Die Dotternhausenerin Michaela Eppler hängt im Biotop Kirschenwinkel am Fuße des Plettenbergs ein Bienenhotel auf. Foto: Schatz Foto: Schwarzwälder Bote

Natur: Michaela Eppler und ihr Vater Robert hängen im Biotop Kirchenwinkel Bienenhotels / Wichtige Nist- und Brutstätten

Dass man während der Corona-Pandemie auch etwas für die heimische Insektenwelt tun kann, beweist Michaela Eppler aus Dotternhausen. Sie hat im Biotop Kirschenwinkel einige selbst gebaute Bienenhotels aufgehängt und trägt damit zum Natur- und Umweltschutz bei.

Dotternhausen. Die 31-Jährige Michaela Eppler hat in den vergangenen Wochen zahlreiche Bienenhotels gebaut und diese nun an Bäumen im Kirschenwinkel aufgehängt.

Dabei wurde sie von ihrem Vater Robert unterstützt. Eppler hatte sieben Jahre lang das Amt des Naturschutzwarts der Albvereins-Ortsgruppe Dotternhausen ausgeübt und leitete bis 2019 fünf Jahre lang die jährlichen Naturschutzaktionen in dem Biotop am Fuße des Plettenbergs.

Gemeinsam wurden mehrere kleine Holzblocks aus Hartholz hergestellt, die mit verschiedenen Lochdurchmessern versehen sind. Die Löcher dienen vielen Wildbienenarten als Unterschlupf.

Das Biotop Kirschenwinkel hatte vor vielen Jahren der Schwäbische Heimatbund. Es wurde zum Naturdenkmal erklärt. Jahrelang hatte man das Gelände der Natur überlassen. Der Fischweiher begann zu versanden, und das Buschwerk drang immer weiter vor. Das Biotop wird nun aber jährlich bei einer Pflegeaktion von den Gehölzen befreit.

Das Ergebnis dieser Naturschutzaktionen seien nun verstärkt sichtbar, betonen der Naturschutzbeauftragte des Zollernalbkreises, Arnold Kleiner, und der Vorsitzende des Schwäbischen Heimatbunds, Bernd Langner. In dem Feuchtgebiet entwickelten sich eine große Blumenarten- und Insektenvielfalt.

Wildbienen und Wespen haben laut Michaela Eppler wichtige Funktionen im Naturhaushalt. Wildbienen seien unverzichtbare Bestäuber für eine Großzahl an Pflanzen; Wespen seien unermüdliche Insektenjäger im Kampf gegen Raupen oder Blattläuse. Allerdings werde der Lebensraum für Bienen und Wespen immer kleiner. Bienenhotels würden ihnen und anderen Insekten wie Hummeln Nisthilfen und Unterschlupf bieten.

Das Feuchtbiotop mit seiner sonnigen Lage sei für die Insekten ein sicherer Rückzugsort. Seien die Löcher in den Bienenhotels belegt und verschlossen, habe die Eiablage stattgefunden, informiert Michaela Eppler. Die Wildbienen seien in Gestalt und Aussehen vielfältig. Über deren Probleme und Abhängigkeit von Nahrungs- und Nistplatzangeboten sowie über die sehr geringe Fortpflanzungsrate sind sich die beiden Naturliebhaber bewusst.

In den vergangenen Jahrzehnten habe sich die Landschaft stark verändert. Vor allem die Intensivierung der Landwirtschaft führe zu einem Verlust der Lebensräume und zum Rückgang an Blühpflanzen. Betroffen davon seien auch die Wildbienen, was sich am Artensterben ablesen lasse. Die beiden Naturschützer sind gespannt, was aus ihrem Projekt wird. Fühlen sich die geflügelten Nestsucher im Kirschenwinkel wohl, stehe für sie nichts im Weg, weitere Bienenhotels anzubieten. Das Motto von Michaela und Robert Eppler lautet: "Einfach etwas Gutes tun für die Natur." Über die gelungene Aktion freut sich auch die Vorsitzende des Schwäbischen Albvereins Dotternhausen, Ilse Ringwald, die sich bei den Epplers für ihren Einsatz zum Umweltschutz bedankte.

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