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Dotternhausen Trockenheit: Holcim bezieht Wasser von Stadtwerken

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Rund 1000 Kubikmeter Wasser werden im Zementwerk pro Tag gebraucht. Weil aus der Schlichemtalsperre derzeit kein Wasser entnommen werden kann, wird das Brauchwasser von der Hohenberggruppe und den Balinger Stadtwerken zugekauft. Foto: Holcim

Dotternhausen - Aufgrund des niedrigen Wasserstands im Stausee Schömberg bezieht das Holcim-Zementwerk derzeit große Mengen an Wasser von der Hohenberg-Gruppe und den Balinger Stadtwerken. Feuerwehren haben beim Transport kurzfristig ausgeholfen.

Der Schömberger Stausee ist zwar ein beliebtes Ausflugsziel, gebaut worden ist die Schlichemtalsperre von Rudolf Rohrbach 1940 bis 1944 aber für einen ganz anderen Zweck, teilt Holcim mit: Das Zementwerk braucht und nutzt das Wasser als Kühlwasser für die thermische Aufbereitungsanlage für Ölschiefer und den Klinkerproduktionsprozess.

Aufgrund des außergewöhnlich trockenen Sommers sei der Wasserstand am Stausee niedriger denn je. Werksleiter Dieter Schillo: "Angesichts des niedrigen Pegelstands haben wir bereits am Dienstag, 16. Oktober, die Wasserentnahme reduziert und Wasser zugekauft. Seit Freitag, 19. Oktober, entnehmen wir kein Stausee-Wasser mehr."

Rund 1000 Kubikmeter Wasser pro Tag benötigt

Weil aber die Zementproduktion rund um die Uhr weiterlaufe, auch am Wochenende, benötige das Zementwerk rund 1000 Kubikmeter Wasser pro Tag. Normalerweise werde das Stauseewasser in den Hochbehälter am Schömberger Palmbühl/Kapf gepumpt, von wo aus das Wasser ins Zementwerk geleitet wird. Dieter Schillo erklärt: "Dort speist uns jetzt aktuell die Hohenberg-Wassergruppe ein. Da diese Wassermenge aber nicht den kompletten Bedarf deckt, beziehen wir seit Freitag zusätzlich Wasser von den Stadtwerken Balingen, das mit drei Traktoren mit Wassertanks ins Werk gefahren wird."

Wie Schillo weiter ausführt, habe in den vergangenen Tagen zunächst eine Transport- und Lieferkette aufgestellt werden müssen. Am Samstag und Sonntag hätten die Feuerwehren aus Hechingen und Balingen mit je einem Fahrzeug auf die Schnelle den Wassertransport von den Stadtwerken ins Zementwerk gesichert. Schillo: "Für diese kurzfristige Unterstützung sind wir sehr dankbar. Natürlich wird jedes Fahrzeug und jede Mannstunde von uns bezahlt." Seit Montag werde das Wasser aus Balingen von drei Traktoren mit Wassertanks ins Zementwerk transportiert. So hoffen derzeit nicht nur Landwirte und Gartenbesitzer auf anhaltenden Regen, sondern auch Schillo: "So eine Situation hatten wir noch nie – zumindest kann sich keiner der Kollegen an so etwas erinnern."

Auch Jürgen Luppold, Sprecher der Balinger Stadtverwaltung, betont, dass es für Holcim keine Sonderregelung gebe. Das Wasser und der Feuerwehreinsatz würden "ganz normal abgerechnet, wie bei jedem anderen auch". Von einem Druckabfall im Leitungsnetz während der Entnahme sei nichts bekannt.

Die Bürgerinitiative Pro Plettenberg beobachtet die Aktion hingegen kritisch. Wie Gründungsmitglied Thorsten Wettki berichtet, habe er allein zwischen 9.50 und 10.30 Uhr am Sonntag drei Tanklastwagen registriert, die ins Werk ein- und ausgefahren seien. Das Wasser sei bei den Balinger Stadtwerken und beim Balinger Feuerwehrhaus entnommen worden. Nach seinen Ausführungen ist der Wasserdruck während der Entnahme – etwa im Endinger Wassernetz – abgesunken, die Durchflussmenge habe sich reduziert. Die BI, so Wettki, könne nicht nachvollziehen, warum man einem privaten Unternehmen soviel Trinkwasser zukommen lasse, wenn gleichzeitig "der normale Bürger" vom Landratsamt dazu aufgerufen werde, aufgrund der kritischen Wasserstände kein Wasser mehr aus Gewässern zu entnehmen.

Wie Stauwärter Wolfgang Strobel von der Schlichemtalsperre erklärte, könnte Holcim auch beim derzeitigen Pegelstand noch Wasser entnehmen. Eine Wasserentnahme sei bis zum Pegelstand 637,20 Meter über Meereshöhe noch möglich, derzeit liege der Stand bei 637,38 Meter.

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