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Dornstetten Deutsches Kulturgut neu entdeckt

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So manchen musikalischen Schatz hoben der Projektchor und die Instrumentalisten bei ihrem Konzert in der Martinskirche. Foto: Günther Foto: Schwarzwälder Bote

Mit 79 Mitwirkenden, davon fast 50 Chorsänger und 13 Solisten, zehn Instrumentalisten und sechs Nachwuchssänger, war Markus Hall, Bandleader und Projektleiter vieler Musicals, mit einem großen "Liederschatzkonzert" in die Martinskirche nach Dornstetten gekommen.

Dornstetten. Passend zu den Themen Glaube, Hoffnung, Liebe hatte der musikbegeisterte Mitteltäler 24 alte Choräle ausgewählt und seit Jahresbeginn mit einem eigens gegründeten Projektchor und einem dafür zusammengestellten Projektorchester eingeübt. Viele der alten Lieder wurden vom Chor in moderner, erfrischender Stilistik interpretiert und durch sensible Instrumentalbegleitung samt mitreißendem Schlagzeugsound unterstrichen.

Die Initiative, viele der in Vergessenheit geratenen und in der Regel vierstimmigen Kirchenlieder neu zu entdecken und diese mit modernen Musikelementen aufzupeppen, ging vor einigen Jahren von christlichen Freikirchen aus. Werden doch dort – bedingt durch die vorherrschende Lobpreiskultur – die traditionellen Gesangbuchchoräle kaum noch gesungen und geraten in Vergessenheit.

Für ihr bundesweit erfolgreiches "Liederschatzprojekt" hatten daher die Liedermacher und Produzenten Albert Frey und Lothar Kosse 48 alte Choräle ausgewählt, die nicht in Vergessenheit geraten sollen. Die Hälfte dieser "Liedschätze" hatte Hall nach Dornstetten mitgebracht. Viele der höchst zufriedenen Besucher werden sich nach dem Konzert gewünscht haben, dass Hall mit seinen Musikern bald mit der anderen Hälfte der alten "Liedschätze" wieder in der Stadt gastiert.

Mitgebracht hatte Hall Choräle, die geradezu deutsches Kulturgut geworden sind, angefangen von "Geh aus mein Herz und suche Freud" bis zu "Wohl denen, die da wandeln". Voller Wohlklang, in bester Intonation, mit viel Rhythmusgefühl und voller Freude und Inbrunst wurden so "Die güldene Sonne voll Freude und Wonne", "Du meine Seele singe...", "Ich bin durch die Welt gegangen", "Du großer Gott, wenn ich die Welt betrachte" und "Ich singe Dir mit Herz und Mund" vorgetragen, meisterlich untermalt von Violinen, Querflöte, Keyboards, Gitarre, Schlagwerk und Klavier.

Nicht fehlen durften dabei auch die Lieder, die die hiesige Kultur nachhaltig beeinflusst haben, etwa das energisch gesungene und in durchgreifendem Sound gespielte Lutherlied "Ein feste Burg ist unser Gott" oder Beethovens "Ode an die Freude" als Zugabe, das aus vollen Kehlen gesungene "Lobe den Herren", "Nun danket alle Gott" und "Großer Gott, wir loben Dich". Gekrönt von einem Alt-Solo, das einem geradezu den Atem stocken ließ, erklang "Wenn Friede mit Gott meine Seele durchdringt".

Alle Solisten kommen aus den Reihen des Chors

Bewusst verzichtete Markus Hall bei dem Projekt auf lange Sprechbeiträge, vielmehr reihte er die 24 "Liedschätze" stimmig aufeinander aufbauend fast ohne Pause aneinander. Zur Vertiefung der Aussagen der Texte wurden manchmal Verse an die Wand projiziert. So auch beim sensibel und stimmig vorgetragenen "Sonne der Gerechtigkeit", dessen Liedzeile "Tu der Völker Türen auf, schaffe Licht in dunkler Nacht, erbarm Dich Herr" mitten ins Herz traf. Wie gut, das hinterher das vielstimmige und überzeugende "Dir ist Freude in allem Leide" und "als schönste Botschaft der Bibel" das "Gott ist die Liebe" erklangen.

Den besonderen Wert des Konzerts machte auch aus, dass alle Solisten aus den Reihen des Chors stammten. Folgerichtig wurde deshalb – trotz größtenteils brillant gesungener Soli – keiner einzeln benannt. Die Besonderheit des Konzerts zeigte sich aber auch in vielen liebevollen Details. Unter anderem symbolisierten eigens aufgestellte Kulissen alter Bücherregale dort verborgene Liedschätze. Zu finden waren diese hinterher am eigens aufgebauten kleinen Büchertisch.

Wer das "Liedschatzprojekt" in Dornstetten verpasst hat, kann die alten Liedschätze noch an drei weiteren Terminen hören. Am 23. November gastiert Markus Hall mit seinem Projektchor in der evangelischen Kirche in Knittlingen und am 24. und 25. Januar in der Mitteltaler Christuskirche. Beginn ist jeweils 19 Uhr.

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