Alle Herrenteams der Lahrer sind zur Winterpause Spitzenreiter ihrer Ligen. Diese Konstellation ist für den Stadtteilklub einzigartig. Der Verein wäre bereit für die Bezirksliga, aber große Töne gibt es im Bürgerpark nicht. Bis zu 90 Spieler sind mit von der Partie.
Beim Blick in die Kreisliga C Staffel IV, die Kreisliga B Staffel VIII und die Kreisliga A Süd fällt eine Gemeinsamkeit sofort ins Auge: Ganz oben thront in jedem Fall der FV Dinglingen. Die Lahrer haben eine außergewöhnliche Hinrunde hinter sich – und das gleich in drei Ligen. „Den Fall, dass wir mit drei Mannschaften drei Mal auf Platz eins überwintern, hat es so bei uns noch nicht gegeben. Eine dritte Herrenmannschaft haben wir auch erst seit ungefähr drei Jahren am Start“, sagt Luke Schröder als Teil des Dinglinger Spielausschusses im Gespräch mit unserer Redaktion.
Die erste Mannschaft hat in diesem Jahr sogar noch die Chance, ihren Vorsprung auf den Zeller FV auszubauen. Am kommenden Sonntag steht das Nachholspiel gegen den SV Oberharmersbach an. Gegen den Tabellenzehnten sind die Dinglinger, wie so oft in dieser Saison, der Favorit. Bei einem Sieg hätten sie schon vier Punkte Vorsprung auf den ersten Verfolger.
Trotz des Erfolgslaufs werden die Ambitionen auf den Meistertitel allerdings noch bescheiden kommuniziert. „Für uns war im Sommer klar, dass wir oben mitspielen wollen. Aber ich habe die Erfahrung gemacht, dass man die besten Saisons dann spielt, wenn man sich nicht zu viel Stress mit hohen Erwartungen macht“, hält Schröder fest. Sollte es soweit kommen, dass Dinglingen in der kommenden Runde in der Bezirksliga antreten darf, wäre der Verein auf jeden Fall bereit. „Wir haben eine super Sportanlage und sind auch organisatorisch bereit für höherklassigen Fußball. Da sehe ich uns sogar besser aufgestellt, als so mancher Klub, der hier in der Region bereits in der Bezirksliga spielt“, betont Schröder.
Erfahrene Neuzugänge wurden wichtige Bausteine
Die Erfolgsformel in Dinglingen ist zum einen die hohe Anzahl an Spielern, auf die der Verein zurückgreifen kann. „Für unsere Weihnachtsfeier haben bereits 60 Leute zugesagt. In der Theorie, also wenn alle da sind, können wir auf 80 bis 90 Spieler bauen“, freut sich das Spielausschuss-Mitglied. Für einen reinen Fußballverein gehört der FVD mit 600 Mitgliedern zu einem der größten Klubs im Ortenaukreis. Und auch der Unterbau passt: Bis auf die A-Jugend, wo eine SG mit dem FV Sulz gebildet wird, haben die Dinglinger nur eigenständige Jugendmannschaften.
Ein weiterer Grund für die Erfolgswelle ist, dass die Mannschaft im Sommer zusammengehalten wurde und die Neuzugänge die nötige Erfahrung einbrachten. Andreas Grasmik und Wowa Schwabauer wurden wichtige Leitfiguren für die jungen Spieler. „Noch ein Grund für unseren Erfolg ist zudem, dass wir von größeren Verletzungen verschont geblieben sind. Das war in den Jahren zuvor, wo wir auch oben mitgespielt haben, durchaus anders. So ein Glück mit der Gesundheit ist unabdingbar“, unterstreicht Schröder.
Die Winterpause wird bei den Lahrern schon im Hintergrund geplant, aber erst, wenn auch das letzte Spiel des Jahres hinter dem Erfolgsteam liegt, wird es auch an die Details gehen. Dann wird für die Bezirksliga in der kommenden Runde viel geschwitzt werden.
Kreisliga A Süd Bilanz
Der FV Dinglingen hat in der Kreisliga A Süd als Spitzenreiter naturgemäß die beste Bilanz zur Winterpause vorzuweisen. Aber auch Aufsteiger TGB Lahr hat für Furore gesorgt. Das Team steht auf dem vierten Platz und hat noch Kontakt zu den Aufstiegsrängen. Ein Durchmarsch in die Bezirksliga ist also in der Nachbarschaft der Dinglinger möglich. Der SC Kuhbach-Reichenbach steht auf Platz neun derweil nicht so gut da, wie noch in den Vorjahren. Aufsteiger Kippenheim steckt im Abstiegskampf.