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Dornstetten In den Ferien sind die Arbeitstage lang

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Begeistert von großen Maschinen: Niko Streicher (links) und Timo Schwenk Foto: Hilbert Foto: Schwarzwälder-Bote

Von Melanie Hilbert

Dornstetten-Aach. Die einen zieht es ans Meer, die anderen in die Berge. Niko Streicher zieht es in den Sommerferien auf den Bauernhof, aber weniger zum Ausspannen. Zwei Wochen lang arbeitet er auf dem Benzingerhof mit.

Für Annette Schwenk, die mit ihrer Familie den über 1000 Jahre alten Benzingerhof betreibt, ist es wichtig, Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit zu geben, einen Einblick in das Leben auf einem Bauernhof zu erhalten. Leider gebe es immer weniger Höfe. Damit schwinde auch der Bezug Jugendlicher zur Landwirtschaft.

Daher war es für sie selbstverständlich, an dem Programm "Landleben-live" des evangelischen Bauernwerks Hohebuch teilzunehmen. Dabei verbringen Jugendliche zwei bis acht Wochen auf einem Bauernhof. Dort leben und arbeiten sie als Teil der Bauernfamilie. Für die Jugendlichen heißt das, mit anpacken, wo immer Hilfe benötigt wird. Die Jugendlichen erleben unmittelbar, wie wächst und gedeiht, was tagtäglich auf den Tisch kommt. So sollen das Wissen und die Wertschätzung der Landwirtschaft und landwirtschaftlicher Erzeugnisse wachsen.

Derzeit bekommt die Familie Schwenk Unterstützung von dem 15-jährigen Niko Streicher aus Möckmühl-Züttlingen im Landkreis Heilbronn. Der Realschüler wurde durch Zufall auf das Programm aufmerksam, als auf einem Hoffest ein Bauer von "Landleben-live" erzählte. Da Niko Streicher für Freizeitcamps, in denen er früher regelmäßig einen Teil der Sommerferien verbracht hatte, mittlerweile zu alt war, entschloss er sich schon 2011, an dem Programm teilzunehmen. "Damit in den Sommerferien keine Langeweile aufkommt", erzählt er gut gelaunt. Die Zeit, die er über das Projekt im vergangenen Jahr auf einem Bauernhof verbracht hatte, hat ihm so gut gefallen, dass für ihn klar war, in diesem Jahr wieder auf einen Hof zu gehen. Niko Streicher hat sich rasch in die Familie Schwenk eingebracht. Das liegt auch an Timo Schwenk, dem gleichaltrigen Sohn der Familie, mit dem er sich gut versteht. "Niko ist ein Glücksgriff für die Familie", so Annette Schwenk.

Auf dem Hof leben und arbeiten drei Generationen. Der Tag beginnt für den jungen Bauern auf Zeit gegen 7.30 Uhr. Zunächst muss er sich um die Kälber kümmern. Anschließend hilft er auf dem Hof aus und springt ein, wo er gebraucht wird. Zurzeit herrscht Hochbetrieb auf dem Benzingerhof, da Erntezeit ist. Und da wird jede helfende Hand benötigt. Nicht nur für Familie Schwenk sind die Arbeitstage in dieser Zeit lang – auch für Niko Streicher endet der Tag meist zwischen 20 und 21 Uhr.

Vor allem das Arbeiten mit den Maschinen, dem Mähdrescher oder dem Radlader, mache ihm Spaß, so Streicher. Die Arbeit auf dem Hof gefalle ihm so gut, dass die Zeit wie im Fluge vergeht, erzählt er. Und er würde den Bauernhof auf jeden Fall weiterempfehlen, denn "hier ist immer etwas los", freut sich der Schüler. Wenn es die Zeit zulässt, will er auch nächstes Jahr wieder an dem Programm teilnehmen, sagt der junge Landwirt auf Zeit. Dies sei für ihn die letzte Möglichkeit dafür, da in der Ausbildung keine Zeit mehr für "Landleben-live" bleiben wird. Doch so sehr es ihm das Leben auf dem Bauernhof angetan hat – nach seinem Realschulabschluss möchte er nicht in die Landwirtschaft, sondern am liebsten Mechaniker werden.

 

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