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Dotternhausen Holcim ist zu Zugeständnissen bereit

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Im Gespräch: Auf der Tafel hinten ist die Abbaufläche auf dem Plettenberg zu sehen – das Unternehmen Holcim ist dort nun zu Zugeständnissen bereit. Das sagte Werksleiter Dieter Schillo bei der Dialogveranstaltung in der Dotternhausener Festhalle. Foto: Maier

Dotternhausen - In dem verfahrenen Streit um die Zukunft des Kalksteinabbaus auf dem Plettenberg scheint nach dem Dialogverfahren in Dotternhausen eine Lösung möglich zu sein – auch wenn diese noch lange nicht auf dem Tisch liegt. Holcim-Werkleiter Dieter Schillo hat am Samstag deutlich gemacht, dass das Unternehmen zu Zugeständnissen bereit ist.

Diese Zugeständnisse könnten einen Teil des steinigen Wegs hin zu einem für alle Seiten tragbaren Kompromiss freimachen. So sei man, sagte Schillo, mit dem Landratsamt bezüglich des zusätzlichen Abbaugebiets in intensiven Gesprächen: Die gesamte, bereits in grundlegenden Verträgen von 1952 und 1986 mit der damaligen Firma Rohrbach (deren Rechtsnachfolger Holcim ist) dargestellte Fläche der Süderweiterung von rund 18 Hektar könnte demnach nicht auf einmal, sondern in Etappen genehmigt werden. Das könnte nach Meinung von Beobachtern "Druck aus dem Kessel" nehmen; die genauen Abbaugrenzen müssten indes noch definiert werden.

Fest stehe, so Schillo, dass Holcim die neue Abbaufläche brauche, um "langfristige Planungssicherheit" am Standort Dotternhausen – auch für die 270 Mitarbeiter – zu erhalten. Die ersten 9,5 Hektar würden das Werk bis in die 2040er-Jahre hinein sichern. Die Planungssicherheit aufgrund der alten Verträge sei das entscheidende Kriterium für den Kauf der Firma Rohrbach durch Holcim gewesen, so Schillo weiter. Das bekräftigte am Samstag Gerhard Rohrbach, der frühere Eigentümer des Zementwerks. Ebenso, sagte Rohrbach, sei seine Verkaufsbedingung gewesen, dass das Werk in Dotternhausen erhalten bleibe – darüber sei man in den Jahren 2004/05 in Dotternhausen erleichtert gewesen.

Zum Vorwurf, Holcim beute den Berg rücksichtslos aus, sagte Schillo, dass sich die Abbaumengen von Kalkstein im Vergleich zu Rohrbach-Zeiten um 30 Prozent erhöht hätten – von 1600 auf 2300 Tonnen pro Tag; dazu komme der Ölschiefer. Der Grund dafür: Holcim verzeichne eine "starke Nachfrage" aus dem Bausektor. Man könne dem Unternehmen aber nicht vorwerfen, dass es seinen Geschäften nachgehe. Auch wenn die Erweiterungsfläche genehmigt werde, bleibe die Silhouette des Plettenbergs erhalten – bis auf eine "kleine Öffnung" hin zum Schafberg.

Schillo kündigte zudem an, dass, wenn mit der Erweiterungsfläche eine langfristige Planungssicherheit gegeben sei, Holcim in eine neue Seilbahn oder ein Förderband investieren wolle: Dadurch könnte die 40 Jahre alte Seilbahn ersetzt und künftig das abgebaute Material schneller ins Zementwerk transportiert werden. Das Abbauvolumen würde deswegen aber nicht erweitert. Schillo trat zudem energisch dem Vorwurf entgegen, Holcim baue einerseits auf dem Plettenberg ab, zahle andererseits aber keine Gewerbesteuer in Dotternhausen: Das sei schlicht falsch. Zwar würden die deutschen Standorte des Unternehmens aufgrund der gegebenen Steuergesetzgebung gemeinsam veranschlagt, nichstdetotrotz sei Holcim aber in Dotternhausen nach wie vor der größe Steuerzahler. Schillo wies zudem darauf hin, dass sich rund um das Holcim-Werk ein "Netzwerk von Unternehmen" – vom Bäcker über Handwerker bis hin zu Zulieferern – gebildet habe mit einem jährlichen Umsatz von rund 17 Millionen Euro.

Bürgermeisterin Monique Adrian sagte, dass sie sich mit Holcim in "harten Verhandlungen" auf einen neuen, höheren Förderzins verständigt habe: Bislang bezahlt das Unternehmen 25 Cent je Tonne Kalkstein, künftig – die Genehmigung für den erweiterten Abbau vorausgesetzt – soll es dreimal so viel sein. Das würde "deutlich mehr Geld für Dotternhausen" bedeuten, sagte Adrian. Schillo meinte, Holcim sei beim Förderzins "bis an die absolute Schmerzgrenze gegangen", man habe sich in den Verhandlungen mit Bürgermeisterin Adrian "extrem die Hosen ausziehen lassen".

Nicht zuletzt sagte Schillo zu, dass Holcim die Rekultivierung der Abbauflächen künftig stärker und schneller als bisher angehen wolle.

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