Eine unglaubliche Stimmung brachten die Musiker aus der Steiermark in die Vöhringer Halle. Foto: Schwind

Einer ersten Bewährungsprobe zur Statik wurde die neue Tonauhalle in Vöhringen am Samstagabend beim "Halli Galli" Event des Musikvereins Vöhringen anlässlich seines 100. Geburtstages ausgesetzt.

Vöhringen - Die Halle zum Beben brachten die Vorgruppe aus Hochmössingen "Audio", der Hauptact mit der österreichischen Coverband aus der Südoststeiermark, die "Draufgänger", und ab Mitternacht der Late-Night-Act mit DJ Halbsteiv aus Sachsen.

Mit diesem Abend ist dem Musikverein gelungen, ein weiteres großes Puzzleteil ins Gesamtwerk "100 Jahre Harmonie Vöhringen" einzufügen. Knapp 1000 begeisterte Besucher feierten bei einer ausgelassenen Stimmung.

Mix aus Schlager, Volksmusik, Rock und Pop

Bereits die regionale Zwei-Mann-Vorband "Audio" heizte die Stimmung ordentlich an. Und dann standen die Draufgänger auf der Bühne. Seit Jahren bringen sie nun schon die Festzelte und Festhallen zum Beben. Zu ihrem Erfolgsrezept gehört ein Musikstil-Mix aus Schlager, Volksmusik, Rock und Pop.

In der im Jahr 2001 als Jugendband gegründeten "Draufgänger" waren die Mitglieder gerade erst neun bis elf Jahre alt. Es war also eine echte Kinderband, von der wohl kaum jemand erwartet hat, dass sie zwanzig Jahre halten würde. Zunächst waren "Die Draufgänger" eine reine Coverband und traten mit bekannten Liedern anderer Interpreten auf.

Musiker landen mehrere Hits

Um den Spaßfaktor zu erhöhen, wurden im Laufe der Zeit allerdings Parodien daraus. Erst 2005 veröffentlichten "Die Draufgänger" ihr erstes Album mit dem Titel "Jung. Frech. Steirisch." Auf diesen drei Worten gründet auch heute noch ihr Erfolg, weil sie ihr freches und natürliches draufgängerisches Image erhalten haben. Bereits 2007 landete die Band im Finale beim Grand Prix der Volksmusik.

Richtig ab ging es allerdings für die Draufgänger erst in den vergangenen Jahren. Mit ihrem Hit "Die Hektar hat" setzten die Musiker ein erstes Ausrufezeichen. Wenig später entstand aus der Feder der Gruppe der ultimative Wiesn-Hit "Cordula Grün", dessen offizielle Version auf YouTube fast 20 Millionen Mal aufgerufen wurde.

Gästeschar absolut textsicher

Von der ersten Minute an sorgte die Band in Vöhringen für eine tolle Stimmung und nahm die meist in Tracht gekleideten textsicheren Besucher mit auf eine Reise in die Welt aus Rock, Pop und Volksmusik. Angefangen von gecoverten Songs wie "Looking for Freibier" oder "Summer of 69" entlockten die Musiker gekonnt die Töne auf ihren Musikinstrumenten.

Die Konzertbesucher mussten lange warten, aber dann kam sie, die "Cordula Grün", und machte die Band fast überflüssig, da die ausgelassene Gästeschar recht textsicher die Strophen alleine schmetterte.

Die Band bediente sich mit "Hulapalu" auch an Songs ihres Landsmanns Andreas Gabalier. Und auch der Neue-Deutsche-Welle-Klassiker "99 Luftballons" von Nena war zu hören.

Erinnerung an den Abend

Die Band zeigte sich in der neuen Tonauhalle von ihrer besten Seite und hatte selbst einen "Mordsspaß", nicht zuletzt, weil das Publikum in Vöhringen von der ersten Minute an voll mitging. Eine schöne Erinnerung an diesen Abend nahm die siebenjährige Solena aus Bergfelden mit einem grünen Draufgängerhut, den sie von der Band geschenkt bekam, mit nach Hause.

Albert Mario Lampel, Leadsänger und Gitarrist der Partyband, der vielseitige Robert Wolf mit seiner grünen Posaune, der auch Alphorn, E-Bass und Keyboard kann, Schlagzeuger Rene Wohlgemuth, Leadsängerin Chiara Prossinger mit Steirischer Harmonika, Gitarre, Klavier und Schlagzeug und schließlich Rudi Haberl (Gesang, Steirische Harmonika, Gitarre, Klavier, Schlagzeug) hatten das Publikum voll im Griff und demonstrierten auch ihre Nähe zu den Fans, indem sie sich immer wieder unter sie mischten, um Selfies zu machen oder Autogramme zu geben. Immer wieder gab es eine Stimmungsprobe: "Vöhringen, wo seid ihr?".

Nach drei Stunden Powermusik mit einer kleinen Unterbrechung verabschiedeten sich die Österreicher von den Gästen. Wer jetzt immer noch nicht genug hatte, war beim Solo-Projekt von Marcus alias Halbsteiv bestens aufgehoben. Der Künstler legte bereits vor 20 Jahren, damals allerdings noch Vinyls auf den Plattentellern auf.