Defizit der Schule wird übertragen. Etat für den Bauhof soll neu beraten werden.
Dornstetten - Das Dornstetter Gymnasium muss seine Mehrausgaben aus eigener Kasse begleichen. Das beschloss der Gemeinderat im Rahmen der Budgetabrechnungen 2011 und lehnte damit einen Antrag der SPD-Fraktion ab, die der Schule einen Teil der Schulden erlassen wollte.Mit rund 14 700 Euro steht das Gymnasium laut Budgetrechnung 2011 in der Kreide. Dieses Defizit entstand hauptsächlich durch die Erweiterung und den Umbau des Lehrerzimmers und durch Budgetüberschreitungen der Vorjahre, erklärte Katrin Lippold von der Finanzverwaltung dem Gemeinderat. Sie schlug vor, die Überziehung in kompletter Höhe auf das Budget der Schule für 2012 zu übertragen. Dieses Vorgehen, so Lippold, entspreche den Vereinbarungen zwischen den Budgetverantwortlichen und der Stadt. Dabei werde bei der Übertragung des Defizits ins Folgejahr durchaus unterschieden: Mehrausgaben, die von den Verantwortlichen beeinflussbar waren, werden fortgeschrieben, Mehrausgaben, die nicht beeinflussbar waren, werden durch den Gesamthaushalt finanziert.
Schulleiter Michael Leimbach hatte im Vorfeld der Beratung darum gebeten, der Schule einen Teil des Defizits zu erlassen. Ihm sprang SPD-Stadträtin Monika Schwarz zur Seite und beantragte, lediglich ein Defizit von 8000 Euro in den laufenden Schulhaushalt zu übernehmen. Schließlich sei es "ein Entgegenkommen der Schulleitung, Maßnahmen wie den Lehrerzimmerumbau aus dem eigenen Budget zu finanzieren", so Schwarz. Sie befürchtete zudem, dass das Gymnasium durch weitere Mehrausgaben wegen der gestiegenen Schülerzahl noch mehr in die Miesen rutscht. Stadträtin Pascale Peukert (CDU) sah das anders: "Wir haben in den vergangenen Jahren viel Geld in das Gymnasium investiert, und die Schulleitung ist damit einverstanden gewesen, den Lehrerzimmerumbau selbst zu finanzieren." Auch Bürgermeister Bernhard Haas sah noch keinen Handlungsbedarf: Das Gymnasium habe ein Gesamtbudget von 95 000 Euro zur Verfügung, das relativiere den Schuldenstand der Schule, meinte er. Für einen Kompromiss plädierte Stadtrat Werner Wennagel (Freie Wähler). Er wollte abwarten, wie sich der Schuldenstand des Gymnasiums entwickelt, und dann gegebenenfalls im nächsten Jahr über das Budget neu beraten.
Einem Teilerlass der Schulden stimmte das Gremium hingegen beim städtischen Bauhof zu. Er hat das Budget 2011 um rund 17 600 Euro überschritten, da vor allem die Betriebs- und Schmierstoffe teurer waren als ursprünglich angenommen. Hinzu kamen Kosten für eine Mitarbeiterschulung, die seit kurzem Pflicht ist, sowie höhere In-spektions- und Wartungskosten. Diese Posten wurden vom Defizit abgezogen und eine Budgetüberschreitung von lediglich 8243 Euro ins laufende Jahr übertragen. Katrin Lippold empfahl dem Gemeinderat jedoch, den Bauhofetat bei den nächsten Haushaltsberatungen grundsätzlich zu überprüfen, da seit der letzten Budgetaufstellung eine Preissteigerung von bis zu 17 Prozent zu verzeichnen sei. Die Haupt-/Werkrealschule kann von den Budgetvereinbarungen mit der Stadt diesmal profitierten: Schulleitung und Kollegium haben sich im vergangenen Jahr bei der Beschaffung von Lern- und Unterrichtsmitteln sehr zurückgehalten und so einen Überschuss von rund 11 600 Euro erzielt. Dieses Plus wird der Schule gutgeschrieben.