BI: Tierhaltung nicht schuld am Nitrateintrag

Dotternhausen/Schömberg. Es sei verwunderlich, reagiert die Bürgerinitiative Pro Plettenberg auf die Stellungnahme des Landratsamts zum Trinkwasser am Plettenberg, dass Unterschungen hinsichtlich Belastungen durch Sprengstoffrückstände "erst durch Druck der Initiative veranlasst wurden". Gleichwohl sei man erfreut, teilt der Sprecher der Initiative, Martin Stussak, mit, dass keine Giftstoffe wie Ammoniumnitrat im Trinkwasser nachgewiesen werden konnten.

Verwundert sei die BI jedoch über die Nitratbelastung, die zwischen 13,9 bis 16 Milligramm pro Liter (mg/l) betragen soll, während der Initiative Werte von bis zu 19 mg/l vorlägen. Damit seien 40 Prozent des Maximalwerts erreicht. Dieser liegt bei 50 Milligramm pro Liter.

Verwunderlich sei vor allem die Begründung des Landratsamts für die teils erhebliche Nitratbelastung. So werde die landwirtschaftliche Nutzung und die Schaftierhaltung auf dem Plettenberg für den Nitrateintrag verantwortlich gemacht.

Stussak: "Die landwirtschaftliche Nutzung auf dem Plettenberg ist in den Nachkriegsjahren eingestellt worden. Auch Schaftierhaltung findet nur eingeschränkt statt. Um den Nitratgehalt durch Tierhaltung wesentlich zu beeinflussen, bräuchte es die Gülle von rund 30 000 Tieren an 365 Tagen auf dem Plettenberg."

Weshalb Ratshausen eine minimale Nitrat-Belastung von nur 5,2 mg/l aufweise, könnte laut BI am großen Abstand der Quelle zum Steinberuch liegen.

Mit Spannung, so Stussak, warte man nun auf weitere Berichte des Landratsamts, etwa über die Sicherheit der Seilbahn. Auch warte man auf das Ergebnis der staatsanwaltschaftlichen Ermittlung gegen die Firma Holcim wegen des Verdachts der Bodenverunreinigung in Dotternhausen.

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