Ein umgestürzter Baum liegt im Wald. Der Dotternhausener Gemeinderat hat nun das weitere Vorgehen im Forst für die nächsten zehn Jahre beschlossen. Foto: Maier Foto: Schwarzwälder Bote

Kommunales : Gemeinderat Dotternhausen beschließt Vorgehen im Forst für die nächsten zehn Jahre

Die Eigentümerzielsetzung für die Forsteinrichtung Dotternhausen zum Stichtag 1. Januar 2022 hat der Gemeinderat einstimmig beschlossen. Forstamtsleiter Christian Beck hatte davor die Aufgaben und Ziele vorgestellt.

Dotternhausen. Alles begann mit der Ankündigung, dass das Forstamt zusammen mit Bürgermeisterin Marion Maier eine Palme pflanzen werde. Keineswegs eine Auswirkung des Klimawandels, bemerkte der Forstamtsleiter schmunzelnd, und es sei auch keine echte Palme. Sondern eine Stechpalme, die 2021 Baum des Jahres sei. Den Namen verdanke sie allein der Tatsache, dass die Zweige am Palmsonntag für den Palmenschmuck verwendet würden.

Betriebsergebnis im Blick

Spaß beiseite: Die Forsteinrichtungserneuerung habe zum Ziel, für die kommenden zehn Jahre in den Gemeinde- und Privatwäldern Nachhaltigkeit sicherzustellen. Dazu müsse zunächst der Ist-Zustand ermittelt werden: "Was ist in den vergangenen zehn Jahren gelaufen? Was war geplant?" Das Land wolle sicherstellen, dass in den öffentlichen Wäldern gut gearbeitet werde. Über die Grundlagen der Zehn-Jahres-Planung werde der Gemeinderat Mitte des Jahres entscheiden.

Beck nannte als Kriterien für den periodisch zu erstellenden Betriebsplan das Allgemeinwohl, die Rolle des Waldes als Holzlieferant, die Schutz- und Erholungsfunktion sowie eine naturnahe Bewirtschaftung. Vor allem die Erholungsfunktion habe durch Corona, Reisebeschränkungen und wiederholten Lockdown einen kräftigen "Schub nach vorne" bekommen: Vermehrt seien die Menschen auch in den Tannen-Mischwäldern um Dotternhausen unterwegs gewesen, um nach Homeoffice und Homeschooling auszuspannen.

Naturschutz und damit verbunden eine naturnahe Waldwirtschaft seien wichtig. Beck erwähnte natürliche Waldverjüngung, einzelstammweise Nutzung von Bäumen und angepasste Wildbestände. Bereits vor zehn Jahren habe man sich darauf geeinigt, auf Pflanzenschutzmittel zu verzichten, den Mischwaldanteil zu erhöhen und an bestimmten Standorten Wertholz wachsen zu lassen.

Im Grunde gehe es um die Entwicklung und Bewirtschaftung von Dauerwäldern. Was vor zehn Jahren noch keine so große Rolle gespielt habe, sei die Klimaveränderung: Als "Risikovorsorge" sollten vermehrt "klimatolerante" Baumarten gepflanzt werden, zum Beispiel Douglasie. Hinzu komme eine regelmäßige Waldpflege. Der Nadelholzanteil solle gehalten werden, sagte Beck: "Die Tanne bleibt der Stabilitätsfaktor."

Was den wirtschaftlichen Aspekt angehe, sei ein positives Betriebsergebnis das Ziel. Das setze ein holzmarktorientiertes Handeln voraus. Und eine "waldfreundliche Jagdverpachtung“. Und aus ökologischer Sicht das Schaffen beziehungsweise Erhalten von Waldrefugien und Habitat-Baumgruppen sowie den Schutz seltener Arten. Es gelte, ein Vorbild für nachhaltige, naturnahe Waldbewirtschaftung zu sein und die Privatwälder dabei "mitzunehmen". Und es gelte auch, die Verwendung von Holz voranzutreiben. Denn darin werde – Stichwort Klimawandel – Kohlendioxid dauerhaft gespeichert.

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