Eigentlich hat der VfL Nagold gegen den SV Zimmern alles im Griff. Was fehlt, ist lediglich ein Tor. Doch dann kommt die verhängnisvolle letzte Minute des Spiels.
Welch ein bitterer Moment in der Schlussminute! Da hatte der VfL Nagold gegen den SV Zimmern alles im Griff, alle warteten auf den Lucky Punch – und dann bekommt er so ein Tor. Wie gegen Ergenzingen lief es für den VfL nicht nach Wunsch.
Der SV Zimmern hatte sich in den letzten vier, fünf Minuten nochmals nach vorne gewagt, einen Freistoß und einen Eckball gezogen.
Dann köpfte Marc Rück eine Hereingabe aus der Gefahrenzone, das Leder kam zum frei stehenden Colin Zimmerer, und der Einwechselspieler traf mit einem abgefälschten Schuss zum 2:1 für den SV Zimmern ins Netz. Pech! Das war kaum zu verteidigen. „Nein“, widersprach Marcel Schuon,“ das war ein Fehler von uns.“
Frühe Führung für Zimmern
Die Gäste waren besser ins Spiel gekommen, nutzten den ersten Torschuss zum Führungstreffer durch Tim Heinzelmann (15.). In der Folge bastelten beide Trainer an ihrern taktischen Vorgaben, wobei Marcel Schuon mit seinem Kommand: „Wir pressen höher!“ die richtige Entscheidung traf.
Der VfL Nagold kommt auf
Der VfL wurde sichtbar besser, in der 23. Minute fand eine Pana-Flanke keinen Abnehmer, dann strich ein Kopfball von Jonny Rothfuß – er war für Ruben Cinar in die Startelf gerückt – am Tor vorbei.
Jan Beifuß gleicht aus
Nach der zweiten Ecke war Jan Beifuß mit dem Kopf zum 1:1-Ausgleich zur Stelle. Der Pausenstand war hochverdient, im zweiten Abschnitt hatte der SV Zimmern bis auf einen Pfostenschuss kaum noch etwas zu bieten.
Anders der VfL. „Es war nicht unbedingt zwingend, aber da darf man mal einen machen“, so der VfL-Coach zu verpassten Möglichkeiten von Jonny Rothfuß (62.) und Matthias Rauser (63.).
Der Pfosten hier – das Siegtor da
Der für Panagiotis Karypidis eingewechselte Niklas Watzl sorgte über links für neue Impulse und traf aus spitzem Winkel den Pfosten (72.). Nochmals Watzl nach Fleischle-Steckpass (83.) – die Nagolder Führung war gefühlt „überfällig“. Aber Fußball kann ein grausames Spiel sein, denn in der Schlussminute gelang dem Gegner der Siegtreffer.
Das sagt Marcel Schuon
Marcel Schuon (VfL Nagold): „Ich fand, dass es nur der Tabelle nach ein Topspiel war. Wir sind schwer reingekommen, haben dann etwas umgestellt und sind durch einen individuellen Fehler in Rückstand geraten. Nach dem Ausgleich hatten wir das Spiel bis auf ein paar Minuten nach Wiederbeginn im Griff, vom Gefühl her war ich mir sicher, dass wir das Ding nach Hause bringen.“
Das sagt Marc Genter
Marc Genter (SV Zimmern): „Ich muss meiner Mannschaft zu diesem Erfolg gratulieren, auch wenn wir nach der Führung aufgehört haben, Fußball zu spielen. Unter dem Strich ein glücklicher Sieg, aber wir konnten von außen Qualität ins Spiel bringen. Wir haben gewusst, was uns in Nagold erwartet, aber klar: Wir werden für die nächsten Aufgaben zulegen müssen. Super, dass der Junge den Mut hatte, in dieser Situation draufzuhalten.“
VfL Nagold – SV Zimmern 1:2 (1:1)
VfL Nagold: Mario Bozic (Tor) – Perparim Halimi (76. Frederic Fleischle), Marius Hogg, Marc Rück, Elias Bürkle, Jonny Rothfuß (80. Tom Gutekunst), Burak Tastan, Johannes Fleischle, Jan Beifuß, Panagiotis Karygidis (67. Niklas Watzl).
SV Zimmern: Silas Thieringer (Tor) – Marius Helmke (54. Samuel Spada), Stefan Mutapcic (78. Gabriel Pavic), Leon Benz, Jannik Thieringer, Maksym Tkach, Daniel Thieringer (82. Colin Zimmerer), Deniz Damir, Leon Kücking, Nino Schrankenmüller, Tim Heinzelmann (67. Jason Davitian).
Tore: 0:1 Tim Heinzelmann (15.), 1:1 Jan Beifuß (39.), 1:2 Colin Zimmerer (89.).
Schiedsrichter: Aurel Peythieu (Derendingen) – Marcel Eyth, Paul Storek.
Zuschauer: 180.