Die Heiligen Drei Könige haben dieses Jahr in Heiligenzimmern Verstärkung von drei Erwachsenen bekommen. Die Aushilfen sprangen gerne ein.
Im Sonntagsgottesdienst hatte Pfarrer Michael Storost die Sternsinger gesegnet, damit sie den Segen in die Häuser der Gemeinde bringen konnten. Sehr erstaunt war er, als drei gestandene Männer in den mittleren 50er-Jahren- neben den Kindern und Jugendlichen als die Heiligen Drei Könige verkleidet waren und ihren Dienst als Sternsinger antraten.
„So alte Sternsinger hatten wir noch nie“, sagte er erfreut über deren Engagement. Er wünschte allen drei Gruppen, dass sie offene Türen und offene Herzen bei ihrem Gang durch die Straßen finden würden. Denn die Sternsinger bringen nicht nur den Segen, sondern sammeln auch für Kinder in Notlagen auf der ganzen Welt.
Meist waren die Leute überrascht
In diesem Jahr steht die Aktion unter dem Motto „Schule statt Fabrik – Sternsingen gegen Kinderarbeit“. Mit dem gesammelten Geld setzen sich die Partnerorganisationen der Sternsinger in vielen Ländern dafür ein, Kinder aus Arbeit zu befreien und ihnen den Schulbesuch zu ermöglichen.
In der Regel sind die Sternsinger Kinder und Jugendliche. Da in diesem Jahr nur zwei Gruppen in diesem Alter gefunden wurden, fragte Stephanie Bisinger, die für diese Aktion Verantwortung übernommen hat, kurzerhand ihren Ehemann und zwei seiner Freunde, ob sie die Kinder unterstützen würden. „Wir haben spontan zugesagt“, erklärte Daniel Schrenk. „Wir waren selber früher als Sternsinger unterwegs und wollen nicht, dass diese Tradition ausstirbt. Traditionen sollten erhalten bleiben.“ Das mache ein Dorf auch aus. „Das ist eine gute Sache, für die wir an diesem Tag unterwegs sind“, erklärte Bernd Buk seine Motivation.
Gemütlicher Ausklang im Pfarrheim
Und so zogen die drei Erwachsenen in ihrem Bereich durch die Straßen und klingelten an den Häusern. Meist waren die Leute überrascht über den Besuch der „älteren“ Herren, hatten sie doch Kinder erwartet. Aber alle zeigten sich erfreut, über deren Aktion und spendeten kräftig. Zuvor hatten die drei ihr Lied gesungen „Wir kommen daher aus dem Morgenland“, wobei sich zeigte, dass ihre kräftigen Stimmen die Töne gut trafen.
Mit dem Segensspruch „Herr segne dieses Haus und alle, die da gehen ein und aus. Verleihe ihnen zu jederzeit, Friede, Frohsinn, Einigkeit“ verabschiedeten sie sich. Nachdem sie den Segensspruch an der Haustür mit Kreide erneuert hatten, machten sich die drei Weisen wieder auf den Weg.
Abends trafen sich die drei Gruppen zum gemütlichen Ausklang im Pfarrheim. „Wir hoffen, dass es nächstes Jahr wieder genügend Kinder gibt, die diese Aktion unterstützen und man uns nicht mehr braucht“, resümierte Reinhold Stifel. Vielleicht sind die Väter ja Vorbild für die Jugend, die sich dies zu Herzen nimmt.