Ruhe verkörpert, steckt aber aus Versehen den Dorfgendarmen in die Klapsmühle. Letzterer in bewährter Weise durch Joachim Lewender geradezu zelebriert. Und dann jagt eine Verwicklung die andere.

In ihrer Rolle als Oma mit selektiver Hörschwäche liefert Michaela Mairhofer eine ihrer besten Leistungen der vergangenen Jahre ab. Auch Lena Mohr, eines der ganz jungen Zainemer Nachwuchstalente hat im Stück als Tochter des Hauses wiederum hinzugewonnen, heißt es weiter.

Viel Freude am Spiel

Tobias Dittus, als Jungbauer und eingefleischter Junggeselle, weiß seine komödiantische Ader voll auszuspielen. Die Halle bebt, ob der mit seinem Heldentenor präsentierten Pointen, die er mit viel Freude am Spiel zu setzen weiß.

Ein Wiedersehen nach mehrjähriger Abwesenheit gibt’s auch mit Sebastian Grindau, dem die Rückkehr auf die Bühne sichtlich guttut. Sei’s, wenn er mit dem Fisch-Käscher auf Menschenfang geht, sei’s wenn er in akrobatischer Art und Weise immer schneller spricht, um seiner Verzweiflung Ausdruck zu verleihen und dabei das Publikum beim Zuhören überholt – sei’s wenn er als Bauchtänzerin mit Bart und Brusthaar den vollen Körpereinsatz nicht scheut und dabei viel (seiner reichlich vorhandenen Bauch-) Haut zeigt: Immer lebt er die Rolle – selbst wenn er gerade keinen Einsatz hat.

Einiges an Gegen-Aktionen

Mit Sandra Krießler erscheint auf der Bühne ein neues Gesicht. Als Dorftratsche muss sie im Stück einiges an Gegen-Aktionen sowie die Schadenfreude des Publikums wegstecken, was ihr aber ohne spürbare Nervosität gelingt. Kein schlechter Einstand. Zarah Umbeer übernimmt eine im Stück nicht namentlich aufgeführte Statistenrolle. Beim Einstudieren und Soufflieren steht der bewährten Gudrun Leonhardt in dieser Saison erstmals Birgit Kugele zur Seite. Für Bühnenmalerei und –aufbau zeichnen auch diesmal wieder Gerhard Kalmbach und Hans Volle verantwortlich.

Noch Karten

Wer Karten für die noch kommenden Aufführungen am Samstag 10. Januar, ab 20 Uhr, und Sonntag, 11. Januar, ab 16 Uhr möchte, kann sich unter Telefon 0163 /6 69 19 71 bei Lia Seibold melden. Samstags gibt’s eine Bar und sonntags zu den üblichen Speisen und Getränken zusätzlich noch Kaffee und Kuchen.