Seit zwölf Jahren ist das Dorfcafé Gütenbachs Herzstück. Nun hört die Vorstandschaft im November auf. Die Suche nach einer neuen Leitung ist schwierig – doch die Hoffnung bleibt.
Im Dorfcafé von Gütenbach wird nicht nur Kuchen und Kaffee ausgegeben, hier wird Gemeinschaft gelebt. Seit mehr als zwölf Jahren ist das Dorfcafé fester Bestandteil von Gütenbach – ein Ort für Vereinstreffen, Gespräche und Feste. Das Café ist von großer Bedeutung. „Es ist der einzige Treffpunkt, den es gibt“, erzählt Vorstandsvorsitzende Ulrike Fischer.
Um das Café überhaupt betreiben zu können, gründete Fischer gemeinsam mit Freundinnen den Verein „Begegnungsstätte“. Eine andere Möglichkeit habe es damals nicht gegeben. „Es hat uns nicht gefallen, dass wir es nicht als normales Geschäft führen konnten“, sagt sie rückblickend. Stattdessen läuft alles auf gemeinnütziger Basis – vom Sonntagsdienst bis zum selbst gebackenen Kuchen.
Die Frauen, die sich seit zwölf Jahren um den Betrieb kümmern, sind alle inzwischen um die 70 Jahre alt. Seit November 2024 sucht die Vorstandschaft deshalb händeringend nach Nachfolger. Bei der Generalversammlung kündigten sie damals an, das Café noch zwei weitere Jahre weiterzuführen, in der Hoffnung das sich in der Zeit jemand Neues findet.
Daraufhin folgten prompt etliche Hilfsangebote aus der Bevölkerung, berichtet Fischer. Viele Frauen haben sich bereit erklärt auszuhelfen, doch die Vorstandsvorsitzende betont, dass es eingearbeitete Leute brauche, da der Andrang stets sehr groß sei. „Man muss es mit Leidenschaft tun und es wollen“ , fügt sie hinzu. Sonntagsdienst, Backen, Organisation – der Aufwand ist groß. „Keiner will sich mehr richtig binden“, sagt sie offen.
Besonderheit des Dorfcafés
Für Gütenbach wäre eine Schließung fatal. Es gibt keine Läden mehr im Ort, das Dorfcafé ist das Herz der Gemeinde. Sämtliche Vereine halten hier ihre Treffen ab, Veranstaltungen und Versammlungen finden regelmäßig statt. Auch Bürgermeisterin Lisa Hengstler hebt die Bedeutung des Cafés hervor. „Für uns ist es Dreh- und Angelpunkt.“
Die Sorgen um das Dorfcafé sind in der Gemeinde präsent. Viele Bürger haben Hengstler angesprochen und wollten sich erkundigen, wie es mit dem Dorfcafé weitergeht. Bis Ende November bleibt die bisherige Vorstandschaft im Amt. Drei bis vier Frauen bringen sich bereits aktiv ein und wollen weitermachen – doch neue Vorstandssitzende werden dringend gesucht.
Schwerer Abschied
Der Abschied wird ihnen schwer fallen, sagt Fischer. „Wir haben das mit Herzblut gemacht.“ Besonders die geselligen Stunden und das Kuchenbacken hätten ihr immer Freude bereitet.
Für sie waren die Fasnetstage im Café mit am schönsten. „Am Fasnetsfridig ist immer viel Stimmung.“ Und auch der allererste Öffnungstag wird ihnen immer in Erinnerung bleiben. „Es war ein wüster Wintertag, wir sind drinnen rumgeschossen und Eine hat noch die Torte fallen gelassen vor dem Haus“, blickt sie lachend zurück.
Trotz aller Herausforderungen bleibt Fischer optimistisch. „Wir haben eine gute Bürgermeisterin, die sich dahinter klemmt. Es wird auf jeden Fall weitergehen.“