Eleonore Kötter blättert in ihrem neuesten Kunstband "Meine sieben Bäume – der Baum als Metapher des Lebens". Foto: Schwenk Foto: Schwarzwälder-Bote

Eleonore Kötter setzt sich in ihren neuen Werken mit dem eigenwilligen Charakter des Holzes auseinander

Von Regina Schwenk Dornstetten. "Wo stehen Sie?", wurde Eleonore Kötter einmal gefragt. Ihre Antwort: "Ich stehe nicht, ich gehe." Dieser Satz gibt gleichsam die Lebenseinstellung der Dornstetter Künstlerin wieder.Mit ungebremster Schaffenskraft und Entdeckerlust geht Eleonore Kötter durchs Leben – und an ihre Kunst heran. So verwundert es nicht, dass man Werke von ihr in zwei gleichzeitigen Ausstellungen bewundern kann. Eine ihrer Ausstellungen reist im Rahmen eines Kulturprojekts entlang der Via Regia – der ältesten und längsten Landverbindung zwischen Ost- und Westeuropa – von Ort zu Ort. Die zweite, "Meine sieben Bäume – der Baum als Metapher des Lebens", wurde kürzlich im Graphischen Kabinett in Dornstetten eröffnet. Die dort gezeigten Holzdrucke und Druckstöcke gaben auch die Thematik von Kötters Dezembergalerie vor, die kurz vor Weihnachten ihre Pforten schloss. Wie in jedem Jahr fand diese besondere Ausstellung im Herzen der Dornstetter Altstadt, in Eleonore Kötters Atelier in der Alten Vogtei, statt.

 

Bei einem Rundgang durch ihr Atelier wird eines schnell klar: Eleonore Kötter ist vielseitig. Sie zeichnet, widmet sich dem Linolschnitt, arbeitet exakt und präzise bis ins kleinste Detail. Um dann an anderer Stelle großzügig über das Detail hinwegzugehen, zu abstrahieren, in Aquarellfarben die Essenz einer Szenerie einzufangen. Für ihre neueste Ausstellung setzte sie sich mit dem eigenwilligen Charakter von Holz auseinander. "Der Linolschnitt gewährt Neutralität, während Holz seine eigene Struktur mitbringt", erklärt Kötter die Herausforderung, vor der sie beim Holzschnitt stand. Bei der Thematik "Baum" könne das von Nutzen sein. Bei anderen Motiven beeinträchtige es ihre Arbeit.

Die Ausstellung "Meine sieben Bäume – der Baum als Metapher des Lebens" wird begleitet von dem gleichnamigen Kunstband und dem ersten Kalender von Eleonore Kötter. Nicht die einzige Premiere, die die künstlerische Auseinandersetzung mit dem Thema Holz mit sich brachte. "Ich saß das erste Mal selbst neben dem Computerfachmann und habe dirigiert, wie meine Bilder wirken sollen", so Kötter. Die Zusammenarbeit und die Möglichkeiten der modernen Technik hätten sie tief beeindruckt.

Möglich wurden Kunstband und Kalender durch Mäzene. "Alte Bilderfreunde", wie die Künstlerin sie nennt. Zu den alten Bilderfreunden gesellen sich laufend neue. Was alte und neue Bewunderer eint, ist die Wertschätzung für das persönliche Ambiente in Eleonore Kötters Atelier – nicht nur während der Dezembergalerie. Die Künstlerin selbst begrüßt ihre Gäste an der Tür und führt durch ihr Gesamtwerk. Neben der Betrachtung der neuen Werke ist auch das Stöbern in älteren Bildern erlaubt. Vor allem ihre Linolschnitte historischer Gebäude der Region fesseln den Blick des Betrachters immer wieder aufs Neue. Dort schlägt Eleonore Kötter eine Brücke zwischen Kunst und Architekturdokumentation, begeistert nicht nur den Kunstfreund, sondern weckt bei vielen Betrachtern Kindheits- und Jugenderinnerungen. Diese Bilder, die Kötter überregional bekannt machten, sind nicht nur zeitlos. Die Veränderungen der Kulturlandschaft, die die Jahre mit sich bringen, machen die Werke als bildhaftes Archiv beständig wertvoller. Die Ausstellung "Meine sieben Bäume – der Baum als Metapher des Lebens" kann im Graphischen Kabinett in der Dornstetter Zehntscheuer mittwochs, freitags und sonntags von 14 bis 16.30 Uhr oder nach Vereinbarung besichtigt werden.