Martin Heinzmann (von links), Brunhilde Zapf, Stephan Maier und Oliver Broghammer bei der Spendenübergabe nach dem NFT-Pilotprojekt in Wolfach Foto: Lupfer

Insgesamt 10 000 Euro hat die Volksbank an drei soziale Einrichtungen der Region gespendet. Wer wie viel bekommt, entschieden die Teilnehmer der Soziallotterie Gewinnsparen in einem bundesweiten NFT-Pilotprojekt.

Spenden aus dem Gewinnsparen sind bei der Volksbank Mittlerer Schwarzwald nichts Neues. Wie die Reha-Klinik Katharinenhöhe Furtwangen, der Tierschutzverein Kinzigtal und den Haiti-Hilfsverein Pwojè men kontre aber zu ihrem Teil der Gesamtsumme kamen, war bundesweit bisher einmalig. Die Bank setzte auf den Einsatz sogenannter NFTs, um die Gewinnsparer abstimmen zu lassen. „Nicht wir haben entschieden, ‚Wer bekommt das Geld?’, wir haben unsere Mitglieder entscheiden lassen“, betonte Vorstandsvorsitzender Martin Heinzmann am Dienstag bei der Spendenübergabe am Bank-Hauptsitz in Wolfach.

 

„Wir waren deutschlandweit Pilot für das Ganze.“ Der Einsatz der NFT-Technik, den die Volksbank zusammen mit dem Genossenschaftsbank-Dienstleister DG Nexolution umsetzte, sollte der Volksbank und ihren Verbundpartnern Aufschluss geben, inwiefern sich mit diesem Instrument auch jüngere Zielgruppen ansprechen lassen.

Dabei macht sich das Interesse an technischen Innovationen bei der Volksbank ganz offensichtlich nicht am Alter allein fest: Eine 82-jährige Kundin sei von der Aktion und dem Besitz eines NFT so begeistert gewesen, dass sie sich dazu explizit zurückgemeldet habe. 4350 Gewinnspar-Kunden wurden angeschrieben und aufgefordert, per QR-Code abzustimmen, wer von den 10 000 Euro Spendensumme profitieren soll.

Im Gegenzug gab’s ein von Künstlicher Intelligenz generiertes digitales Bild, das die jeweilige Einrichtung repräsentiert. Mehr als zwölf Prozent der angeschriebenen Kunden machten mit – für die Fachleute ein positiver Wert, der die Erwartungen deutlich übertroffen habe. Die für Kryptowährungen genutzte Blockchain-Technologie, auf der die NFT-Technologie aufbaut, habe eine umfassende Evaluation des Pilotprojekts ermöglicht. So habe sich laut Volksbank ermitteln lassen, wie viele Kunden den QR-Code gescannt, wie viele für welchen Spendenzweck gestimmt und selbst wann sie abgestimmt haben. Abgebildet würden dabei aber keine weitergehenden persönlichen Daten, sondern lediglich die Adresse, über die ein NFT abgerufen wurde. Für Externe ließen sich die Kunden so nicht zuordnen. Für die Auswerter der Bank aber habe sich ablesen lassen, welcher Altersklasse die Kunden angehören und ob sie zusätzliche Gewinnspar- Lose erworben hätten.

Rund 60 Prozent der Befragten gaben ihre Stimme der Katharinenhöhe, so dass Geschäftsführer Stephan Maier sich am Dienstag über einen Betrag von 6000 Euro freuen durfte. „Wir sind stolz darauf, dass diese Spaltung bei uns gar nicht so deutlich wird“, sagte Maier. Arm, reich, rechts, links: „Krebs kann jeden treffen. Bei uns kommen sie zusammen – und kommen auch wirklich zusammen, sind eine Gemeinschaft.“

Weitere 3100 Euro gingen an den Tierschutzverein Kinzigtal, der das Geld für Kastrationen von Katzen einsetzen will. „Das hilft, das löst ein Problem“, sagte Vorsitzende Brunhilde Zapf. Jahr für Jahr sei die auf 28 Tiere ausgelegte Katzenstation des Vereins mit bis zu 50 Tieren komplett überfüllt. „Es wäre so einfach zu heben“: Die Kastration von Freigänger- Katzen würde ihre unkontrollierte Vermehrung stoppen.

An den in Wolfach ansässigen Haiti-Hilfsverein Pwojè men kontre, der am Dienstag nicht persönlich vertreten war, gehen die restlichen 900 Euro des Spendenprojekts.

NFT-Bedeutung

NFT steht für Non-Fungible Token (nicht-austauschbare Wertmarke). Sie weisen den Besitz eines digitalen Objekts, etwa Kunstwerken, nach.Tierschutzverein Kinzital Tierschutzverein Kinzigtal Haiti-Hills