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Dornstetten "Teilhabe ist wichtiger als Inklusion"

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Peter Billmaier zeigt das neue Schild mit Logo und Slogan der Schule. Fotos: Werthenbach Foto: Schwarzwälder-Bote

Der "besondere Ort zum Leben-Lernen" öffnet seine Türen: Die Eichenäcker-Schule in Dornstetten lädt für Samstag, 20. Mai, Eltern und Kinder zum gemeinsamen Erkunden des "Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentrums" (SBBZ) ein.

Dornstetten. Rektor Peter Billmaier hat aber kein Problem damit, die Einrichtung mit 82 Schülern und 18 Kindergartenkindern weiterhin als "Sonderschule"­ zu bezeichnen. Der 57-Jährige, dessen Einsetzung zum Schulleiter sich im April zum 20. Mal jährte, legt mehr Wert auf den vernünftigen Umgang mit und die richtigen Rahmenbedingungen für Menschen mit Behinderung: "So normal wie möglich, so speziell wie nötig" lautet einer der Leitsätze, an die er sich halte.

Er habe Glück gehabt, sagt er, dass Inklusion mit der Zeit ein politisches Thema geworden sei und damit die Voraussetzungen seitens der Regierung überhaupt zugelassen hätten, so vieles an der Eichenäcker-Schule voranzutreiben: "Früher zu meiner Studienzeit kam der Arzt und hat den Kindern den Stempel ›Sonderschule‹­ aufgedrückt."

Inzwischen würden "Gott sei Dank die Eltern miteinbezogen". Heute steht es ihnen frei, ihr Kind mit besonderem Förderbedarf entweder auf einer Regelschule mit entsprechender Unterstützung oder auf einer Sonderschule anzumelden. In der ersten Hälfte seiner 20 Dienstjahre hätten er und seine Kollegen hauptsächlich "am Image entgegen der allgemeinen Meinung gearbeitet".

Als Marke mit eigenem Logo und Slogan etabliert

Billmaier sagt beim Blick auf seine ersten Jahre als Rektor an der Eichenäcker-Schule, dass er jemand sei, "der gerne gestaltet". Sein Glück sei es auch gewesen, dass er von einem jungen und motivierten Kollegium unterstützt worden sei. Das habe dabei geholfen, kreativ zu sein und die Schule weiterzuentwickeln. So sei ihm anfangs aufgefallen, dass zu wenig Platz da war. Also wurde das Schulgebäude um einen Neubau erweitert, Zwischenräume wurden effizienter genutzt.

Insgesamt habe ihm das Gebäude "zu sehr nach Schule" ausgesehen. Daher wurde auch die Turnhalle umgestaltet – mit zusätzlichen Vorrichtungen, und ein riesiges Trampolin kam hinzu: "Die Bewegung zu fördern, ist bei Kindern mit Behinderung noch viel wichtiger." Der Landkreis sei bei diesen Projekten immer "sehr kooperativ" gewesen. Gab es aber doch mal Schwierigkeiten bei der Finanzierung, hat der Sonderpädagoge auf eigene Faust Sponsoren an Land gezogen.

Außerdem hat er die Schule als Marke etabliert: "Wir haben ein Logo und einen Slogan dazu entworfen: ›Der besondere Ort zum Leben-Lernen‹ – für Kinder, Eltern und Lehrer", betont Billmaier.

Ein Meilenstein in der Entwicklung der Eichenäckerschule ist auch die Einführung einer "Berufsvorbereitenden Einrichtung" (BVE) in Kooperation mit den Berufsschulen Heinrich-Schickhardt- und Luise-Büchner-Schule im Jahr 2012. "Ein Erfolgsmodell"­ nennt Billmaier die neu geschaffene Möglichkeit für einige seiner Schüler, berufsbildenden Unterricht zu besuchen. Das Ziel sei, sie auf den "ersten Arbeitsmarkt"­zu vermitteln. "Unsere Schüler finden das natürlich cool, wenn sie in den Unterricht auf der Berufsschule gehen." Allgemein hält Billmaier Teilhabe für "viel wichtiger als inklusive Beschulung". Wesentlich bedeutender sei zum Beispiel, dass Menschen mit Behinderung in der Öffentlichkeit endlich nicht mehr "wie ein Auto angestarrt werden". Ohnehin seien die komplexen Anforderungen an ein SBBZ für Regelschulen gar nicht umsetzbar. Für diese sei die Finanzierung der erforderlichen Rahmenbedingungen – etwa Barrierefreiheit – mit den vorhandenen Mitteln nicht möglich.

Billmaier wirbt für die Vorzüge eines SBBZ gegenüber Regelschulen und tritt zugleich für eine Integration von Kindern mit Behinderung in den Alltag ein: "Die gehören da hin, wo das Leben ist." So gehe er trotz des eigenen Schwimmbads in der Schule mit seinen Berufsschülern regelmäßig ins Panorama-Bad, damit sie das Verhalten beim öffentlichen Baden lernen.

Am Tag der offenen Tür sollen Eltern und Kinder an der Schule nicht nur gucken, sondern auch aktiv werden: "Zum Beispiel können sie gemeinsam eigene Stücke in unserem Werkraum herstellen. Auch in der Küche wird was angeboten." Zudem wird das Unterrichtsmaterial ausgestellt, es gibt Präsentationen, Musik, Tanz, Schulhausführungen und einiges mehr.  Tag der offenen Tür an der Eichenäcker-Schule: Samstag, 20. Mai, von 10 bis 14 Uhr.

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