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Dotternhausen Majer: "Gemeinden stellen sich hinter Bürger"

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NUZ-Vorsitzender Norbert Majer (rechts) hat sich am Traunsee mit Petra Degenhard und Ottmar Strasser vom dortigen Bürgerausschuss getroffen. Für ihn interessant: Dort wird der benötigte Kalkstein 17 Kilometer weit mit der Bahn rund um den See ins Zementwerk gebracht.Foto: Privat Foto: Schwarzwälder Bote

Dotternhausen. Der Verein Natur- und Umwelt Zollernalb (NUZ), der sich unter anderem für eine bessere Abgasreinigung im Zementwerk einsetzt, ist mit anderen Initiativen in Deutschland, Schweiz und Österreich in regelmäßigem Kontakt.

Der NUZ-Vorsitzende Norbert Majer hat sich nun mit Vertretern des Bürgerbeirats im österreichischen Gmunden am Traunsee getroffen. Dort gebe es identische Emissionsprobleme mit einer veralteten SNCR-Abgasreinigung wie bei Holcim in Dotternhausen, teilt Majer mit. Nach Beschwerden, zuletzt seien bei zwei Kleinkindern unerklärliche Schwermetallrückstände im Urin festgestellt worden, hätten Bürger der umliegenden Gemeinden mit rund 35 000 Einwohnern einen rund 15-köpfigen Beirat gebildet. Dieser soll die Umwelt-Probleme und Belastungen rund ums dortige Zementwerk aufarbeiten und den Gemeinderäten und Bürgermeistern beratend zur Seite stehen.

Der Bürgerbeirat erhalte für seine Arbeit von den Gemeinden jährlich mehrere tausend Euro. Die Kosten eines Wiener Umweltfachanwalts würden ebenfalls von den Gemeinden abgedeckt. So wird einer der Bürgermeister zitiert: "Das wäre kein gutes Bild, wenn wir uns nicht hinter die Bürger stellen. Seit zwei Jahren sind viele Versprechungen vom Zementwerk gemacht worden, aber Verbesserungen sind nicht eingetreten."

Wie die NUZ bemängelt, liege auch dort bei den angekündigten Emissionsmessungen alles im Rahmen der Grenzwerte. Aber was dann geschehe, werde den Zementwerken überlassen. Der Bürgerbeirat und die Gemeinden um Gmunden wollen wahrscheinlich die Nachrüstung einer weiterentwickelten Luftreinigungseinrichtung, einer sogenannten DeKONOx-Anlage, einklagen, die besser als eine SCR-Anlage sei, weil diese auch CO mindern könne.

Diese Anlagen, so Majer, seien bereits in zwei österreichischen Zementwerken und auch in Deutschland erfolgreich im Einsatz. Amtlich sei bisher aber nur die SCR-Anlage anerkannter Stand der Technik. Für eine solche Anlage im Zementwerk Dotternhausen macht sich der Verein NUZ stark.

Die Umweltschützer kritisieren, dass die Zementwerke mit der Abfallverbrennung viel Geld verdienen. An der notwendigen Abgasreinigung durch geeignete Filteranlagen werde aber zu Lasten der Bevölkerung und des Klimas gespart. Majer: "Abfallverbrennungen erzeugen giftige Abgase, auch beim Heizkraftwerk, das bei der Firma Korn in Albstadt entstehen soll."

Wie der NUZ-Vorsitzende betont, rüste Schwenk-Zement in Allmendingen bei Ulm derzeit eine DeKONOx-Anlage ein, in der auch Klärschlämme bedenkenlos verbrannt werden können. Holcim habe den Einbau einer DeKONOx-Testfilteranlage auf Vorschlag der Gemeinde abgelehnt. Daher würde sich der Verein NUZ eine solche Standfestigkeit und aktive Unterstützung seitens der Gemeinden, Bürgermeister und des Landkreises, wie dies in Gmunden der Fall sei, auch für Dotternhausen wünschen.

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