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Dotternhausen Scherer: "Wir wollten keine NUZ-Liste"

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Karl Haller Foto: Schwarzwälder Bote

"Wir wollen mit unserer Liste ein breites Spektrum abdecken", sagt Otto Scherer, der für den Wahlvorschlag "Bürger für Bürger" für den Dotternhausener Gemeinderat kandidiert. Weil man die Gesamtentwicklung der Gemeinde im Blick habe, "wollten wir bewusst keine NUZ-Liste gründen".

Dotternhausen. Scherer (71), langjähriger Hauptamtsleiter der Gemeinde und Aktivist beim Verein Natur- und Umweltschutz Zollernalb (NUZ), sagt, viele Dotternhausener hätten ihn auf eine Kandidatur angesprochen, weil sie mit der Gemeindepolitik der vergangenen Jahre nicht einverstanden seien: "So kann es nicht weitergehen", habe er mehrfach gehört. Scherer: "Da rumort es."

Eigentlich sei es ein "ungeschriebenes Gesetz", dass jemand, der zuvor für die Gemeinde gearbeitet habe, nicht für den Gemeinderat kandidieren soll, aber: "Mir liegt die Gemeinde am Herzen. Ich fühle mich mit Dotternhausen verbunden, vielleicht mehr als die Bürgermeisterin und die amtierenden Räte."

Die Liste, die einen breiten Querschnitt an Kandidaten aufweise, darunter auch den langjährigen Gemeinderat Hugo Uttenweiler und den Unternehmer und Vereinsvertreter Wolfgang Wochner setze sich für mehr Bürgernähe und Transparenz ein. Ihnen allen liege auch die Weiterentwicklung der Gemeinde am Herzen. Stichworte seien die Gemeindefinanzen sowie die Schaffung von neuen Bau- und Gewerbeflächen im Innen- und Außenbereich.

Und dann ist da natürlich das Zementwerk mit dem Abbau auf dem Plettenberg und den Schadstoffemissionen, die einigen der Listen-Kandidaten am Herzen liegen: "Aber es geht bei uns nicht nur um Holcim", bekräftigt Scherer. Deshalb habe man bewusst darauf verzichtet, eine reine NUZ-Liste aufzustellen.

Viel wichtiger ist für Scherer, dass den Dotternhausener Bürgern mit nun drei Listen und 27 Kandidaten, die sich um die zehn zu vergebenden Sitze im Gemeinderat bewerben, "die Möglichkeit gegeben wird, demokratisch zu wählen". Scherer: "Das ist gelebte Demokratie. Dotternhausen sticht da im Vergleich zu anderen Kommunen deutlich heraus."

Ein wichtiges Anliegen des Wahlvorschlags "Bürger für Bürger" sei es zudem, sich dafür einzusetzen, die Einigkeit in der Gemeinde wieder zu erreichen und die Spaltung, die sich wegen der Auseinandersetzung um Holcim ergeben habe, wieder zu beheben.

Ähnlich äußert sich Karl Haller, der 30 Jahre lang im Gemeinderat war und 2016 seinen Rücktritt aus dem Gremium erklärt hatte, nachdem dieses für einen Bürgerentscheid in Sachen "Maximalgrenzen für die Plettenberg-Süderweiterung" plädiert hatte.

"Ich habe immer mit Herzblut Gemeindepolitik betrieben", erklärt Haller, und er sei auch nach seinem Rücktritt "gedanklich immer dabei gewesen". Wichtig für ihn ist, dass in Dotternhausen wieder ein Dialog zwischen den Lagern stattfinde und "alle miteinander reden, egal, welche Meinung sie haben. Das Schubladen-Denken muss aufhören". Dabei, betont er, gehe es nicht nur um Holcim: "Es gibt viele Aufgaben, die abgearbeitet werden müssen. Vieles ist in der Vergangenheit nicht angegangen worden."

Auch Günter Schäfer, 67, der mehr als 30 Jahre im Vorstand des Dotternhausener Albvereins aktiv war, stellt sich zur Wahl aus "klaren Beweggründen", wie er betont. Seit fünf Jahren versuche man, in der Gemeinde bestimmte Dinge zu beeinflussen: "Dabei sind wir immer auf Hürden gestoßen. Es hat keine Offenheit gegeben." Das Wort des Bürgers habe nicht ausreichend Gehör gefunden. "Man hat uns ins Leere laufen lassen."

Schäfer: "Das muss anders werden, das wollen wir jetzt ändern. Ein ›Weiter so‹ darf es nicht geben." Aber auch er betont, dass es nicht nur um Holcim gehe, sondern um die Gemeindepolitik ganz allgemein. Eine Kandidatur bei der Kommunalwahl sei daher die letzte Konsequenz, "um etwas bewegen zu können".

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