Blühende Streuobstwiesen in Dotternhausen: Auch die beiden Jungs haben sichtlich ihre Freude daran.Foto: Schatz Foto: Schwarzwälder Bote

Natur: Erstmals "Tag der Streuobstwiese" ausgerufen / Aktionen finden online statt

Die Liebe zu Obstbäumen ist ungebrochen – erstmals wird für diesen Freitag der "Tag der Streuobstwiese" ausgerufen, und deren Vielfalt steht im Mittelpunkt vieler Aktivitäten. Angebote gibt es wegen der Pandemie nur virtuell.

Zollernalbkreis. Wer liebt sie nicht, die schönen Obstbäume mit ihren riesigen Kronen, die im Frühjahr mit einem unendlichen Blütenmeer verwöhnen? Sie sind eine Augenweide – und obendrein ein wertvoller Lebensraum für viele Tiere.

Mit vielfältigen Aktionen in ganz Europa soll die Bedeutung von Streuobstwiesen für die Gesellschaft und für die Tier- und Pflanzenwelt hervorgehoben werden. Auf Initiative der Arge Streuobst und des Umweltdachverbands aus Österreich ist der letzte Freitag im April zum Internationalen Tag der Streuobstwiesen erklärt worden.

"Der Aktionstag konzentriert sich aufgrund der Coronapandemie aber auf Online-Aktionen", so Maria Schropp, die Vorsitzende des Vereins Schwäbisches Streuobstparadies: "Wir informieren an diesem Tag per Instagram und Facebook über das Streuobstparadies." Geboten werden Informationen sowie Daten und Zahlen rund um die Streuobstwiesen in Baden-Württemberg.

Wanderbuch wird verlost

Ebenfalls über Instagram und Facebook finde eine Verlosung des Buchs "Erlebniswandern im Streuobstparadies" von Dieter Buck statt, verrät Maria Schropp. 30 genussvolle Wandertouren entlang des Albtraufs laden ein, das Streuobstparadies zu erkunden. Interessierte können durch die Beantwortung der Frage "Warum lieben Sie die Streuobstwiesen?" am Gewinnspiel teilnehmen.

Um diese Jahreszeit stehen in vielen bedeutsamen Streuobst-Regionen Europas wie in der Bretagne und Normandie, in Luxemburg und in Schwaben, in der Schweiz, Österreich und in Slowenien die Obstbäume in voller Blüte. Nicht nur Naturschutzverbände, auch Kindergärten und Schulen, Keltereien und Wanderregionen sollen diesen Tag nutzen, um auf Streuobstwiesen als Ort der Biodiversität, der Obstvielfalt, der Erwerbsgrundlage, des Genusses und der Erholung hinzuweisen.

Im Gegensatz zu Monokulturen vereinen Streuobstwiesen sowohl artenreiches Grünland als auch naturnahe Obstbaumplantage auf einer Fläche und bieten damit eine Vielzahl ökologischer Nischen auf kleinem Raum an.

Auch wenn die wirtschaftliche Bedeutung eine kleinere Rolle spielt – für die Natur sind Streuobstwiesen in der weithin überformten Nutzlandschaft von unschätzbarem Wert.

Wie wichtig die jetzt im Frühling schön blühenden Oasen für die Natur sind, belegen die Zahlen der Verbände: Allein in hochstämmigen Streuobstwiesen in Deutschland gibt es dem Nabu-Bundesfachausschuss Streuobst zufolge weit mehr als 5000 Tier-, Pflanzen- und Pilzarten sowie rund 6000 Obstsorten. "Das Streuobstparadies vor unserer Haustür ist also nicht nur Genuss und Erlebnis für Jedermann, sondern auch eine wichtige Aufgabe. Wir freuen uns über jede Aktion, die für das öffentliche Interesse an den Streuobstwiesen sorgt und den Blick auf diesen einmaligen, wertvollen und gefährdeten Landschaftsraum richtet", sagen Maria Schropp und Co-Geschäftsführerin Lena Schlotterbeck des Schwäbischen Streuobstparadieses.

Auch der Zollernalb-Obst- und Gartenfachberater Markus Zehnder hält den europaweiten Tag der Streuobstwiesen für sinnvoll, um auf die Streuobstwiesen, deren Wertigkeit für Mensch und Natur sowie auf die vielen engagierten Menschen hinzuweisen, die sich für deren Erhalt einsetzen, aber auch auf Gefährdungen wie mangelnde Wirtschaftlichkeit, Mistelbefall und Rodungen.

"Jeder kann zum Erhalt von Streuobstwiesen beitragen und sich gleichzeitig einen besonderen Genuss gönnen: Wer Produkte wie Saft, Marmelade oder Mus kauft, die aus Streuobst hergestellt sind, oder Streuobst selbst verarbeitet, hat schon etwas für den Erhalt der Artenvielfalt getan", sagt Zehnder.

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