An der Plettenberg-Seilbahn ist auch in den vergangenen Tagen gearbeitet worden. Fotos: Privat Foto: Schwarzwälder Bote

Wirtschaft: Anlieger wollen sich gegen Geräuschbelästigungen wehren / Holcim: An einer Lösung wird mit Hochdruck gearbeitet

Die neue Holcim-Seilbahn auf den Plettenberg sorgt bei den Anliegern weiter für Ärger wegen der mit ihr verbundenen Lärmbelästigungen. Holcim betont, es werde mit Hochdruck an einer Lösung für einen besseren Betrieb der Seilbahn gearbeitet.

Dotternhausen. Offenbar hat sich nur auch eine Gruppe von Anliegern der Seilbahn gebildet, die gegen die Belästigungen vorgehen will. An die 20 Grundstücke würden dadurch erhebliche Wertverluste verzeichnen, heißt es.

In den vergangenen Tagen wurde an dem Mast, an dem sich eine Lore selbstständig geleert hatte, an den Oberrollen gearbeitet, die lautes Klacken ausgelöst haben sollen.

Ein weiterer Mast, der ebenfalls einen solchen Lärm verursache, stehe am Plettenberghang, teilt der NUZ-Vorsitzende Norbert Majer mit. Die neuen Rundmasten würden sich ähnlich einer Trommel aufschwingen und Geräusche verursachen, wie wenn darin ein Elektromotor brummen würde, wird bemängelt.

Anlieger hätten außerdem beobachtet, dass sich die Seilbahn öfter durch die aufschaukelnde Vibrationen automatisch abschalten würde. Majer: "Die Loren werden wohl deshalb noch nicht voll befüllt. Anscheinend hat auch das Tragseil bereits Schäden zu verzeichnen."

Holcim und der Seilbahnhersteller hätten auch am Mast oberhalb des ehemaligen Fabrikgebäudes Krug und Priester gearbeitet, der mit Splittmaterial zur Lärmdämmung gefüllt werden soll. Aber auch das, findet ein Anlieger, löse das Problem nicht. Durch das Auffüllen des Hohlmastens entstehe ein massiver Körper, dessen Statik sich ändere. Was helfe, sei wohl nur, die Hohlstützen durch Gittermasten zu ersetzen, wie sie bei der Seilbahn früher verwendet worden waren.

Die Anlieger, heißt es weiter, würden durch die Seilbahn aber nicht nur an den Werktagen belästigt, sondern auch in den Nachtstunden und selbst an Samstagen und Sonntagen.

Seitens der NUZ heißt es: "Wer solche Ausnahme-Genehmigungen für den Bau einer Seilbahn erteilt, nimmt auf Anlieger keine Rücksicht." Zementherstellung sei nicht systemrelevant, daher könnte die Produktion an den Wochenenden gedrosselt werden. Majers Fazit: "Es geht nur um den Profit, der hier nicht mal versteuert wird." Des Weiteren führt die NUZ ins Feld, dass Holcim nach wie vor von betroffenen Grundstückseigentümern keine Dienstbarkeiten habe, obwohl diese im Planfeststellungsbeschluss des Regierungspräsidiums Tübingen Inhalt der Genehmigung gewesen seien.

Wie die Sprecherin von Holcim, Sabine Schädle auf Nachfrage mitteilt, werde seit Oktober mit Hochdruck daran gearbeitet, eine Lösung für den besseren Betrieb der Seilbahn und die weitere Reduzierung der Geräuschkulisse zu schaffen. Verschiedenste Maßnahmen seien ergriffen worden – mit unterschiedlicher Wirkung. "Leider war nicht alles erfolgreich."

Ein Kritikpunkt sei ein "Brummen", das die Stützen vor allem im Bereich der Wohnbebauung verursachten. Zuletzt sei daher bei einer Stütze versuchsweise eine Kiesschüttung in den Stützenschaft eingebracht worden. Auch sei eine Rollenstation mit einer veränderten Gummimischung bestückt worden. Schädle: "Die Auswirkungen sind derzeit in Bewertung, auch zur Übertragbarkeit. Mittlerweile wurde auch ein Akustikbüro für Bauphysik eingeschaltet, um weitere Möglichkeiten aufzuzeigen." Weiter führt sie aus, dass Holcim mit den Anwohnern in Kontakt sei und diese auf dem Laufenden halte.

Hinsichtlich der Verantwortlichen für die Seilbahn teilt Holcim mit: "Im beruflichen Kontext sind Stellenwechsel ein normaler Vorgang. So hat sich bereits im Sommer vergangenen Jahres der damalige Projektleiter für eine neue berufliche Orientierung außerhalb von Holcim entschieden und hat das Unternehmen bereits im Sommer verlassen. Dieser Entschluss steht in keinem Zusammenhang mit dem Projekt." Seitens der Herstellerfirma gebe es mehrere Verantwortliche, die parallel an verschiedenen Projekten arbeiteten. In diesem Team habe es ebenfalls einen Wechsel gegeben. Schädle betont: "Alle am Projekt Beteiligten geben ihr Bestes, um für die Anwohner und das Zementwerk einen besseren Seilbahnbetrieb zu gestalten."

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