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Dotternhausen Grüne wollen im Holcim-Konflikt vermitteln

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Das Zementwerk der Holcim Süddeutschland in Dotternhausen: Die Grünen wollen im Konflikt um Schadstoffe und Abbau vermitteln. (Archivbild) Foto: Visel

Dotternhausen - Zwei Interessen stehen sich in Sachen Zementwerk Dotternhausen gegenüber: Die Industrie will kostengünstigen Baustoff produzieren, die Bürger fürchten Gesundheitsschäden und Zerstörung der Landschaft am Plettenberg. Die Grünen versuchen zu vermitteln.

Das Thema beschäftigt laut Kreisvorstandsmitglied Erwin Feucht, Balinger Stadtrat, nicht nur die Dotternhausener. Auch in Balingen werde engagiert über die Abbaupläne der Firma Holcim diskutiert.

Gemeinderatsbeschluss sei positiver Schritt

Dem Kreisvorstand der Grünen ist es laut Thomas Zawalski ein Anliegen, sich nicht nur für ressourcenschonende Baustoffe einzusetzen, sondern auch der Artenvielfalt und dem Schutz der Natur Rechnung zu tragen. Ein Reizthema seien auch Emissionen durch die Verbrennung von so genannten Ersatzbrennstoffen, die allerdings rechtlich abgesichert sei. Als positiver Schritt werde der Beschluss des Dotternhausener Gemeinderats angesehen.

Die Grünen setzen sich für eine offene und transparente Kommunikation zwischen allen Beteiligten ein – der Zementindustrie, den Behörden und den Bürgern. Das Boden-Monitoring kann nach ihrer Ansicht zu Transparenz beitragen. Sie sehen den "Spagat" zwischen dem Interesse der Gemeinde an Einnahmen sowie wirtschaftlichen Interessen einerseits und dem Naturschutz andererseits. Ziel sei eine Reduzierung der Schadstoff-Emissionen und anderer schädliche Einwirkungen.

Veranstaltungen sollen im Herbst nachgeholt werden

An diesem Punkt sehen sich die Kreis-Grünen als Vermittler. Als Zielsetzung nennt Hans Edelmann, die Eingriffsmöglichkeiten am Plettenberg zu entschärfen. Die Themenbereiche Schadstoffe und Emissionen sowie Natur- und Artenschutz wollte die Partei laut Feucht schon im Februar und März in Veranstaltungen diskutieren – doch auch da kam Corona in die Quere. Nun soll dies im Herbst nachgeholt werden.

Zawalski betont, man sei sowohl mit Gemeinderatsmitgliedern als auch mit Holcim in Verbindung. Er würde sich wünschen, dass die Firma "stärker auf die Bürger eingeht und ihre Situation ernst nimmt". Immerhin, so Edelmann, habe sich die einst verfahrene Lage in Dotternhausen durch eine andere Zusammensetzung des Gemeinderats und die Tätigkeit von Amtsverweser Alfons Kühlwein entspannt. Dennoch: "Die Patt-Situation besteht weiter."

Zum Thema Beton-Recycling und Einsparung des Baustoffs räumt Zawalski ein, dass man auf Beton nicht verzichten, aber verstärkt mit nachwachsenden Materialien wie Holz bauen könne.

Neue Filter sollen 2027 kommen

Bei der Filterung der Abgase wolle Holcim, so Zawalski, die bestmögliche Technik einsetzen. Angekündigt seien neue Filter für das Jahr 2027, wenn Tests positiv ausfielen. Das sei doch eine Perspektive, die man den Bürgern vermitteln könne.

Ein Problem sieht Zawalski auch darin, dass hinter Holcim Süddeutschland ein großer Baustoffkonzern steht. Es gilt nach seiner Ansicht auch die Immissionsvorschriften neu zu fassen. Dass Ministerpräsident Kretschmann mit einem Besuch das Problem lösen könnte, bezweifelt er. Ziel sei es, dass die Menschen vor Ort selbst die Dinge in die Hand nehmen. Wichtig für ihn: "Jetzt nicht locker lassen."

Hans Edelmann weist noch auf das künftige Abbaugebiet am Plettenberg hin, das eine außerordentlich große Vielfalt an Pflanzen und Tieren aufweise: "47 Vogelarten, davon 14 auf der Roten Liste."

Mehr zum Thema Holcim finden Sie auf unserer Themenseite.

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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