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Dornstetten Betriebe in der Erzieherrolle

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Dornstetten. Gesellschaftlicher Wandel hat Auswirkungen auf die Arbeitswelt – dies spüren zunehmend auch die ausbildenden Unternehmen im Raum Dornstetten. Mit dem "Ausbilderkaffee" hat die städtische Wirtschaftsförderung nun ein neues Format ins Leben gerufen. Künftig sollen die heimischen Ausbildungsbetriebe dreimal im Jahr einen Nachmittag lang eine Plattform für Austausch und Diskussion finden.

Angeregt hatte den Ausbilderstammtisch die Firma Weinmann Aach, die auch Gastgeber des ersten Ausbilderkaffees war. "Wir merken, dass in der Ausbildung verstärkt Themen präsent werden, die auf dem Land bislang nicht im Fokus waren: Immer mehr Jugendliche haben nicht mehr den Rückhalt einer funktionierenden Familie. Ihnen fehlt die Vermittlung von Disziplin und Werten. Manche ziehen sich in eine PC-Spielewelt zurück oder gleiten in Drogen- und Alkoholkonsum, andere kämpfen mit Schulschwäche", erklärte Gebhard Strähler, Vorstand Unternehmensentwicklung bei Weinmann.

Andere Unternehmen berichteten von ähnlichen Erfahrungen. Ausbilder hätten immer häufiger eine Rolle als Erzieher, und alle Betriebe seien auf der Suche nach den besten Lösungen und Hilfestellungen, um diesen Anforderungen gerecht zu werden, heißt es in der Pressemitteilung der Stadtverwaltung.

"Wir möchten deshalb mit dem Ausbilderkaffee eine Plattform zu einem unkomplizierten und offenen Austausch schaffen, wo man in lockerer Runde über Sorgen, Erfahrungen und Hilfen sprechen kann", erklärt Wirtschaftsförderin Ellen Brede. Bürgermeister Bernhard Haas ergänzt: "Wir wollen junge Menschen aus Dornstetten und der Region hier halten. Dazu gehört ein gutes Ausbildungsangebot, und als Stadt möchten wir dabei bestmögliche Unterstützung leisten."

Herausforderungen sind vielfältig

Sieben Ausbildungsbetriebe aus Dornstetten hatten die Einladung zum ersten Ausbilderkaffee angenommen. Nicht nur inhaltliche Fragen prägten die Gesprächsrunde der Ausbildungsleiter. Einige schilderten den Wettstreit der Betriebe um Auszubildende, der jedes Jahr in der Bewerbungszeit ausbricht. Kleinere Firmen hätten oft Mühe, sich gegen die großen Unternehmen der Region durchzusetzen. Für sie bieten Schulpraktika und Berufsorientierungen an den Schulen eine wichtige Möglichkeit, um sich potenziellen Auszubildenden zu präsentieren. Doch im Pandemie-Jahr fielen diese Möglichkeiten weg, ebenso großteils die regionalen Ausbildungs- und Berufsmessen im Präsenzformat.

Auch die geografische Lage des Landkreises ist eine Herausforderung, wie andere Ausbildungsleiter schilderten: Auswärtige Berufsschulen seien oft nur umständlich mit den öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar, wenn man noch keinen Führerschein habe.

Angeregt wurde ein Kooperationsnetzwerk für Ausbildungsbetriebe. Über dieses könnten Auszubildende in unterschiedlichen Betrieben hospitieren und praktische Erfahrungen sammeln, die über das Angebot des eigenen Betriebs hinausgehen. Für Ausbildungsbetriebe böte ein solches Netzwerk die Möglichkeit, sich über offene Stellen auszutauschen und Bewerber weiterzuempfehlen. Denn die Vermarktung und Bewerbung offener Ausbildungsplätze spielt laut den Teilnehmern des Ausbildungskaffees eine große Rolle.

Der nächste Ausbilderkaffee findet bei der Firma Schupp in Aach statt, der Termin wird noch bekanntgegeben. Interessierte können sich bei Dornstettens Wirtschaftsförderin Ellen Brede melden unter Telefon 07443/96 20 49 oder per E-Mail an ellen.brede @dornstetten.de.

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