Viele Köpfe, viele Ideen, großer Zusammenhalt: der neu gewählte Vorstand des HGV Dornstetten mit Vorsitzendem Frank van der Meyden (Fünfter von rechts) und den scheidenden kommissarischen Leitern Christian Felchle und Pascale Peukert (Erster und Dritte von links) Foto: Eberhardt Foto: Schwarzwälder-Bote

HGV Dornstetten wählt Vorstand / Beiträge steigen / Stadtmedaillen für Christian Felchle und Fritz Fahr

Von Tina Eberhardt Dornstetten. Satzungsänderung, Beitragserhöhung, Vorstandswechsel – die Tagesordnung des Handels- und Gewerbevereins Dornstetten war klassischer Sprengstoff für labile Vereinsstrukturen und bewies gerade deshalb: In der Fachwerkstadt ist man sich einig und steht geschlossen hinter der Sache. Wenn der Gemeinderat doch nur auch so ein Abstimmungsverhalten an den Tag legen würde, seufzte Bürgermeister Bernhard Haas, als er unter dem Gelächter der Anwesenden sein Lob für die Arbeit des HGV aussprach. Der hatte gerade per einmütiger Akklamation die großen Brocken auf der Tagesordnung verabschiedet und gezeigt: Lange Versammlungen müssen nicht unbedingt ein Zeichen des Zwists sein, sie kommen auch vor, wenn man so harmoniert, dass die Dankesliste kein Ende findet.

 

Mit kluger Strategie hatten die kommissarischen Vorsitzenden Pascale Peukert und Christian Felchle die komplizierten Themen an den Anfang gesetzt. Darunter die Änderung von Satzung und Mitgliedsbeiträgen. Bislang wurde beim HGV eine Ein-trittsgebühr erhoben, dafür waren die Mitgliedsbeiträge in zweistelliger Höhe mehr als moderat. Zum neuen Jahr soll der Beitrittsobolus entfallen, stattdessen werden die Mitgliedsbeiträge verdreifacht. Grund: Die finanziellen Ressourcen lassen kaum Raum für wirkungsvolle Aktionen, und das soll sich ändern. Von den Versammelten kam keinerlei Widerspruch. Ernst Nestle fasste die Stimmung zusammen: "Wir brauchen’s."

Mehr Aktionsraum schuf sich der HGV auch mit der Änderung der Vorstandsbesetzung. Seit 2012 war der Verein kommissarisch von Pascale Peukert und Christian Felchle geführt worden. Beide wollten sich nun wieder auf ruhigere Plätze zurückziehen. Denn neben den zahlreichen Aktionen – von den Buchwochen bis hin zum hoch gelobten Fest der Kulturen – war in den vergangenen beiden Jahren viel Energie in die Vorbereitung des Strukturwandels geflossen. Mit dem Ergebnis, dass der HGV wieder mit einem breit aufgestellten und motivierten Vorstand in die Zukunft starten kann.

Allen voran Frank van der Meyden als neuer Vorsitzender, der die Stadt Dornstetten in seiner Antrittsrede enthusiastisch mit einem Schiff verglich, das nun auf Abenteuerreise sticht und als großen Zielhafen das Jahr 2017 ansteuert. Dann nämlich wird Dornstetten seinen 1250. Geburtstag feiern. Van der Meyden zur Seite steht ein Team aus vier Stellvertretern: Dorothee Fahr, Wolfgang Tröger, Timo Müller und Hans Holzberger. Hinzu kommen die Beisitzer aus den Arbeitskreisen: Felicitas Seeger, Ulrike Günthner, Fritz Fahr und Christian Felchle.

Die kommissarischen Vorsitzenden Peukert und Felchle wurden mit großem Dank aus der Vereinsspitze verabschiedet. Felchle erhielt gemeinsam mit Fritz Fahr eine besondere Ehrung der Stadt: Für 15 Jahre Engagement im Vorstand eines Vereins überreichte Bürgermeister Bernhard Haas den beiden die Stadtmedaille in Silber. Pascale Peukert, die sich nicht nur in ihrer Funktion als kommissarische HGV-Vorsitzende als engagierte Kämpferin für Dornstettens Attraktivität bewies, honorierte währenddessen Weggefährten und Unterstützer, die sie in der Planung von Projekten wie Weihnachtsaktionen oder dem Fest der Kulturen unterstützt hatten.

Diese waren bei Bürgern und Gästen auf große Resonanz gestoßen, verlautete aus den Rechenschaftsberichten. Im Frühjahr soll es daher gleich weitergehen, mit der Gesundheitsmesse von 14. bis 16. März. "Urlaub ist da gestrichen", legte Christian Felchle mit resolutem Humor fest.

Das Engagement des HGV hat aber auch seine Schattenseite. "Seit 2004 hat sich das Vereinsvermögen um 8000 Euro verringert. Die Beitragserhöhung war deshalb wichtig, um den Verein nicht ausbluten zu lassen", sagte Kassierer Frank Weber. Derzeit liegen 52 000 Euro auf Treuhandkonten, weitere 30 000 Euro befinden sich in der Kasse, zwei Drittel davon werden aber alleine von den bevorstehenden Weihnachtsaktionen aufgebraucht. Doch für nächstes Jahr sind die Ideen bereits munter am Sprühen. Unter anderem möchte man eine neue, zeitgemäße Homepage. Und dann hat Frank van der Meyden gleich zum Amtsantritt eine Aufgabenbox eröffnet. Er wünschte sich eine offene, vertrauensvolle Zusammenarbeit und startete mit einem praktischen Ansatz: Bevor die Mitglieder in die Nacht hinausgingen, durfte jeder in der Box zwei Wünsche an den HGV hinterlassen.