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Dornstetten "Gießela" bewässert per Knopfdruck

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In einer kleinen Feierstunde überreichen die Mechatroniker-Auszubildenden (von links) Silas Schmid, Fabian Fähnrich und Felix Wochele) der Unternehmensgruppe Fischer die von ihnen konstruierte und hergestellte Blumengießmaschine "Gießela". Christian aus der Berufsschulstufe (Bildmitte) freut sich sehr, dass er nun selbstständig die Pflege der Blumen in der Dreifürstensteinschule übernehmen kann. Von der Firma Fischer gratulieren Daniel Armbruster (technischer Ausbilder) und Stephanie Kneißler (Ausbildungsleiterin) zu dem gelungenen Projekt. Foto: Bohn Foto: Schwarzwälder-Bote

"Gießela" heißt die neueste "Mitarbeiterin" in der Dornstetter Dreifürstensteinschule. Sie ist nicht etwa eine neue Lehrerin mit einer ungewöhnlicher Namensschreibweise, sondern ein eigens für die motorischen Einschränkungen körperbehinderter Menschen konstruierter Blumengieß-Automat.

Dornstetten/Waldachtal. Die Blumengießmaschine Gießela ist eine Sonderanfertigung, die von vier Mechatroniker- Auszubildenden der Unternehmensgruppe Fischer in Tumlingen hergestellt wurde. "Gießela" ist fahrbar und hat zwei große Wassertanks, aus denen per Knopfdruck aus einem Schlauch eine bestimmte Menge Wasser herauskommt. Ein einfacher Tastendruck genügt, damit "Gießela" den Pflanzen Wasser spendet. Dafür haben die Auszubildenden eine batteriebetriebene Pumpe eingebaut. Somit können mit Hilfe von "Gießela" auch Schüler mit größerer motorischer Einschränkung im ganzen Schulhaus die Pflege der Topfpflanzen übernehmen.

Die größte Herausforderung sei es für die jungen Konstrukteure gewesen, die nötigen Sicherheitsstandards zu erfüllen, berichtet Konrektorin Miriam Bohn von der Dreifürstensteinschule. Dass dies ausgezeichnet gelang, beweisen ihre Schüler, die schnell gelernt haben, "Gießela" zu bedienen. Und sollte es doch einmal Fragen zur Handhabung geben, liegt dem Gerät eine eigens angefertigte Bedienungsanleitung bei.

Soziale Kompetenz: Auch die jungen Konstrukteure können profitieren

Die Umsetzung des Projekts war auch Stephanie Kneißler, Ausbildungsleiterin in der Unternehmensgruppe Fischer, sowie dem technischen Ausbilder Daniel Armbruster ein großes Anliegen. Entspricht es doch der Firmenphilosophie, dass Auszubildende auch Kompetenzen in sozialen Bereichen erwerben. Beide Verantwortliche standen daher sofort hinter dem Projekt. Einen Mehrwert für die Auszubildenden sieht auch Konrektorin Bohn: "Wir haben versucht, unser Projekt so anzugehen, dass auch die Auszubildenden etwas für ihre Berufsausbildung mitnehmen können."

Vor allem aber schwärmt sie geradezu von den positiven Auswirkungen des neuen Geräts für ihre Schüler. Ist doch das Gießen der Topfpflanzen einer von mehreren Diensten, den die Schüler der Berufsschulstufe des Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentrums für körperliche und motorische Entwicklung übernehmen. Dadurch lernen sie wichtige vorberufliche Qualifikationen wie Zuverlässigkeit oder das Abarbeiten von Plänen.

Aber auch darüber hinaus profitierten ihre Schüler von der Zusammenarbeit mit der Firma Fischer. "Nach dem Projekt haben wir eine ganz tolle Betriebsführung bekommen", lobt die Konrektorin. "Schon die barrierefreie Betriebsbesichtigung war eine große Herausforderung und hat ganz prima geklappt." Miriam Bohn dankt den beteiligten Auszubildenden des Unternehmens, die "mit so viel Empathie, Offenheit und Interesse" für die Bedürfnisse ihrer Schüler in das Projekt eingestiegen seien. "Wir hoffen, dass sie ihrerseits während des Projekts wertvolle Erfahrungen für ihre Ausbildung gewinnen konnten."

Für das gelungene Projekt hatten vier Mechatroniker-Auszubildende der Unternehmensgruppe Fischer einen Vormittag in der Dreifürstensteinschule verbracht, um die Einrichtung und die Schüler kennenzulernen. Die Blumengießmaschine wurde danach in der unternehmenseigenen Lehrwerkstatt gebaut. Abschließend wurden in einem Reflexionsgespräch die neu gewonnenen Erfahrungen gesammelt. Inspiriert wurden die Beteiligten durch das Projekt "key" der Agentur Mehrwert, das sich mit der Vermittlung sozialen Lernens beschäftigt. Dadurch sollen sich Einstellungen und Verhalten von Auszubildenden verändern und deren Sozialkompetenzen gestärkt werden.

Die Dreifürstensteinschule ist ein privates sonderpädagogisches Bildungs- und Beratungszentrum für Schüler mit körperlichen und motorischen Einschränkungen. Träger der Einrichtung ist die Körperbehindertenförderung Mössingen.

Die Dreifürstensteinschule Dornstetten ist eine Ganztagsschule, in der 70 Schüler in elf Klassen unterrichtet werden. Wesentliche Bausteine des Schulkonzepts sind die individuelle Förderplanung, die intensive Zusammenarbeit mit den Eltern und mit außerschulischen Partnern sowie die Arbeit im Team. Zum Schulteam gehören neben Sonderschullehrern und Fachlehrern auch Ergotherapeuten, Physiotherapeuten und Pflegefachkräfte. Die individuelle und ganzheitliche Förderung wird unter anderem auch durch vielfältige Angebote der Bewegungsförderung erzielt.

Besonderer Wert wird in der Dreifürstensteinschule auf die Stärkung der Selbstständigkeit und Eigenverantwortung der Schüler gelegt. Dies beginnt in kleinen Schritten, unter anderem eben auch im eigenverantwortlichen Pflegen der Pflanzen in den Gängen und Klassenzimmern.

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