Einsatz von Ersatzbrennstoffen bei Holcim: Zusammensetzung, Menge und maximal zulässiger Anteil ändern sich nicht. Foto: Maier

Immissionsschutz: Gemeinderat Dotternhausen stimmt Änderungsantrag des Zementwerks mehrheitlich zu.

Dotternhausen - Bei einer Gegenstimme mehrheitlich zugestimmt hat der Gemeinderat dem Antrag der Firma Holcim. Das Zementwerk will eine Kunststoffanlage sowie eine Anlage für Heißmehlentnahme bauen und hat eine immissionsschutzrechtliche Änderung beantragt.

Das Zementwerk setzt, wie mehrfach berichtet, Ersatzbrennstoffe ein – darunter auch Kunststoff. Dieser wurde bisher über eine Dockingstation zugeführt, was einen erhöhten Wartungs- und Reinigungsaufwand mit sich bringt. Die Laster, in denen der Kunststoff angeliefert wurde, mussten auch an den Wochenenden fahren; der Ersatzbrennstoff wurde im Laster selbst, in einem sogenannten Schubbodenauflieger, gelagert.

Das soll sich mit der neuen Anlage ändern: Die neue, automatisierte Anlage soll es möglich machen, genügend Ersatzbrennstoff zu lagern, um das Wochenende zu überbrücken.

Ausdrücklich wird betont, dass sich an den Ersatzbrennstoff-Mengen und den Immissionen nichts ändern werde; die Menge, die Zusammensetzung und der Anteil der Ersatzbrennstoffe bleibe unverändert.

Eine ähnliche Anlage sei für den Einsatz von Dachpappe als Ersatzbrennstoff bereits gebaut und in Betrieb genommen worden. Dadurch, dass es ein geschlossenes System sein werde, könne kein Material nach außen gelangen.

Letzteres trifft nach Angaben der Firma für die geplante Anlage zur Heißmehlentnahme zu: Das Heißmehl, das im Wärmetauscherturm entnommen und heruntergekühlt wird, wird als Kalziumoxidträger bei der Herstellung von Zement und Bindemitteln eingesetzt. Dadurch kann laut Holcim das zugekaufte Kalziumoxid teilweise ersetzt werden. Auch diese Anlage ist nach Angaben des Unternehmens ein geschlossenes System, eine Entstaubungs- oder Filteranlage sei nicht notwendig.

Mehr noch: Die Kühlschnecken, die bei der Kühlung des Heißmehls eingesetzt werden, könnten die aufgenommene Wärme in Zukunft über ein Wärmeverschiebesystem an Wärmenutzer weitergegeben werden – zum Beispiel im Rahmen der Nahwärmeversorgung.

Bei beiden Anlagen sei eine Wassergefährdung auszuschließen, es seien keine erheblichen oder nachteiligen Auswirkungen auf die Umwelt zu erwarten. Die eigentliche Genehmigung wird vom Regierungspräsidium Tübingen erteilt; die Gemeinde Dotternhausen sollte dazu nur gehört werden, als Träger öffentlicher Belange.

Für die beiden Anlagen will Holcim 5,2 Millionen Euro investieren – davon 1,9 Millionen für den Rohbau aus Beton und Stahl und 3,3 Millionen für die Anlagentechnik.

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