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Dotternhausen Holcim-Antrag: Räte haben Bedenken

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Glasabfälle sollen künftig im Dotternhausener Zementwerk verwertet werden. Der Gemeinderat verlangt zuvor weitere Schadstoffmessungen. Foto: Holcim Foto: Schwarzwälder Bote

Der Gemeinderat Dotternhausen sieht die Lagerung und den Einsatz von Glasabfällen im Zementwerk skeptisch und hat am Mittwoch weitere Messungen vor einer behördlichen Genehmigung gefordert.

Dotternhausen. Wie Bürgermeisterin Monique Adrian darlegte, sei das Regierungspräsidium die Genehmigungsbehörde; die Gemeinde selbst könne nicht entscheiden, sondern sei nur zu einer Stellungnahme aufgefordert. Diese sei bis 17. Dezember abzugeben. Eine Vertagung, wie zunächst von Elisabeth Menholz und Markus Schnekenburger gefordert, bringe daher nichts.

Achim Klaiber hatte dagegen einen Beschlussantrag formuliert, in dem es hieß, dass durch den Einsatz von Glas keine höheren Emissionen, vor allem bei Schwermetallen, als bei der Verwendung von Ton auftreten dürften. Dies sei vor der Genehmigung des Antrags durch weitere Messungen nachzuweisen.

Dieser Antrag wurde ergänzt durch die im Gremium geäußerten Bedenken aufgrund zweier stark voneinander abweichenden Messergebnisse und dem Hinweis, dass saubere Luft und die Gesundheit der Bürger für das Gremium wichtig seien. Positiv bewerteten die Räte jedoch, dass das Glas durch den Einsatz im Zementwerk sinnvoll recycelt werde und Rohstoffe eingespart würden.

Als unglücklich stuften die Räte ein, dass während des Versuchszeitraums von April 2016 bis März 2017 nur zwei Messungen durchgeführt wurden: eine mit Glaseinsatz und alten Filtern, die andere ohne Glaseinsatz aber mit einem neuen Schlauchfilter. Dabei traten bei der ersten Messung zum Teil höhere Emissionen auf – etwa bei Dioxinen und Furanen sowie bei Thallium. Weshalb nicht eine zweite Messung mit Glaseinsatz und neuem Filter gemacht worden sei, wollte Elisabeth Menholz daher wissen: "Dann hätten wir ein klares Ergebnis."

Friedrich Wimmer von Holcim erklärte, eine solche Messung sei nicht möglich gewesen, weil der Versuchszeitraum abgelaufen war und das Regierungspräsidium eine Verlängerung abgelehnt habe. Er betonte, dass alle Messergebnisse weit unter den Grenzwerten lägen und sich nur geringfügig unterscheiden würden: "Negative Veränderungen bei den Emissionen gibt es nicht." Wäre das anders, hätte das Regierungspräsidium den Antrag auf Glaseinsatz gar nicht genehmigt. Aber auch jetzt könne eine solche Messung nicht nachgeholt werden, "weil wir derzeit kein Glas im Produktionsprozess verwenden dürfen."

Markus Schnekenburger, Achim Klaiber, Axel Simonis, Dieter Uttenweiler, Simone Menne und Ilse Ringwald bewerteten die vorgelegten Ergebnisse gleichwohl als nicht ausreichend. Zudem bleibe der Gemeinde zu wenig Zeit, um die Stellungnahme abzugeben: "Seit dem Versuch ist mehr als ein Jahr vergangen. Wir haben bislang nichts davon gehört und sollen jetzt ganz schnell reagieren", bemängelte Menholz. Sie und Ilse Ringwald betonten in diesem Zusammenhang, dass die Ratsmitglieder durchaus in der Lage seien, ihre Bedenken deutlich zu machen. Der Verein für Natur- und Umweltschutz Zollernalb (NUZ) solle daher auf weitere Empfehlungsschreiben wie im vorliegenden Fall verzichten: "Das brauchen wir nicht. Wir können selbst denken", hieß es.

Die NUZ-Mitglieder Siegfried Rall und Norbert Majer wurden wegen ihrer Zwischenrufe von Bürgermeisterin Adrian mehrmals gerügt. Sie hatten die Aussagen von Wimmer wiederholt mit dem Wort "Lüge" kommentiert.

Holcim hat beantragt, künftig 0,7 Tonnen Glasabfälle pro Tag als Ersatzstoff für Ton einzusetzen. Die Anlieferung soll einmal pro Werktag mit Lkw erfolgen. Der Einsatz von Glas sei im Rahmen der Klinkerproduktion sinnvoll. Dadurch werde die Deponierung dieser Abfälle verhindert und gleichzeitig Rohstoffe gespart.

 

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