BETRIFFT: Absage von Ministerpräsident Kretschmann

Studien machen deutlich, dass Menschen in schadstoffbelasteten Regionen signifikant schwerer an Corona erkranken als in Reinluftregionen. Standorte der Zementindustrie mit Müllverbrennung mit unzureichender Schadstofffiltertechnik sind für die Bürger eine gesundheitliche Belastung. Auf dieses Problem hat vor 20 Jahren der gegenwärtige Ministerpräsident Winfried Kretschmann als Abgeordneter die Landesregierung hingewiesen.

Eine Verbesserung der Schadstoffsituation hat die heutige Landesregierung gegenüber der Zementindustrie nicht durchsetzen können. Zahlreiche Bürger aus Balingen, Hechingen, Hausen am Tann, Ratshausen, Dotternhausen und Schömberg haben Herrn Kretschmann vor mehreren Monaten auf die Probleme hingewiesen, und ihn mit Umweltminister Franz Untersteller und Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut zum Bürger-Dialog nach Dotternhausen eingeladen.

Nun hat er mitteilen lassen, dass es ihm aufgrund seiner vielfältigen Aufgaben nicht möglich ist, zum Dialog zu kommen. Das Thema "Schadstoffe und Zementindustrie" sei ans zuständige Ministerium delegiert worden. Ungelöste Probleme, die seit Jahren die Bürger der Region gesundheitlich belasten, haben bei den Politikern keine Priorität. In einer Regierungserklärung ging Herr Kretschmann kürzlich auf das Grundgesetz ein. Zitat: "Das Recht auf körperliche Unversehrtheit hat höchste Priorität." Diese Aussage muss auch für Bürger im Zollernalbkreis gelten. Die Zahlen der an Corona Verstorbenen in der Region sind ein deutliches Signal.

Helmut Gimbel

Dotternhausen