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Dornstetten Kritik an geplantem Mobilfunkmast in Aach

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Foto: blickpixel

Dornstetten - Der geplante Mobilfunkmast in Aach an der Stuttgarter und Dietersweiler Straße ist nach Ansicht eines Experten "aus Sicht des Immissionsschutzes ausgesprochen unglücklich".

Bei der umstrittenen, von der Telekom geplanten Anlage – die vom Gemeinderat bereits abgelehnt wurde – handele es sich um "die schlechteste Anlage, die ich je gesehen habe". Dieses vernichtende Urteil äußerte Peter Nießen vom Kölner EMF-Institut (Fachinstitut zur Elektromagnetischen Verträglich zur Umwelt) bei einem Informationsabend im Bürgersaal Dornstetten. Spontane Reaktion aus dem Publikum: "Ich bin Ihnen dankbar, dass Sie das so kritisch sehen."

Doch wie es in dem seit längerem andauernden Streit weitergeht, blieb auch an diesem Abend unklar. Es war ein informativer, ein ruhiger Abend, keine aufgeheizte Stimmung, keine grundsätzlichen Kontroversen.

Wütende Proteste von Bürgern

Bürgermeister Bernhard Haas fasste zunächst den gegenwärtigen Stand der Kontroverse zusammen. Bereits im Dezember hatte der Gemeinderat grünes Licht für das Vorhaben verweigert – die Baurechtsbehörde beurteilt diesen Beschluss jedoch als rechtswidrig. Es hieß, der Beschluss des Gemeinderats sowie des Ortschaftsrats Aach sei zu spät gekommen – was wiederum zu wütenden Protesten in der Bevölkerung führte, die sich in Leserbriefen Luft machte. Nun liegt der Ball wieder beim Gemeinderat – bereits in der nächsten Woche wolle er sich erneut mit dem misslichen Thema befassen.

"Es gibt Gesetze und Verordnungen, an die wir uns halten müssen", beschrieb Haas das Dilemma. Es gebe ja bereits Mobilfunkmasten in der Gemeinde. Die Politik des Bundes sei "vor allem auf den Ausbau des Mobilfunks ausgerichtet". Haas wies auch auf ein weiteres Dilemma hin: Zwar sei die Gemeinde an einer Strahlenminimierung interessiert, aber ein Ausschließen von Mobilfunktechnik sei auch nicht denkbar.

"Ja, schön ist das nicht"

"Das Hauptproblem sind die Wohnungen an der Dietersweiler Straße", meint der Experte Nießen vom EMF-Institut. Dort habe man – je nach Abwärtsneigung der Masten – teilweise deutlich erhöhte mögliche Immissionswerte errechnet. Das entscheidende Problem sei dabei die Topografie, teilweise seien die Häuser deutlich höher als der Maststandort. "Man wünscht sich deutlich höhere Masten", so Nießen. Und angesprochen auf den nahegelegenen Kindergarten, der möglicherweise durch horizontale Strahlung betroffen werden könnte, meinte Nießen: "Ja, schön ist das nicht."

Nießen beschrieb auch ein sehr grundsätzliches Problem: Der Gesetzgeber fasse bisher lediglich thermische Effekte des Mobilfunkmasts, also die Körpererwärmung, ins Auge. Alle andere möglichen "athermischen Effekte" – Migräne, "Befindlichkeitsstörungen", Einfluss auf Erbanlagen wie Chromosomenmutationen – seien vom Gesetzgeber nicht geregelt. "Es gibt einen sehr großen Grauzonenbereich", so Nießen. Auch in der Wissenschaft gebe es aber bisher keine einhellige Meinung. Es gebe eine Menge Studien, die von Negativeffekten sprächen – andere Studien täten das nicht. "Wie man darauf regiert, was man tut, ist eine gesellschaftliche Entscheidung."

Zudem gebe es das "Spannungsfeld in der Kommune": Man wolle einen guten Immissionsschutz, aber auch einen guten Mobilfunk.

"Wir haben den Standort abgelehnt, aber keine Alternative genannt", meinte ein Zuhörer aus Publikum. "Was können wir jetzt tun?", fragte der Mann. Nießens Antwort darauf war eher zurückhaltend: "Um das zu bewerten, muss man einen Anwalt herbeiholen." Der müsse dann etwa klären, ob die bisherige Beteiligung der Kommune rechtlich ausreichend gewesen sei. Er habe der Stadt bereits einen kompetenten Fachanwalt empfohlen. Eine mögliche Lösung sei es aber auch, "nochmals auf die Telekom zuzugehen und einen alternativen Standort anzubieten".

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