30 Jahre lang war Wolfgang Scharr (Zweiter von links, daneben Ehefrau Claudia) der Laienvorsitzende des Dornstetter Kirchengemeinderats. Im Rahmen eines feierlichen Gottesdienstes überreichte Dornstettens Pfarrer Timo Stahl (links) ihm dafür die Johannes-Brenz-Medaille. Mit im Bild die in dem Gottesdienst verabschiedeten ehemaligen sowie – in der hinteren Reihe – neu in ihr Amt eingesetzten Kirchengemeinderäte. Foto: Günther Foto: Schwarzwälder Bote

Kirche: Als zweiter Dornstetter mit Johannes-Brenz-Medaille ausgezeichnet / 30 Jahre Laienvorsitzender

Die Johannes-Brenz-Medaille ist die höchste Auszeichnung der Evangelischen Landeskirche in Württemberg. In einem feierlichen Gottesdienst in der Dornstetter Martinskirche ist die seltene Ehrung jetzt Wolfgang Scharr zuteil geworden.

Dornstetten. Wie Pfarrer Timo Stahl in seiner Laudatio ausführte, wurde Scharr diese Auszeichnung für seine 30- jährige ehrenamtliche Tätigkeit als stellvertretender Vorsitzender des Dornstetter Kirchengemeinderats verliehen. In all diesen Jahren habe Scharr, so Stahl, "durch seine ruhige, sachliche und ausgeglichene Art viele Vorhaben initiiert, manche Klippen umschifft und sich in der gesamten Kirchengemeinde großes Ansehen erworben".

Sehr erfreut zeigte sich Pfarrer Stahl darüber, dass neben Heinrich Albrecht nun mit Wolfgang Scharr ein weiterer Dornstetter Träger der Johannes-Brenz-Medaille wurde. Die Tatsache, dass es mit Scharr in der Stadt nun gleich zwei Preisträger gibt, ist umso bemerkenswerter, da zwischen der alten Oberamtsstadt und dem großen württembergischen Reformator eine historische Verbindung besteht: Im Jahr 1551 verfasste Brenz in Dornstetten das Bekenntnis für das Trienter Konzil.

Konstruktives Miteinander

Wolfgang Scharr, geboren in Stuttgart Vaihingen und aufgewachsen in Ostfildern-Ruit, war aus beruflichen Gründen im Jahr 1984 in den Kreis Freudenstadt gekommen. Bis zu seinem Ruhestand im vergangenen Frühjahr war der studierte Jurist stellvertretender Amtsleiter des Freudenstädter Finanzamts.

In seiner Dankesrede verwies der Geehrte auf das stets gute und konstruktive Miteinander, das die gemeinsame Arbeit mit den Dornstetter Pfarrern Weber, Schmid, Schanz und Stahl geprägt habe und präge. An seine ehemaligen Mitstreiter gewandt, die an diesem Tag verabschiedet beziehungsweise in ihr Amt eingesetzt wurden, zeigte sich Scharr "dankbar für die stets gute Zusammenarbeit" und betonte, dass es ohne die tatkräftige Mithilfe und die Impulse der vielen ehrenamtlichen Mitarbeiter nicht gegangen wäre. Herzlich dankte er auch seiner Ehefrau Claudia, die ihm in der langen Zeit stets bei seinen vielfältigen Aufgaben zur Seite gestanden und ihn unterstützt habe.

Leidenschaftlicher Sportler

Bei dem Geehrten wird vermutlich auch künftig keine Langeweile aufkommen. Zur Familie gehören zum einen drei erwachsene Kinder – Sohn Christoph wird in zwei Wochen als Pfarrer ordiniert – und zwei hoch betagte Mütter, die auf Hilfe angewiesen sind. Da gibt es aber auch zahlreiche Hobbys. Nach wie vor wird sich Scharr ehrenamtlich in der Dornstetter Kirchengemeinde einbringen, und sportlich stehen Skilanglauf, Schwimmen und Wandern – einmal im Jahr ist er mit seiner Männergruppe auf dem Jakobsweg unterwegs – auf dem Programm. Nach wie vor trainiert er für das Sportabzeichen, das er erst kürzlich zum 30. Mal abgelegt hat.