Die Brüder Matteo Größer (von links), Santino Größer und Lucca Größer haben beim SV Rust noch viel vor. Foto: Lübke

Aufgrund des großen Altersunterschieds hat das Trio Lucca, Matteo und Santino Größer bis vor dieser Saison noch nicht zusammen im Verein gespielt. In Rust ist das anders.

Fußball ist häufig eine Familienangelegenheit. Ob Toni und Felix Kroos, Lars und Sven Bender, Yaya und Kolo Touré oder derzeit Kylian und Ethan Mbappé sowie Désiré und Guéla Doué: Viele Brüder-Duos haben schon den Weltfußball aufgemischt. Vor den Toren des Europa-Parks ist im „kleinen“ Fußball nun sogar ein Brüder-Trio zusammen am Ball. Seit dieser Saison sind Lucca, Matteo und Santino Größer beim SV Rust vereint.

 

Der 25-jährige Matteo war es, der in Rust begann, die Größer-Dynastie aufzubauen. Seit 2023 ist er im Verein und bekam in diesem Sommer Verstärkung aus der eigenen Familie. Der 29-jährige Lucca Größer kam vom FC Waldkirch und ist in Rust Spielertrainer und Santino Größer, erst 19 Jahre jung, verließ den SV Niederschopfheim, um sich den Europa-Park-Kickern in der Bezirksliga anzuschließen.

„Wir haben im Urlaub schon immer zusammen Fußball gespielt. Jetzt ist es aber das erste Mal, dass wir auch im Verein zusammen kicken. Aufgrund des großen Altersunterschieds hat sich das bisher nicht ergeben und wir haben auch nicht damit gerechnet. Es ist ein Traum, dass es jetzt soweit ist“, erzählt Lucca Größer im Gespräch mit unserer Redaktion.

Santino Größer war in der Jugend beim SC Kuhbach-Reichenbach, dem Offenburger FV und dem Kehler FV. Dann sammelte er beim SV Niederschopfheim schon ein Jahr in der Herrenmannschaft in der Landesliga Erfahrung. Matteo Größer war in der Hohberger A-Jugend und stieg mit den SVN-Herren 2019/2020 in die Landesliga auf. Lucca Größer verbrachte seine Jugendzeit beim OFV, war dann beim SV Oberachern, dem SC Lahr und zuletzt dann beim FC Waldkirch.

Keine Befangenheit in der Trainerrolle

Gebürtig kommen alle drei aus dem Seelbacher Ortsteil Wittelbach. Ihr Vater war Trainer beim FSV Seelbach, wo Santino unter ihm auch mal spielte. „Für ihn war es mit drei Jungs bei unterschiedlichen Vereinen immer ein großer Akt. Er hat auch mal nur eine Halbzeit lang zugeschaut und ist dann in der Pause zum nächsten Platz gefahren, um den nächsten Sohn spielen zu sehen“, erinnert sich Matteo Größer. Die Leidenschaft für den Fußball wurde vom Vater an die Söhne weitergegeben. „Mit unserem Vater wird viel Fußball analysiert und diskutiert. Für mich hat sich da auch schon früh gezeigt, dass mein Bruder mal Trainer wird“, erinnert sich Matteo Größer.

Der SV Rust (in Blau) hat, hier sinnbildlich gegen den FV Sulz, in der Bezirksliga in dieser Saison schon so manche Hürde erfolgreich genommen. Der Aufstieg ist drin Foto: Künstle

Dass Lucca Größer nun beim SV Rust seine beiden Brüder trainiert, ist eine besondere Situation. „Natürlich kann es da schnell heißen, dass man doch befangen in seinem Urteil ist. Aber meine beiden Brüder machen es mir mit ihrer Leistung als Trainer einfach. Sie haben eine unfassbare Qualität. Santino ist ein großes Talent und Matteo war schon eine Liga höher am Ball. Deshalb spielen sie – und nicht, weil wir verwandt sind“, betont Lucca Größer. „Trainer zu sein, macht viel Spaß. Ich hätte nicht erwartet, dass ich diese Position schon so früh mal haben werde. Ich kann mir gut vorstellen, dass auch nach meiner aktiven Zeit weiter zu verfolgen“, ergänzt er.

Als Innenverteidiger (Matteo), Mittelfeldspieler (Lucca) und Stürmer (Santino) könnte das Größer-Trio eine Achse beim SVR bilden – was bislang auf dem Platz aber noch nicht der Fall war. „Bis jetzt haben wir noch gar nicht in einem Spiel alle drei zusammen mitgekickt. Das ist schon noch ein Wunsch, den wir uns erfüllen wollen“, betont Trainer Größer.

Unterschiedliche sportliche Idole

Die Unterschiede der drei zeigen sich nicht nur in den Positionen auf dem Feld, sondern auch beim Blick auf die sportlichen Vorbilder. „Ronaldinho, Philippe Coutinho oder José Jurado sind oder waren geile Kicker“, sagt Lucca Größer. Matteo Größer ist bei der Frage nach dem besten Fußballer im Team Messi – Santino Größer hingegen im Team Christiano Ronaldo. Was sie eint, ist der Lieblingsverein. Das ist Schalke. „Wir haben die Königsblauen gegen Kiel zuletzt sogar im Stadion gesehen. 2012 hat mich das Team mit Klaas-Jan Huntelaar und Jefferson Farfán voll gepackt. Dann bin ich ein Fan geblieben“, erzählt Matteo Größer. Lucca Größer wurde schon in seiner frühen Kindheit von den Schalkern begeistert. „Auslöser war damals ein 5:2-Sieg von Königsblau gegen die Bayern“, erinnert er sich. Santinos Fanherz schlägt nicht ganz so schnell für Schalke. „Ich bin Sympathisant“, hält er fest.

Alle drei Brüder verbringen nicht nur auf dem Fußballplatz viel Zeit zusammen. „Wir haben auch eine Leidenschaft für alle Ballsportarten. Im Urlaub haben wir zum Beispiel auch viel Basketball gespielt“, sagt Lucca Größer.

Ein Traum hat sich das Trio nun bereits erfüllt, denn sie spielen zusammen in einem Verein. Als nächstes steht der Wunsch an, auch in einem Pflichtspiel zusammen auf dem Platz zu stehen. Ein weiterer Wunsch ist es, den Vitrinenschrank zu füllen. „Ich habe bislang noch keinen Pokal gewonnen. Nun stehen wir auf Bezirksebene bereits im Halbfinale. Da wäre der Pott doch was“, sagt Coach Größer. Dafür baut er insbesondere auf das Können von Santino, denn die anderen beiden Brüder sind sich einig: „Er ist der beste Kicker von uns drein. Er kann alles was wir können und ist noch ein paar Zentimeter größer.“

Außerhalb des Platzes
Lucca, Matteo und Santino Größer lieben zwar den Fußball, ihr Geld verdienen sie damit in der Bezirksliga aber natürlich nicht. Der 19-jährige Santino Größer ist Pädagogischer Assistent an der Gutenbergschule in Lahr. Der 25-jährige Matteo Größer studiert BWL und ist Werkstudent im Personalbüro von Grohe. Der 29-jährige Lucca Größer studiert auf Lehramt die Fächer Sport und Biologie in Freiburg.