Der Verein NUZ fürchtet um die Natur und die Substanz des Plettenbergs, wenn der Kalksteinabbau von Holcim ausgeweitet wird.Foto: Privat Foto: Schwarzwälder Bote

Umwelt: Dotternhausener Verein nimmt Stellung zu Holcim-Plänen / Bürgerinitiativen lassen nicht locker

Der Verein NUZ befürchtet, dass die seltenen Pflanzen und die gesamte Natur am Plettenberg durch die geplante Ausweitung des Kalkstein­abbaus massiven Schaden nehmen.

Dotternhausen. So werde es, meint Norbert Majer namens des Dotternhausener Vereins, den Gelben Enzian dann nicht mehr geben. "Nun fallen auch die Kulissen eines der mächtigsten Berge der Schwäbischen Alb Richtung Osten", befürchtet der Vereinssprecher. Der Plettenberg sei deshalb so bedeutend, weil er weit in das Albvorland Richtung Schwarzwald hervortrete und ringsum einen weiten Blick ins Albvorland bis zum Schwarzwald und den Alpen ermögliche: "Viele Touristen, teils weit hergereist, bewundern vor allem an den Wochenenden diese prächtige Naturausblicke und Wunder."

Noch interessanter für die Heimat und Naturschutz-Freunde seien, so Majer, aber die Pflanzen und die Vogelwelt, wenngleich letztere nur dem vorsichtige Beobachter zu Gesicht bekomme. Die Kulisse Richtung Rosswangen, Frommern, Zillhausen und Eyachtal verdecke bislang noch den Einblick in die "Landschaftswunde": "Aber wohl nur noch kurze Zeit."

Ab den künstlichen Seen zur Oberflächenwasserrückhaltung geht es laut Majer um die südliche Ostkulisse, "die vor allem Hausen und Tieringen bis Obernheim vor Einblicken und Belästigungen schützt und erst mit der sogenannten Süderweiterung abgebaut werden soll". Dagegen wehren sich die Bürgerinitiativen von Hausen am Tann und Schömberg, allen voran der Verein NUZ in Dotternhausen.

Auch die angeblich bereits rekultivierten sieben Hektar Bruchsohlenflächen zweifelt Majer an: "Die NUZ fragt sich: Sollen so die künftigen, angeblich ersetzten Heidelandschaftshochflächen auch aussehen oder ein Ersatz für bisherige intakte Heidelandschaft sein?" Holcim erkläre, dass bereits 80 Prozent wiederhergestellt seien und sich sogar bessere Pflanzen- und Vogelwelten dort ansiedeln würden.

Die umstrittene Restfläche des Plettenbergs, das sogenannte "Ratshausener Hörnle" mit seinem Heidelerche-Sondergebiet, solle, so Majer, durch die beantragte Süderweiterung geopfert werden. Voraussichtlich erreicht haben die Bürgerinitiativen nach seinen Worten bisher, dass wenigstens stabile Bergkulissen mit mindestens 250 Metern Höhe Richtung Ratshausen und Schömberg sowie teilweise Hausen am Tann erhalten bleiben sollen. Weiter werde versucht, die Resthochflächen des Plettenbergs, "hoffentlich mit Heidelerchegebiet", unter Naturschutz zu stellen.

Darin würden die Bürgerinitiativen bisher vom Landesnaturschutzverband unterstützt, der einen entsprechenden Antrag an das Regierungspräsidium Tübingen bereits gestellt habe. Fraglich ist für ihn noch, ob auch der Regionalverband diesem Anliegen zustimmen wird. Noch sei ungewiss, welchen Abbauumfang das Landratsamt genehmigen werde.

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