Das Holcim-Zementwerk in Dotternhausen. Foto: Archiv Foto: Schwarzwälder-Bote

Holcim: SWR berichtet am Donnerstag über das Zementwerk

Dotternhausen (bv). Der Kalksteinabbau auf dem Plettenberg und die Verbrennung von Ersatzbrennstoffen im Zementwerk sind Themen in der Sendung "Zur Sache Baden-Württemberg" mit Moderator Clemens Bratzler an diesem Donnerstag, ab 20.15 Uhr im SWR-Fernsehen.

"Dicke Luft auf der Zollern­alb" hat der SWR den Beitrag überschrieben. Auf der Homepage des Senders heißt es: "Mit Autoreifen, Plastik und Klärschlamm werden die Öfen für die Zementproduktion in Dotternhausen befeuert. Bürger fürchten um ihre Gesundheit."

Und weiter: Seit den 1930er-Jahren werde dort Kalkstein abgebaut, um Zement zu gewinnen. "Immer tiefer graben sich die Bagger in den Plettenberg. Das haben die Bürger lange so hingenommen. Denn das Zementwerk ist ein großer Arbeitgeber und füllt die Gemeindekassen. Jetzt aber haben mehr und mehr Anwohner Angst vor dem, was da aus den Schloten der Fabrik kommt. Eine Bürgerinitiative hat sich gegründet. Proben aus der Umgebung haben ergeben, dass viele Böden eine hohe Schwermetallbelastung aufweisen. Während manche mit dem Finger auf das Zementwerk zeigen, kommt das RP Tübingen zu dem Schluss, dass die Gegend durch einen von Natur aus hohen Grundgehalt an Schwermetallen und Arsen geprägt ist" (wir haben berichtet).

Bürgermeisterin Monique Adrian ist vom SWR um ein Interview angefragt worden. "Es ging um die Schadstoffe im Boden und um die Bewertung des RPs. Da war aber noch gar nicht so ganz klar, in welche Richtung der Beitrag gehen soll", sagte sie gegenüber unserer Zeitung. Sie habe den SWR in dieser Sache ans RP verwiesen, einen Auftritt vor der Kamera abgelehnt, eine schriftliche Stellungnahme aber zugesagt. Vom SWR habe sie dann nichts mehr gehört. "Das mit dem Drehtermin hat zeitlich nicht gepasst. Es war Ferienzeit. Und am Dienstag, als der SWR vor Ort war, hatte keiner der Verantwortlichen im Zementwerk Zeit", sagt Holcim-Pressesprecherin Sabine Schädle. Holcim habe Fragen des Senders aber schriftlich beantwortet.

In dem SWR-Beitrag, teilt der Sprecher der Bürgeraktion, Norbert Majer, mit, sollen auch Umweltminister Franz Untersteller und Harry Block vom BUND zu Wort kommen. Holcim und die Bürgermeisterin, so Majer, hätten Interviews und Aufnahmen verweigert.

Monique Adrian betont in diesem Zusammenhang, dass die Gemeinde an der Mediation mit der Bürgeaktion festhalten wolle, um die Gemeinde wieder zu befrieden. Es sei daher nicht dienlich, wenn weiter in der Öffentlichkeit gegenseitige Vorwürfe erhoben würden. Nach ihren Informationen hat es noch keinen Termin zwischen Mediator und der Bürgeraktion gegeben. Die Gemeinde sei da zunächst nicht dabei.

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