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Dornstetten Gerichtsbarkeit war ein wertvolles Gut

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Das Gasthaus Waldgericht in Aach ist ein geschichtsträchtiges Gebäude. Fotos: Kalmbach Foto: Schwarzwälder-Bote

Kreis Freudenstadt. Die Freistätte in der einstigen Gerichtsschenke Waldgericht in Aach beschreibt Bärbel Kalmbach aus Hallwangen in unserem heutigen Beitrag in der Leserserie "Sagenhafte Heimat".Ich bin an einem sagenhaften Ort geboren und aufgewachsen, an einem Ort, wo über Jahrhunderte Menschen Recht sprachen und bei der "Freistätte" Asyl und Gnade vor Recht erhielten.

Es ist das "Waldgericht in der Aach" am Zusammenfluss von Stocker- und Kübelbach. Eine nicht unbedeutende Rolle spielte Aach in mehreren Jahrhunderten in dem so genannten "Waldgeding", das im ehemaligen Königsforst lag. In dieser Nutzungsgemeinschaft waren die Orte im Quellgebiet der Glatt zusammengeschlossen. Die eigene Gerichtsbarkeit war neben den verschiedenen Waldnutzungen die wertvollste Einrichtung. Dies wurde zuerst mündlich überliefert und 1459 in einem "Weistum" schriftlich festgelegt, welches auch die Gebrüder Grimm erforschten. Gegenseitige Hilfeleistung war oberstes Gebot in diesem Rechtsaltertum.

Die Rechtssprechung traf ein besonderes Gericht, welches zweimal im Jahr im Hof oder der Gaststube der "Alten Sonne", dem heutigen Gasthaus Waldgericht, tagte. Den Vorsitz hatte der Amtsvogt von Dornstetten mit zwölf gewählten Richtern. Es wurde über "Erb und Eigen" und über alle Vergehen, soweit sie "Wild, Wasser und Weide" des Waldgedings betrafen, beraten und geurteilt.

Diese alte "Täferi" in Aach wurde bereits 1428 urkundlich erwähnt und der ursprüngliche Holzunterbau 1554 durch Stein ersetzt. Sie hatte als einziges Gebäude in sechs Orten das Recht auf Weinausschank und Beherbergung von Gästen.

Von 1977 bis 1980 wurde das denkmalgeschützte Haus vollständig renoviert. Die einstige Gerichtsschenke besteht seitdem als Gasthaus und Hotel Waldgericht.

Die "Freistatthülse" ist in der Gaststube ausgewiesen: "Dieses Gasthaus Zur Sonne, welches ein Schloss gewesen sein soll, hatte eine Freistätte für Verbrecher. Und noch befindet sich in der Ecke der alterthümlichen Wirthsstube eine hölzerne Hülse, von der die Sage geht, dass wenn ein Verbrecher die Hand in dieselbe steckte, er 48 Stunden sicher war", heißt es.

Ein Verbrecher konnte dann ins nahe badische Ausland fliehen (Obermusbach oder Kniebis) und war frei.

Ab dem Gasthaus Waldgericht in Dornstetten-Aach empfiehlt sich eine Rundwanderung. Sie führt zunächst zur Andreaskirche in Aach, dann weiter über den Silberberg über das Kreuz in der Nähe des Funklerhofs zur Altstadt nach Dornstetten. Danach geht es über den Berghof, Walkenrain, Öschle, Weiherwiese und die Andreaskirche zurück zum "Waldgericht". Die Tour findet man in der Wanderkarte von Dornstetten "Auf Schusters Rappen rund um Dornstetten". Die Strecke der Rundtour beträgt rund acht Kilometer bei einer Gehzeit von etwa zweieinhalb Stunden.

 
 

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