Eleonore Kötter lädt ab heute zu Atelier-Gesprächen über Bilder und Bäume in die Dornstetter Vogtei ein
Von Gerhard Keck
Dornstetten. Zum Atelier-Gespräch lädt Eleonore Kötter im Rahmen ihrer Dezember-Galerie in die Dornstetter Vogtei ein. Von heute, Mittwoch, bis Donnerstag, 22. Dezember, möchte die viel beachtete Künstlerin jeweils von 15 bis 18 Uhr mit ihren Gästen ins Gespräch eintreten "über Bilder und Bäume".
In der Einladung lässt sie die Lyrikerin Rose Ausländer sprechen: "Das Gespräch über Bäume wird nie beendet, solange es Worte und Bäume gibt. Wer mag leben ohne den Trost der Bäume? Den Baum der Erkenntnis hat keiner erkannt." Der Gedankenaustausch ergänzt die laufende Ausstellung mit Druckstöcken und Holzdrucken unter dem Titel "Meine 7 Bäume – der Baum als Metapher des Lebens" im Graphischen Kabinett in der Zehntscheuer.
Im Atelier finden sich Holzschnitte, Aquarelle, Zeichnungen und Kunstdrucke – zum Teil auch von nicht mehr verfügbaren Bildern. Sie sind das "Ergebnis vieler Baumgestaltungen durch die Lebensjahreszeiten", sagt Eleonore Kötter. Für sie sind Bäume Sinnbilder für Leben und Standfestigkeit abseits aller Herabwürdigungen, die der Baum im wohlfeilen Kitsch, der sich als Kunst ausgibt, erdulden muss. "Baum und Mensch gehören seit jeher zusammen", sagt sie und schreibt beiden eine Art symbiotische Verbindung zu. Leidet ein Teil, gerät auch der andere in Not. Kötter hat sich mit ihrer Kunst einer "Erinnerungskultur" verschrieben. Das Gewachsene und Gebaute mündet bei ihr in eine "Bewahrungskunst". Der Musikexperte Joachim Ernst Behrendt hat es so formuliert: "Bäume haben Gedächtnis. Ihr Inneres ist ein Archiv, in dem Jahrhunderte gespeichert sind und durch Lieder, Sagen, Geschichten, Literaturen Bilder der Menschheit Ausdruck finden."
An vier Stationen zwischen Görlitz und Leipzig sind in diesem Jahr Ausstellungen von Eleonore Kötter in Verbindung mit der "Via regia", der Kulturstraße des Europarats, über die Bühne gegangen. Ihre drei Bücher "Meine Orte – meine Wege" (1995), "Grenzenlos" (2007) und "Meine 7 Bäume" (2010), allesamt imposante Kunstwerke in Inhalt, Gestaltung und Aufmachung, haben Aufnahme in bedeutenden Bibliotheken gefunden. Eine Anerkennung, auf die Eleonore Kötter stolz ist.
Ihre Druckstöcke, Farbschichtbilder und Holzschnitte durchziehen eine "leise Bildpoesie", hat der Kunsthistoriker Sascha Falk im Vorwort zum Buch "Meine 7 Bäume" geschrieben. Kötter würdige "die natürliche und symbolhafte Wertigkeit des Baumes". Lebensfreude drückt Eleonore Kötter aus, wenn sie ihrem leuchtenden Farb-Holzschnitt von fünf Druckstöcken, betitelt "Wege durch den Frühling", im Begleittext mit auf den Weg gibt: "Es ist eine Lust unter Bäumen zu wandeln…"