Die Abbaufläche auf dem Plettenberg. Foto: SB-Archiv

Naturschutzverbände: Ganzen Berg unter Naturschutz stellen. Vorgehen "schallende Ohrfeige für Bürger".

Dotternhausen - Die Naturschutzverbände sprechen sich für den Erhalt der Rest-Hochfläche des Plettenbergs aus.

In einem offenen Brief heißt es, dass der Naturschutzbeauftragte beim Landratsamt sowie die Natur- und Umweltschutzverbände seit 1974 dafür eintreten, den Kalkabbau auf dem Plettenberg zu beenden und den ganzen Berg unter Naturschutz zu stellen.

Daran habe sich nichts verändert. Aus diesem Grund habe man sowohl die Ausweisung einer Vorrangfläche für Gesteinsabbau durch den Regionalverband als auch die beantragte Teil-Zurücknahme des Landschaftsschutzgebiets "Großer Heuberg" abgelehnt, sagt der Vorsitzende des Naturschutzbüros, Siegfried Ostertag. Weil die Naturschutzverbände allerdings die Einflussmöglichkeiten eines Industriekonzerns nicht verkennen, unterstützten sie jede Maßnahme, die den möglichst großen Teil der Hochfläche erhalten hilft.

Dass nun mit der Bevölkerung versucht werden soll, einen möglichst breiten Konsens zu erzielen, sehen die Naturschützer positiv, wenngleich sie sich irritiert davon zeigen, dass es gleich zwei Mediationsverfahren gibt.

Als "geradezu grotesk" erscheint es Ostertag, dass offenbar geplant sei, bereits in der nächsten Sitzung des Gemeinderats "Nägel mit Köpfen" zu machen und einen Beschluss über die Abbaugrenzen herbeizuführen.

Die Haltung "redet mal nur miteinander, wir machen, was wir wollen" stelle eine schallende Ohrfeige für all jene dar, die an einen am öffentlichen Wohl orientierten demokratischen Konsens in einem gewählten Gremium glauben.

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