Sie freuen sich über das neue Regal- und Ordnungssystem des Heimatmuseums auf dem Spitzboden der Zehntscheuer (von links): Jochen Kaiser, Ellen Brede und Friedrich Reuff. Foto: Sannert Foto: Schwarzwälder Bote

Heimatmuseum: 80 Gemälde und historische Dokumente eingelagert / Sonderausstellung geplant

Das Dornstetter Heimatmuseum ist zu und bleibt es vorerst auch. Um die Zeit sinnvoll zu nutzen, wurde fleißig archiviert und aufgeräumt und auch für die vielen Gemälde ein neues Ordnungs- und Aufbewahrungssystem geschaffen.

Dornstetten. Etwa 80 Bilder und Dokumente, darunter Ölgemälde, Kreidebilder und Lithografien, aber auch Meisterbriefe, befinden sich im Archiv des Heimatmuseums.

Vor rund 30 Jahren hatte der Heimat- und Museumsverein Dornstetten, Glatten, Schopfloch und Waldachtal damit begonnen, Werke von Heinrich Hoffritz zu sammeln. Nach Studien an den Kunstakademien in München und Wien sowie zahlreichen Auslandsaufenthalten kam der Künstler 1919 in den Landkreis Freudenstadt und wohnte einige Jahre in Dornstetten. Seine Bilder werden zusammen mit Gemälden anderer Künstler, die dem Museum von Einwohnern überlassen wurden, im Heimatmuseum aufbewahrt.

Werke waren imganzen Haus verteilt

Im Laufe der Jahre hat sich einiges angesammelt. Die Bilder waren im ganzen Haus verteilt, heißt auf den Dachböden in Fruchtkasten und Zehntscheuer, wo noch viele weitere historische Schätze lagern. Es sei schon lange der Wunsch des Heimat- und Geschichtsvereins gewesen, ein zentrales Lager für die Gemälde zu schaffen, um sie vor Staub zu schützen und für die Nachwelt zu sichern, machen der Vorsitzende Friedrich Reuff und sein Stellvertreter, Jochen Kaiser, deutlich.

Mit einem eigens angefertigten Holzregal auf dem Spitzboden der Zehntscheuer ist der Wunsch nun in Erfüllung gegangen. Die Stadt Dornstetten ließ für die Sonderanfertigung eines örtlichen Schreiners knapp 6000 Euro springen. "Wir haben nichts Passendes gefunden", sagt Reuff zu seiner Suche nach einer alternativen Lösung. Katalogisiert sind die Kunstwerke bereits. Jetzt müssen sie noch gereinigt werden, bevor sie in das neue Regal einsortiert werden können.

Meist sind es Landschaftsbilder. Aber auch einige Dornstetter Motive oder ganze Stadtansichten sind zu sehen –­ für Friedrich Reuff wichtige Zeitdokumente aus einer Zeit, in der es noch keine oder kaum Fotos gab.

"Es sind Gebäude drauf, die teilweise weg sind oder stark verändert", weiß er. Ein kleiner Teil der Bilder ist bereits in der Ausstellung des Museums zu sehen. Reuff könnte sich vorstellen, die restlichen Exemplare ebenfalls in einer Sonderausstellung zu zeigen. Die letzte dieser Art war 2006, erinnert er sich. Wann die nächste sein könnte, das steht noch nicht fest, denn das Dornstetter Heimatmuseum bleibe vorerst zum Schutz der Vereinsmitglieder, die es betreiben und die größtenteils zur Risikogruppe zählen, geschlossen, erklärt Museumsleiterin Ellen Brede.

Doch auch wenn das Museum wieder öffnet – eine Sonderausstellung muss wohl überlegt sein. Wegen "Kultur im Museum" oder der Dezember-Ausstellung mit Werken von Eleonore Kötter ist der Wechselausstellungsraum nämlich zeitweise belegt. Dem Heimat- und Museumsverein bleibt da nur ein Zeitfenster zwischen Mai und September.

Eine Ausstellung brauche viel Vorlaufzeit, "wegen drei Wochen lohnt sich das nicht", blickt Reuff auf das vergangene Jahr zurück, in dem das Museum zeitweise schließen musste. So musste beispielsweise auch die Jubiläumsausstellung des Vereins historischer Bergbau Hallwangen ausfallen. Ob die für 2021 geplanten Jubiläumsausstellungen von Vereinen aufgebaut und gezeigt werden können, steht derzeit noch nicht fest.

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