Die nächste Bauphase für das Dorotheenquartier wurde eingeläutet: Der Abriss des Innenministeriums hat begonnen Foto: Peter Petsch

Breuninger will den ehemaligen Innenministeriumskomplex und das Betten-Braun-Gebäude bis Ende April abreißen. Anschließend beginnt die Bauphase für das Dorotheenquartier.

Breuninger will den ehemaligen Innenministeriumskomplex und das Betten-Braun-Gebäude bis Ende April abreißen. Anschließend beginnt die Bauphase für das Dorotheenquartier.

Stuttgart - Am Montag hat der Abriss des ehemaligen Innenministeriums in der Dorotheenstraße begonnen. Damit gehen die Bauarbeiten für das künftige Dorotheenquartier zwischen dem Karlsplatz und dem Kaufhaus Breuninger in der Stuttgarter Stadtmitte in die nächste Phase. In den vergangenen Tagen wurde das Gebäude bereits komplett entkernt, so dass nur noch die Rohkonstruktion übrig geblieben ist. Nun geht der Abbruch mit schwerem Gerät los.

Abgerissen werden soll das leerstehende Gebäude zunächst von der Karlstraße aus, anschließend geht es von der Seite der Dorotheen- und Münzstraße weiter. In einem letzten Bauabschnitt wird das ehemalige Betten-Braun-Gebäude in der Sporerstraße dem Erdboden gleichgemacht. Die Abrissarbeiten an Innenministerium und Betten-Braun sollen bis Ende April komplett beendet sein. „Beeinträchtigungen für Passanten sind nicht zu erwarten“, heißt es vonseiten des Bauherrn Breuninger. „Alle Zugänge zum Kaufhaus Breuninger werden weiterhin erreichbar bleiben.“ Es seien Maßnahmen ergriffen worden, die den Staub an der Baustelle für die Passanten möglichst gering halten sollen. Außerdem werde der anfallende Schutt zwischengelagert und erst zum Ende der Abrissarbeiten hin komplett abtransportiert. Die Baufahrzeuge haben ausschließlich über die Holzstraße Zugang zu der Baustelle. Bei Breuninger rechnet man daher nicht damit, dass Kunden wegen Beeinträchtigungen durch die Abrissarbeiten ausbleiben könnten.

„Wir können aber nicht ausschließen, dass es während der Bauphase für das Dorotheenquartier zu temporären Straßensperrungen kommt“, sagt eine Sprecherin von Breuninger. In enger Absprache mit der Stadt wurde ein Baulogistik-Konzept ausgearbeitet, das die Belastungen der Passanten und Autofahrer möglichst gering halten soll. Dauerhafte Sperrungen werde es nicht geben. Parallel zu den Abrissarbeiten verlegt die EnBW Strom-, Wasser- und Gasleitungen für das Dorotheenquartier neu beziehungsweise kappt alte Leitungen. Durch diese Arbeiten kam es bereits zu Straßensperrungen in dem Gebiet.

Die Vorbereitungen für den Baubeginn des vom Kaufhaus Breuninger und dem Büro Behnisch Architekten geplanten Dorotheenquartiers werden mit den Abrissarbeiten von Innenministerium und Betten-Braun-Gebäude beendet sein. Auf der frei gewordenen Fläche soll anschließend der 39 000 Quadratmeter große und rund 200 Millionen Euro teure Neubau entstehen. Die erste Phase der Abrissarbeiten hatte im vergangenen Jahr in der Holzstraße begonnen. Dort mussten die Häuser Holzstraße 19, 21 und 23 den Baggern weichen. Die Zufahrt zur neuen Tiefgarage wird auf dieser Fläche entstehen.

Die Bauphase für die drei neuen Geschäftshäuser könnte nach den abgeschlossenen Abbrucharbeiten beginnen – falls die endgültige Baugenehmigung der Stadt bis dahin vorliegt. „Wir rechnen im April mit der Baugenehmigung und liegen bisher genau im Zeitplan“, heißt es dazu bei Breuninger. Die Abrissarbeiten seien zügig voran­geschritten. Bis Ende 2016 soll der Neubau demnach fertig sein. Die Hoffnung auf eine rasche Genehmigung vonseiten der Stadt scheint berechtigt: „Nach Klärung aller Brandschutzthemen liegt die Baugenehmigung nun dem Baurechtsamt zur Endbearbeitung vor“, sagt Stuttgarts Baubürgermeister Matthias Hahn. In den kommenden Wochen kann Breuninger tatsächlich mit der Baugenehmigung rechnen. Der Gemeinderat hatte den Bebauungsplan bereits im Juli 2013 beschlossen. Anschließend prüften die zuständigen Fachämter, ob die Pläne allen Anforderungen gerecht werden.

In den drei Gebäuden des Dorotheenquartiers sollen Geschäfte, Büros, Gastronomie und Wohnungen untergebracht werden. 26 000 Quadratmeter der 39 000 Quadratmeter großen Fläche werden als Bürofläche genutzt. Das Land will mehr als 20 000 Quadratmeter für Ministerien mieten. Eine Tiefgarage mit 350 Stellplätzen ist geplant. Breuninger selbst will nicht in das Dorotheenquartier ziehen. Das frühere Stuttgarter Gestapo-Gefängnis Hotel Silber soll entgegen ersten Entwürfen im Besitz des Landes und als Gedenkstätte erhalten bleiben.

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