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Dornstetten Gibt es noch Rettung?

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Die Gruppe der Helfer, Intiatoren und Gemeinderäte am Fuß des kranken Baums. Fotos: Günther Foto: Schwarzwälder Bote

Einst war er eine Augenweide: Der durch Trockenheit, Streusalz und die Nachwirkungen der Straßenbaumaßnahmen arg gebeutelte, ehemals stattliche Mammutbaum in der Bahnhofstraße Dornstetten wird jetzt wieder aufgepäppelt.

Dornstetten. Zu der besonderen Rettungsaktion hatten sich am Dienstagmorgen interessierte Bürger, Vertreter der Gemeinde, Mitarbeiter des Dornstetter Bauhofs und die örtlichen Mitglieder der Gesellschaft zur Förderung regenerativer Mikroorganismen (EM) in der Bahnhofsstraße in Dornstetten eingefunden. Wie die beiden Initiatoren dieser Rettungsaktion, Gerhard Dürr und Adolf Stuber berichten, sind sie als überzeugte Naturschützer und erfahrene Gartenliebhaber davon überzeugt, dass dem kränkelnden Baumriesen durch den Einsatz der Effektiven-Mikroorganismen (EM) geholfen werden kann. Weltweit wurde mit dem Einsatz flüssiger EM-Kulturen, die aus einer Mischung verschiedener Bakterien und Hefepilzen bestehen, positive Wirkungen auf die Bodenbeschaffenheit nachgewiesen.

Mit ihrem Vorschlag, dem kränkelnden Mammutbaum, dessen Zweige auf einer Seite bereits großflächig braun sind, durch die Zugabe Effektiver-Mikroorganismen wieder auf die Beine zu helfen, trafen sie beim Dornstetter Bauhof auf offene Ohren. Wie Bauhofleiter Martin Mose verrät, versorgen seine Bauhofmitarbeiter den Mammutbaum schon seit Jahren mit zusätzlichem Wasser.

Wöchentlich 2000 Liter Wasser für den Riesen

Das nun erstmals praktizierte Baumrettungs-Programm ist umfangreich: So wurden im Abstand von einem Meter im Taufbereich des Mammutbaumes 34 kreisförmige, spatentiefe Löcher gegraben. In die wurden Effektive-Mikroorganismen eingebracht. Zusätzlich wurde unter dem Baum auf der gesamten Bodenfläche ein spezielles Gesteinsmehl verteilt, um die Lebensbedingungen der Mikroorganismen im Boden zu verbessern.

Dazu kommen wöchentlich 2000 Liter Wasser, die der Dornstetter Bauhof dem kränkelnden Baumriesen zuführt. Aufgewertet wird dieses Gießwasser zusätzlich noch durch eine in den Wassertank eingelassene, 18 Zentimeter lange EM-Keramik-Pipe, die dort ihre Wirkstoffe abgeben soll. Als weitere Maßnahme wird zudem der mächtige Baumstamm mit einer Nährlösung eingespritzt.

Dass diese Rettungsaktion wichtig ist, bestätigt auch Gemeinderätin Ilona Costantino. Die Bürgermeisterstellvertreterin ist davon überzeugt: "Wir stehen hier vor dem schönsten Weihnachtsbaum im Landkreis, schon deshalb muss unser Mammutbaum unbedingt erhalten bleiben." Dies bekräftigt auch ihre Gemeinderatskollegin Christa Dengler, die mit Blick auf die Initiative von Dürr und Stuber anerkennend feststellt: "Der Gemeinderat schätzt dieses bürgerschaftliche Engagement sehr".

Dass Mammutbäume in der Geschichte Württembergs und auch in der Stadt Dornstetten eine besondere Rolle spielen, beweist ein Blick zurück: König Wilhelm I von Württemberg setzte sich Mitte des 19. Jahrhunderts sehr für die Anpflanzung von Mammutbäumen ein. Seine "Wilhelma-Gärtner" sorgten dafür, dass genügend Setzlinge zur Verfügung standen. In Württemberg wurden diese schnellwachsenden imposanten Mammutbäume bald nur noch "Giganten des Königs" genannt.

Auch in Dornstetten hielten die "Giganten" Einzug: Nach dem zweiten Weltkrieg pflanzte der Stadtgärtner und Totengräber Wilhelm Klumpp gleich mehrere: Der von ihm vor dem ehemaligen Forsthaus in der Tübingerstraße gepflanzte Baum wurde bereits vor Jahrzehnten gefällt, die Mammutbäume am Aacherberg und an der Allmandhütte erfreuen sich heute noch bester Gesundheit.

Nur der vierte Gigant kränkelt sehr. Gerhard Dürr stellt bedauernd fest: "Wir haben schon lange gesehen, dass der Baum von Jahr zu Jahr brauner wird". Zusammen mit Stuber stellte er daher das EM-Material zur Behandlung des kranken Baumriesen zur Verfügung. "Wir müssen mit der Natur schaffen und nicht dagegen", bekräftigt ein Betrachter der Rettungsaktion diese Pflegemaßnahmen, während Adolf Stuber davon überzeugt ist, dass "die Effektiven-Mikroorganismen das einzige Mittel sind, das die Natur noch retten kann". Folgerichtig ist der Unterstützerkreis auch verhalten optimistisch und geht davon aus: "Die Natur setzt sich ja oft durch, vielleicht auch bei unserem Mammutbaum".

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