Seit 30 Jahren wirkt Peter Billmaier an der Eichenäckerschule, seit 20 Jahren ist er Schulleiter. Fotos: Günther Foto: Schwarzwälder Bote

Jubiläum: Peter Billmaier ist 30 Jahre an der Eichenäckerschule

Dornstetten. Seit drei Jahrzehnten wirkt Peter Billmaier an der Eichenäckerschule Dornstetten mit ungebrochenem Schaffensdrang. Im Gespräch mit dem Schwarzwälder Boten blickt der rührige Schulleiter auf die Entwicklung des Sonderpädagogischen Beratungs- und Bildungszentrums mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung (SBBZ) zurück und verrät seine Visionen.

Erst seit den 1960er-Jahren werden Kinder mit geistigen Behinderungen im Kreis Freudenstadt überhaupt beschult. Rührige Eltern hatten damals die Lebenshilfe gegründet und im Freudenstädter Ringhof und später im ehemaligen Gasthaus Pflug in Dietersweiler unter improvisierten Bedingungen die Beschulung ihrer Kinder organisiert. Aus diesen Anfängen entstand die Eichenäckerschule (früher Wilhelm-Hofmann-Schule), eine Kreissonderschule, die 1984 das neue Schulgebäude in Dornstetten bezog.

Adventsbasar am 24. November

Fünf Jahre später wurde der aus der Kurpfalz stammende junge Sonderschullehrer Peter Billmaier – gegen seinen Willen, verrät er schmunzelnd – nach Dornstetten versetzt. Wie Billmaier berichtet, war er in seiner Heimat Bad Schönborn "total eingebunden, nicht zuletzt als Trainer beim Badischen Handballverband und aktiver Spieler bei den heutigen Rhein-Neckar-Löwen". Über seine Anfangsjahre im Schwarzwald sagt er: "Ich hatte viel Zeit, war hoch motiviert und ich musste hier bleiben. Hier bot sich mir die Chance, mit einem relativ jungen Kollegium Schulentwicklung zu betreiben. Ich habe es nie bereut."

Als einziger Sonderschullehrer, zudem bedingt durch die Krankheit des damaligen Schulleiters, wurde Billmaier frühzeitig in Schulleitungsaufgaben eingebunden und bald als kommissarischer Schulleiter eingesetzt. 1993 wurde er zum Konrektor und 1999 zum Sonderschulrektor ernannt. Seither leitet er die Geschicke des SBBZ, seit einem Jahr ist er zudem geschäftsführender Schulleiter aller Sonderschulen des Landkreises.

Der verwitwete Vater von vier Kindern –­ die beiden älteren sind inzwischen selbstständig – brennt nach wie vor für "seine" Schule, Schüler und Eltern. Dass seine engagierte und temperamentvolle Arbeit reiche Früchte trägt, zeigt sich beim Gang durch die Eichenäckerschule: Statt der einst geplanten 65 werden dort heute 92 Schüler unterrichtet, von der Unterstufe bis zur Berufsschulstufe. Im angeschlossenen Schulkindergarten werden 15 Kinder gefördert. Und die vielen aktiven, lebhaften und fröhlichen Kinder, die relativ selbstständig agierenden Schüler und die erstaunlich mobilen jungen Heranwachsenden bezeugen, dass Billmaier seinem Ziel sehr nahe gekommen ist: "Meine Mission war stets, für Kinder mit geistiger Behinderung möglichst optimale Bedingungen zu schaffen."

Dafür ist Billmaier seinem Kollegium, den Eltern seiner Schüler und allen am Schulleben Beteiligten sehr dankbar. Dankbar ist er auch dafür, dass er mit Volker Thum einen Mitstreiter an seiner Seite hat, der ihn seit 20 Jahren als Konrektor unterstützt.

Dass sich die Eichenäckerschule weiterhin auch im Bewusstsein der Öffentlichkeit gut positioniert, ist Billmaier ein großes Anliegen. Der am Sonntag, 24. November, von 14 bis 17 Uhr stattfindende große Adventsbasar bietet dafür eine ausgezeichnete Gelegenheit. Können sich doch dabei Interessierte über die vielfältige Arbeit der Schule informieren. Angeboten werden zahlreiche Schülerarbeiten aus dem Werk-, Textil- und Gestaltungsbereich aller Klassenstufen. Für die jungen Besucher gibt es Bastel- und Sportangebote. Die Schüler der Berufsschulstufen bewirten. Ein englischer "Tearoom" und ein "Knusperhäuschen" laden zum Verweilen ein. Zum Abschluss werden die Gäste mit besinnlichen Liedern verabschiedet.