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Dotternhausen "Die Bürger interessiert, was aus dem Kamin kommt"

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Der Drehrohrofen ist das Herzstück des Zementwerks. Daran, was bei der Verbrennung in die Luft geblasen wird, scheiden sich die Geister. Archiv-Foto: Holcim Foto: Schwarzwälder Bote

Dotternhausen. Nicht unkommentiert lassen will der Vorsitzende des Vereins NUZ, Norbert Majer, unseren Bericht "Majer: lieber Kohle statt Plastik verbrennen", in dem die Firma Holcim zu Grenzwerteinhaltungen und dem technischen Stand ihrer Anlagen Stellung genommen hat.

"Dabei wird der Eindruck vermittelt, als ob bei den Abgasreinigungen in Dotternhausen alles in bester Ordnung wäre, weil alle Grenzwerte auch mit einer SCRN-Filteranlage ohne SCR-Anlage eingehalten würden", bemängelt Majer. Seiner Meinung nach betreibt Werkleiter Dieter Schillo "Schönfärberei", um die wahren Verhältnisse zu verschleiern. Holcim wisse seit 2014, dass die katalysatorische Rauchgasreinigung SCR eine technische Weiterentwicklung der bei Holcim eingesetzten veralteten SNCR-Anlage bedeute. 50 Prozent Stickoxidminderungen und große Ammoniakeinsparungen wären eine gewaltige Verbesserung und brächten geringere gesundheitliche Belastungen.

Den Nachweis, ob Holcim die gesetzlichen Grenzwerte und die zu hohen Ausnahmeregelungen überhaupt einhalte, blieben die Firma und das Regierungspräsidium Tübingen nach wie vor schuldig. Die Belastungen durch die Ölschieferverbrennung würden von Holcim nicht erwähnt. Majer: "Seit Jahrzehnten werden großzügigst vom Landesbergamt hohe Grenzwerte für Stickoxide und Schwefeldioxide mit 800 Milligramm pro Kubikmeter (Zementwerke 200) gewährt, obwohl sich die Gesetze verschärft haben."

Richtig sei, dass es sich bei Kohlekraftwerken, die meist die Abgase mit SCR-Filteranlagen reinigten, bei Müllverbrennungsanlagen und Zementwerken um verschiedene Anlagen mit unterschiedlichem Zweck handele. Die Bevölkerung interessierten aber nicht der Zweck und Grenzwerte, sondern das, was aus dem Kamin komme und Luft, Umwelt und Gesundheit belaste.

Wenn Zementwerke Abfallstoffe für bis zu 100 Prozent des Wärmebedarfs verbrennen und damit Geld verdienen dürften, weil die Verbrennung in Müllanlagen teuer sei, habe die Bevölkerung ein Recht, dass dieselben Filteranlagen eingebaut werden. Majer zitiert ein Schreiben des RP an Holcim vom 5. August 2015: "Mit Einsatz der SCR-Technologie (Stand der Technik) ist die Einhaltung der Grenzwerte ohne rohstoffbedingte Ausnahmen möglich, so dass eine über den 1. Januar 2019 hinaus gehende Ausnahmegewährung nicht in Betracht kommt."

Daher müsse man sich fragen, weshalb die Schweizer Konzernspitze die Freigabe für solche Abgasreinigungsinvestitionen und die Offenlegung der Belastungen verweigere und weshalb die Genehmigungsbehörden diese Verbesserungen im Gegensatz zu Zementwerken in Almendingen und Schelklingen nicht durchsetzten. Majer: "So lange dies nicht geschieht, werden wir nicht locker lassen."

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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