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Dornstetten Denn Zukunft braucht Geschichten

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Pascale Peukert will in ihrer historisch eingerichteten Erzählstube anderen dabei helfen, ihre persönliche Geschichte oder die ihrer Familie aufzuschreiben und für kommende Generationen festzuhalten. Foto: Peukert Foto: Schwarzwälder Bote

Schon als Teenager hat Pascale Peukert damit begonnen, ihre Familiengeschichte zu recherchieren und aufzuschreiben. Jetzt will sie anderen dabei helfen, es ihr gleichzutun. Sie ist überzeugt: "Zukunft braucht Geschichten!"

Dornstetten. Pascale Peukert hat eine bewegte Vergangenheit. 1962 wurde sie als sogenanntes Franzosenkind in Horb geboren. Ihre Mutter stammt von dort, ihr Vater war Soldat der französischen Besatzungsmacht – daher auch ihr Vorname. Aufgewachsen ist Pascale Peukert in Horb, Tübingen, Bad Buchau, Neu-Ulm und Freudenstadt. Heute lebt sie mit ihrem Mann und den beiden Kindern in Dornstetten. Nach einer kaufmännischen Ausbildung eröffnete die damals junge Mutter ein Schreibbüro, in dem sie Manuskripte und Buchtexte sowie Diplom- oder Doktorarbeiten erfasste.

Die Familie, der Aufbau des eigenen Handwerksbetriebs, aber auch zahlreiche Ehrenämter ließen Pascale Peukert in den folgenden Jahren keine Zeit, ihr Schreibbüro weiterzubetreiben. Neben Haushalt und der Arbeit in der Firma engagierte sie sich in Politik und Vereinen, war Vorstandsmitglied bei der SG Dornstetten, Vorsitzende der Sparte Handwerk im HGV, saß 20 Jahre lang im Gemeinderat, war Bürgermeisterstellvertreterin, Vorsitzende der Fraktion FWV/CDU, Vorsitzende des CDU-Stadtverbands Dornstetten mit Glatten und Schopfloch sowie CDU-Kreisvorstandsmitglied.

Persönliche Gespräche in persönlicher Umgebung

Sie kandidierte für den Kreistag und war Listenkandidatin des Bundestagsabgeordneten Hans-Joachim Fuchtel. Im Alter von über 50 hat sie ihr dreijähriges Studium an der Steinbeis-Hochschule Berlin als Bachelor of Arts in Business Administration abgeschlossen.

"Ich wollte es immer wieder forcieren, doch ich habe nie die Zeit dafür gefunden", sagt Pascale Peukert über ihre Vorliebe für das Aufschreiben von Familiengeschichten, die nicht in Vergessenheit geraten sollten. "Unser Leben besteht aus Geschichten. Jeder hat seine eigene, für sich und die gesamte Familie bedeutende Geschichte", weiß sie. Die Geschichte eines Lebens ist für die engagierte Frau "das Persönlichste, was eine Generation an die nächste Generation weitergeben kann".

Doch weil sich nicht jeder zutraut, diese selbst niederzuschreiben, bietet Pascale Peukert bei "et cetera pp" an, anderen dabei zu helfen. Und weil persönliche Gespräche eine persönliche Umgebung brauchen, hat sie sich im Dornstetter Handwerksbetrieb eine eigene kleine Erzählstube eingerichtet – mit historischen Möbeln verschiedener Epochen wie einem Sekretär, auf dem eigene Familienfotos stehen, und einem runden Tischchen samt altem Sofa, auf dem die Gäste Platz nehmen dürfen. Der Kaffee wird in einem mehr als 100 Jahre alten Porzellan serviert. An den Wänden hängen alte Ölgemälde, und überall stehen kleine dekorative Gegenstände aus alten Zeiten, die quasi schon selbst ihre eigene Geschichte erzählen.

Wer seine Geschichte von Pascale Peukert aufschreiben lassen will, wird zunächst zu einem Kennenlerngespräch eingeladen. Manche bringen Briefe, alte Familienfotos, ganze Alben oder auch Stammtafeln mit, berichtet Pascale Peukert, die schon einige Gespräche geführt hat.

"Die Leute müssen dann entscheiden, ob sie ihr Herz öffnen", beschreibt sie diese emotionalen Momente, die ihr einen tiefen Einblick in das Leben eines anderen Menschen gewähren. Diesen aufzuschreiben bedeutet ihr viel. "Die Nachwelt muss wissen, auf welche Werte ihr Leben aufgebaut ist und warum wir so sind wie wir sind", betont Peukert.

Geschichten-Café als Plattform für Lesungen

Neben Biografien großer Politiker oder bekannter Persönlichkeiten sollten Geschichten aus der eigenen Familie vermehrt in den Fokus rücken, solange noch wer da sei, der sie erzählen kann, meint Peukert. Ihre Tochter hat sie deshalb animiert, die Geschichte des Opas abzufragen und, angereichert mit alten Fotos, in einem Magazin festzuhalten.

Wer seine Familiengeschichte bereits aufgeschrieben hat und etwas darüber erzählen will, kann sich ebenfalls bei Pascale Peukert melden. In ihrem Geschichten-Café bietet sie eine Plattform für Lesungen aus dem eigenen Werk. Die erste ist am Samstag, 3. Oktober, ab 15.30 Uhr (Einlass 15 Uhr) in den Firmenräumen in Dornstetten. Sigrid Kleinsorge, die Pascale Peukert als Mitglied des Fördervereins der deutschen Schriftsteller Baden-Württemberg bei einem Schreibseminar kennengelernt hat, wird aus ihrem Buch "Die Rabeninsel" lesen.  Wer Pascale Peukert seine persönliche Familiengeschichte erzählen will, kann sich unter et-cetera.pascale-peukert.de bei ihr melden.

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