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Dotternhausen Rettungshunde trainieren auch in Corona-Zeiten

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Gar nicht so einfach: Renate Müller übt mit ihrem geprüften Rettungshund Chinatsu das Begehen einer Leiter. Auch in Corona-Zeiten, in denen das Vereinsleben brach liegt, muss mit den Rettungshunden geübt werden – zur Not halt im Garten. Foto: Privat

Dotternhausen/Geislingen - Wenn sie zum Einsatz gerufen werden, um nach einem vermissten Menschen zu suchen, kommt es auf jede Minute an. Rettungshunde müssen daher auch während der Corona-Krise fit bleiben. Wenn aber das gemeinsame Üben in der Rettunghundestaffel entfällt, bleibt nur eins: die Hunde zuhause auf Trab halten.

So macht es auch Renate Müller, die seit rund zehn Jahren in der Rettungshundestaffel Zollernalb aktiv ist. Diese umfasst rund 50 Mitglieder, darunter 15 Aktive, sowie 20 Vierbeiner, die entweder die Ausbildung zum Rettungshund schon hinter sich haben oder noch ausgebildet werden. Zur Rettungshundestaffel sei sie zufällig gestoßen, wobei sie bereits seit 30 Jahren Jagd- und Schutzhunde ausgebildet habe, sagt Müller: "Bei der Staffel hat es mir einfach Spaß gemacht, und ich bin dabei geblieben."

Training nur zu Hause möglich

Das Vereinsgelände mit Schulungsräumen und Trainingsgelände befindet sich in Tailfingen. Die Staffel ist im Bundesverband Rettungshunde organisiert. Ihre Mitglieder waren auch als ehrenamtliche Helfer in der Corona-Teststation auf dem Balinger Messegelände engagiert. Da das vereinseigene Trainingsgelände zum Üben mit den Hunden, im Normalfall geschieht dies zweimal pro Woche, während der Corona-Krise nicht zur Verfügung steht, gilt es, die Vierbeiner zu Hause fit zu halten. So trainiert Renate Müller, die in Geislingen wohnt und zusammen mit ihrem Mann und ihrer Tochter eine Firma zur Herstellung von Wintergärten in Dotternhausen führt, jeden Tag mit ihren beiden Hunden im Garten oder auch auf dem Firmengelände.

Ihr fünf Jahre alter Akita-Rassehund Chinatsu ist ausgebildeter und geprüfter Rettungshund in der Flächensuche. Ihr anderthalbjahre alter Malinois hört auf den Namen Chica. Mit dem Junghund ist sie derzeit noch in der Ausbildung. Auch über Ostern stand wieder das Üben mit den Hunden rund ums Haus auf dem Tagesprogramm. "Die Tiere wollen beschäftigt und ausgelastet sein und sind es gewohnt, zu arbeiten." Gerade in diesen Zeiten müsse man sich immer wieder etwas Neues einfallen lassen, um mit den Hunden zu üben und sie bei Laune und fit zu halten, sagt Müller.

"Opfer" im eigenen Garten

Chica musste unter anderem auf Kommando den Spieltunnel durchqueren und mangels Hürden über den Tunnel springen. Mit Chinatsu trainierte Müller unter anderem das Begehen einer Leiter. "Ein Teil der Ausbildung der Rettungshunde bildet das gezielte Schicken und Lenken der Tiere, was auch mit solchen Übungen trainiert werden kann", betont die Hundeführerin. Auch das "Anzeigen einer gefundenen Person" werde mit den Hunden regelmäßig geübt. So versteckt sich jemand im Garten. Der Hunde muss suchen und beim Auffinden der Person solange dort bleiben und etwa durch Bellen den Standort anzeigen, bis der Hundeführer eingetroffen ist.

Die Arbeit der Rettungshunde, bei denen man zwischen Flächensuchhunden, Trümmersuchhunden und Mantrailer (Personenspürhunde) unterscheidet, beruht laut Müller auf vier Säulen: "Schicken und Lenken", "Anzeigen einer gefunden Person", "Wittern beziehungsweise Riechen" und "Laufen". Bei Flächen von bis zu 100 000 Quadratmetern, die es bei einer Personensuche zu durchstreifen gelte, müsse der Hund über eine entsprechende Laufkondition verfügen.

Prüfung muss jedes Jahr wiederholt werden

Die Ausbildung zum Rettungshund beginnt im Optimalfall schon bei den Welpen – parallel zum Besuch der Welpen- und Junghundegruppe. Die Begleithundeprüfung ist Voraussetzung, um das Tier vollends zum Rettungshund auszubilden. Die Rettungshundeprüfung muss jedes Jahr wiederholt werden. "Es geht beim Einsatz immer um Menschenleben. Deshalb müssen Hund und Mensch fit sein. Das Team muss harmonieren und funktionieren."

Die Rettungshundestaffel Zollernalb absolviert pro Jahr etwa zehn bis 20 Einsätze. Nicht nur im Zollernalbkreis, sondern auch in den benachbarten Kreisen. Weil bei einer Vermisstensuche meist eine größere Gegend abgesucht werden muss, alarmiert die Leitstelle oft mehrere Staffeln, weil viele Hunde und Hilfskräfte dafür nötig sind. Sie selbst habe schon an weit mehr als 50 Einsätzen teilgenommen, mal mit, mal ohne Hund, erzählt Renate Müller. Man sei stets in Zweierteams unterwegs: Hundeführer und der Suchtrupphelfer.

Jede Vermisstensuche sei "spannend, nervenaufreibend und stressig". Müller: "Es geht dabei immer um ein Menschenleben, und es kommt auf jede Minute an." Ihr persönlich vermittle das Engagement in der Rettungshundestaffel das gute Gefühl, "jemandem, der sich in Not befindet, helfen zu können." Mehr noch: "Ich trage so meinen Teil dazu bei, etwas für die Gesellschaft zu tun und für andere nützlich zu sein." Und ganz nebenbei: "Die Arbeit mit den Hunden macht mir einfach sehr viel Spaß".

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