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Dornstetten Kunstgenuss made in Württemberg

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Besticht durch immense Musikalität und Instrumentenbeherrschung: das Quartett Manon & Co. Foto: Morlok Foto: Schwarzwälder Bote

Seit einigen Jahren laden Pascale und Olaf Peukert Musiker und Gäste zu kleinen, sehr feinen, live gespielten Konzerten, in ihren Wintergarten ein. Meist waren es Blues- oder Rockmusiker, die das Publikum begeisterten. Diesmal war alles anders.

Dornstetten. Im Dezember vergangenen Jahres hatte sich der Verkaufsraum in eine Art schwarz-amerikanische Sonntagsschule verwandelt, in der der Gospel seine Heimat hat, ein anderes Mal war die Musik von New Orleans zu Gast im Schwarzwald. "Wir hatten bei den letzten Gigs hier im Wintergarten meist Musiker aus dem hohen Norden zu Gast, und ich habe mich gefragt, ob es denn nicht auch Künstler aus dem Süden, aus Baden-Württemberg gibt, die prima zu uns reinpassen", sagte Pascale Peukert in ihrer Anmoderation zum aktuellen Konzert.

"Auch wollten wir weg vom Image des Blueskellers und aus der Rock-Ecke raus", so die Unternehmerin weiter, die mit dem Streich-Quartett "Manon & Co" vier Frauen vorstellte, die eigentlich weder Blues, Jazz oder Pop präsentieren wollten, dieses aber doch auf ungewöhnliche Weise taten. "Lasst euch mitnehmen auf eine ganz besondere Reise zur Kammermusik der etwas anderen Art", luden die Dornstetter Veranstalter ihre Gäste ein, die auch an diesem Abend den Wintergarten bis zum letzten Platz füllten.

Bis zur Gänsehaut dauert es nicht lange

Bandleaderin und Arrangeurin Petra-Manon Hirzel (erste Geige), Katharina Kefer (zweite Geige), Astrid Menzer (Bratsche) und Sonja Asselhofen (Cello) ließen sich auch nicht zweimal bitten und legten gleich mit dem ersten Lied "Wochenend und Sonnenschein", einem Klassiker der "Comedian Harmonists", den Grundstock für einen außergewöhnlichen Abend. Schon bei diesem ersten Stück lieferten sie den versprochen Gänsehauteffekt ab.

Da die vier Instrumentalistinnen ganz auf Verstärkertechnik und elektronische Spielereien verzichteten, war freies Sichtfeld auf die Bühne und in die andere Richtung, von der Bühne ins Publikum, durch nichts verstellt. Die Künstlerinnen konnten Blickkontakt mit den Besuchern halten und die Gäste den vier Damen beim Spielen zuschauen. Das war wichtig, denn Musik wird nicht nur mit den Ohren wahrgenommen, sondern die damit verbundene Interaktion gehört gleichermaßen dazu. Musik sollte man mit allen Sinnen, im wahrsten Sinne des Wortes, erleben.

Und dies war bei diesem Konzert sehr gut möglich. Die Zuhörer sahen fliegenden Finger, sich ständige bewegende, die kleine Bühne voll ausnutzende Künstlerinnen, sie sahen die Blickkontakte, mit denen die Chefin Taktwechsel, Zwischenspiele, Beginn und Ende der Stücke anzeigte und erlebten so die Harmonie eines Gesamtkunstwerks.

"Mit Geige, Viola und Cello kann man nicht nur wunderbar Bach, Beethoven und Brahms interpretieren", erklärte Manon Hirzel in unüberhörbarem Stuttgarter Honoratioren-Hochdeutsch, "die Instrumente eigenen sich auch vorzüglich für die Salonmusik." Als Beweis spielte das Quartett den "Tango ole Guapa" (Hallo schönes Mädel). Man fühlte sich augenblicklich in einen vornehmen Salon des 19. Jahrhunderts versetzt oder wahlweise in ein Wiener Heurigen-Lokal. Die Geigen schmachteten im Vierachteltakt, wechselten in den Dreivierteltakt des Walzers, und Bratsche und Cello arbeiteten das Thema heraus.

Überhaupt können die vier Musikerinnen ihre klassische Ausbildung nie verleugnen. Die kammermusikalische Architektur der Arrangements blitzte immer wieder durch und bildete die Basis für alle Spielarten und Varianten, mit der die vier Ausnahmekönnerinnen ihr Publikum verzauberten.

Was oft sehr leicht und spielerisch aussah, war auf den zweiten Blick doch konzentrierte Arbeit. Nur so war es möglich, dass sich ein Gospel plötzlich wie eine Boogie-Woogie-Melodie anhörte, "The Girl from Ipanema" mit Frank Sinatra durch den Wintergarten tanzte oder das Publikum zum Lalla-La-Chor im Refrain von "Don’t cry for me Argentina" wurde.

Nur immense Musikalität und Instrumentenbeherrschung bieten den Raum für Improvisation und die kleinen Überraschungen, die das Quartett in die bekannten Stücke einarbeitet. Mit einem ungarischen Csárdás, in der weltbekannten Fassung des italienischen Komponisten Vittorio Monti, verabschiedeten sich die vier Musikerinnen von einem restlos begeisterten Publikum in die Pause.

Ein zweiter, ebenso umjubelter Programmteil folgte, bei dem "Manon & Co" ihre Zuhörer in eine Welt mitnahmen, in der mit vier Saiten, Holzinstrumenten und meisterhafter Instrumentenbeherrschung so ziemlich alles möglich schien. Frenetischer Applaus belohnte diesen Kunstgenuss made in Baden-Württemberg.

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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