In vielen Sitzungen haben sich die Dotternhausener Gemeinderäte mit dem Steinbruch auf dem Plettenberg auseinandergesetzt. Nun stellt sich die Frage, wer von ihnen wieder für das Gremium kandidiert. Foto: Visel Foto: Schwarzwälder Bote

Gemeinderat: Dotternhausener Listen und Verein NUZ in der Findungsphase / "Zuerst Urlaub genießen"

Im kommenden Mai sind Kommunalwahlen. Interessant wird es hinsichtlich der Kandidatenaufstellung vor allem in Dotternhausen nach den Auseinandersetzungen zwischen Gemeinderat, Bürgerinitiativen und dem Verein NUZ (Naturschutz im Zollernalbkreis).

Dotternhausen. Die Auseinandersetzungen um den Plettenberg-Steinbruch haben Spuren hinterlassen. Die Dotternhau­sener Gemeinderäte klagten über Diffamierungen und üble Unterstellungen. Spannend wird daher sein, wer von den amtierenden Bürgervertretern wieder antreten wird.

So räumen Ilse Ringwald und Elisabeth Menholz von der Liste "Verantwortung, Fortschritt, Lebensqualität" (VFL) durchaus ein, sich Gedanken darüber zu machen, "warum man sich das überhaupt antut?" Auch aus der Bürgerschaft heraus sei man diesbezüglich schon gefragt worden. "Aber man hat natürlich auch Verantwortung übernommen", sagt die langjährige Rätin Menholz. Sie betont, dass es nicht einfach sei, in dieser Gemengelage eine Entscheidung zu treffen. Sie fügt jedoch an, "dass es mir trotz allem nicht egal ist, was in der Gemeinde passiert".

Innerhalb der Wählervereinigung sei über das Thema Gemeinderatswahl und Listenaufstellung noch nicht gesprochen worden, informiert Ilse Ringwald: "Nach den Vorkommnissen in den vergangenen Monaten hat man jetzt erst mal eine Pause nötig und will den Urlaub und den Sommer genießen. Es war eine anstrengende Zeit. Wir müssen jetzt erst einmal durchatmen."

So habe sie sich auch persönlich noch nicht festgelegt, ob sie wieder kandidieren werde. Ringwald: "Es ist ja noch eine Weile hin bis zur Wahl."

Auch bei der Liste "Unabhängige, bürgernahe Wählervereinigung" (UBW) sei über die anstehende Kommunalwahl noch nicht gesprochen worden, sagt Sabine Geiser. "Ich will mich zu diesem frühen Zeitpunkt noch nicht dazu äußern, auch nicht darüber, ob ich selbst wieder antreten werde."

"Wir haben doch etwas erreicht, dann kann man nicht einfach aufhören"

Ihr Listenkollege Axel Simonis bekennt hingegen ohne Wenn und Aber, dass er bereit sei, wieder für den Gemeinderat zu kandidieren: "Wir haben jetzt etwas erreicht. Dann wirft man das Handtuch nicht weg", sagt er. Auch die Auseinandersetzungen in den vergangenen Monaten sieht er eher gelassen: "Unterschiedliche Meinungen sind Bestandteil der Politik und gehören einfach dazu."

Nach der Sommerpause werde man wohl zwanglos zusammensitzen, um über die Kommunalwahl zu sprechen. Dabei gehe es auch darum, wieder mit vollständigen Listen anzutreten, denn derzeit sei das Dotternhauser Gremium unterbesetzt: "Es fehlt ja eine Person." Ziel muss es laut Simonis sein, mit zwei vollständigen Listen in die Gemeinderatswahl zu gehen: "Die Bürger brauchen eine Wahlmöglichkeit."

Möglich scheint auch, dass die Bürgerinitiative beziehungsweise der Verein NUZ mit einer eigenen Liste aufwartet. "Damit haben wir uns aber noch nicht befasst", sagt NUZ-Vorsitzender Norbert Majer. Er selbst jedoch, so viel stehe fest, werde altershalber nicht antreten. Beim Verein sei man derzeit noch in der Phase, in der weitere Mitglieder gewonnen werden müssen. Gelinge es, den Verein weiter zu stärken und die Zahl der Mitstreiter zu erhöhen, will Majer nicht ausschließen, dass man sich innerhalb des Vereins mit der Frage auseinandersetzen werde, ob man mit einer eigenen Liste bei der Gemeinderatswahl ins Rennen gehen werde.

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