Unter dem Motto „Tikko Tiger und die Tiere der Madame“ sorgte die Musical-AG des städtischen Gymnasiums Ettenheim an drei Abenden für Unterhaltung.
Eindrucksvolles Bühnenbild, tolle Kostüme, beeindruckende Choreographie, gesangliche wie schauspielerische Glanzpunkte: Das Musical „Tikko Tiger und die Tiere der Madame“, dargeboten von der Musical-AG der Klassenstufen fünf bis sieben am Städtischen Gymnasium, begeisterte an drei aufeinanderfolgenden Abenden die voll besetzte Mensa der Schule.
Bemerkenswert: Jede der Rollen war gleich doppelt besetzt und wechselte an den Aufführungsabenden. Und wer an „seinem“ Abend nicht auf der Bühne stand, der stellte sein gesangliches und choreographisches Talent an den anderen Abenden in den Dienst der „Kling Klongs“, den vor der Bühne platzierten Chören. Rundum bemerkenswert, was die Lehrkräfte Silke Hausmann und Franziska Kretschmer mit ihren Schülerinnen und Schülern da erarbeitet hatten.
Geldsüchtige Madame will Privatzoo
Inhaltlich ist die Geschichte schnell erzählt: Da gibt es die geltungssüchtige Madame, die sich nicht nur ihren Privatzoo mit allerhand Getier genehmigt (alles andere als artgerecht, versteht sich), sondern auch noch einen Butler der Extraklasse. „So einen hätte ich auch gerne“, verriet Schulleiterin Luisa Jautelat bei ihrer Laudatio am Ende des ersten Abends. Und dann gibt es eben Tikko, den großmäuligen Tiger, der die Warnung, dass Madame auf der Suche nach einem Tiger ist, in den Wind schlägt – genauer: sich im Schatten eines Baobabs zum Schlafen legt. Was soll einem Raubtier wie ihm schon passieren? Leichtes Spiel damit aber für Madame und Mortimer, den Butler. Ein Tiger in ihrem Privatzoo, da kann Madame ja angeben vor ihren Gästen. Neuer Gesprächsstoff ist Tikko auch für all die anderen Tiere, die sich inzwischen bei Madame offensichtlich eingelebt haben: die Frettchen, die Moskitos, der Marabu, der Bommler – und nicht zuletzt Papagei Pedro, dem die anderen Tiere wegen seiner Fähigkeit, die Sprache der Menschen zu kennen und zu nutzen, nicht gerade wohlgesonnen sind. Als Petzer und Schleimer ist das über allem thronende, toll gewandete bunte Federvieh verschrien. „Pof“ nennen sie ihn: Papagei ohne Freunde.
Schüler begeistern immer wieder mit Humor
Immer wieder gibt es in dieser herzerfrischenden Aufführung Grund zum Lachen. Wenn zum Beispiel eines der Tiere verrät, lieber weiterhin im Zoo der Madame zu bleiben, weil „Da draußen gibt es Klimawandel“ – und ein anderes genießt, dass es da immer Wasser zu trinken gibt, was in Savanne oder Wüste so selbstverständlich nicht ist. Oder wenn Tikko in doppeltem Wortsinn gefragt wird: „Warum bist du so kurz angebunden?“ Und was trägt da plötzlich die sonst durchgängig in schickes Schwarz gekleidete Madame? Ein Jäckchen mit trendigem Leopardenmuster! Angeblich von Tikkos frechem Raubtier-Vorgänger, dem Madame das Fell über die Ohren gezogen hat. So ganz mag das Getier der Madame nicht zu glauben: „Ist das von Prada, Escada oder C&A?“ lautet ihre fetzige Songfrage, sehr zur Erheiterung des Publikums. Herzerweichend dagegen die erzwungene Gefangenschaft des süßen, verwaisten Elefantenkinds Ella.
Fetziger Moskito-Song wird zum Ohrwurm
„Nichts wie raus hier“ – das ist das große Ziel von Ella und Tikko. Und siehe da: Madame lässt sich das Herz erweichen. „Wer gehen will, kann gehen. Wer bleiben will, darf bleiben.“ Hätten die jugendlichen Akteure auf der Bühne dieses Angebot im Laufe des Abends ihrem Publikum unterbreitet – niemand wäre wohl gegangen, alle wären geblieben.
Ein fetziger Moskito-Song, ein Ohrwurm und optischer Leckerbissen, am Ende der fünfviertelstündigen Aufführung – es war absehbar, dass sich das Publikum als Dreingabe den noch einmal anhören wollte. Die 36 Fünft- bis Siebtklässler und der ganze „Staff“ haben ihren Gästen einen schönen Abend beschert.
Die Arbeitsgemeinschaft
Seit Bestehen der Musical-AG führt die Gruppe jedes Jahr ein Theaterstück auf. Das erste wurde im Jahr 2016 unter dem Namen „Schach 2.0“ präsentiert. Laut Angaben des Gymnasiums stehen steht bei der AG das spielerische Entdecken im Vordergrund.